Friedenfels
18.12.2018 - 11:31 Uhr

Gänsehaut bei "Ave Maria"

Der Altarraum strahlt bis in den letzten Winkel der Kirche Gänsehautfeeling aus. Grund sind die Maxim-Kowalew-Don-Kosaken: Ihr Weihnachtskonzert wird mit Ovationen und Zugabe-Rufen belohnt.

Der Maxim-Kowalew-Don-Kosaken-Chor gastierte mit einen Adventskonzert in der Friedenfelser Pfarrkirche. Die einzigartige Stimmengewalt der sieben Künstler beeindruckte im Gotteshaus enorm und sucht seinesgleichen. Bild: bsc
Der Maxim-Kowalew-Don-Kosaken-Chor gastierte mit einen Adventskonzert in der Friedenfelser Pfarrkirche. Die einzigartige Stimmengewalt der sieben Künstler beeindruckte im Gotteshaus enorm und sucht seinesgleichen.

Bürgermeister Gottfried Härtl brachte es bei der Begrüßung in der katholischen Pfarrkirche auf dem Punkt: "Zu einem erfolgreichen Weihnachtsmarkt gehört ein erfolgreicher Abschluss. Genießen Sie deshalb die Musik aus Russland. Die Gemeinde Friedenfels wünscht Ihnen einen schönen Abend." Und die siebenköpfige Chor-Gruppe enttäuschte nicht. Die erstklassig ausgebildeten Sänger machten im Rahmen ihrer Europatournee einen Stopp im Erholungsort. In Zusammenarbeit mit dem Fremdenverkehrsbüro kam das Arrangement zustande.

Leichte Schneeflocken fielen sanft vom Himmel, als sich der 14. Weihnachtsmarkt dem Ende zuneigte und viele Besucher zur benachbarten Kirche wechselten. 150 Zuhörer verfolgten das Konzert und waren am Ende mehr als angetan. Der Gesamtleiter der Don-Kosaken, Maxim Kowalew, sieht es bis heute als seine Aufgabe an, die schönen russischen Melodien zur Freude der Hörer erklingen zu lassen und begabten Künstlern die Möglichkeit zu geben, ihr großes Talent an die Öffentlichkeit zu bringen.

Was die sieben Vollblutmusiker in der Kirche ablieferten, glich einem regelrechten Feuerwerk und übertraf manche Erwartung. Während der erste Teil vor allem kirchlichen und melancholischen russischen Stücken gewidmet war, wurde die Stimmung nach der Pause ausgelassener, als die Musiker mit Akkordeonbegleitung weltbekannte Volkslieder aus ihrer Heimat durch das Gotteshaus schmetterten. Mit tiefen Bässen über Bariton bis hin zu den höheren Lagen der Tenöre, mal mit einer einzelnen Stimme, mal getragen vom Chor - stets wussten sie zu überzeugen.

In dem 90-minütigen Gesamtprogramm wechselten sich Chorgesang und Solo-Auftritte ständig ab. Vor allem, wenn die stimmgewaltigen Künstler gemeinsam loslegten, entstand ohne Mikrofon und Verstärker oft Gänsehautgefühl bei den Zuhörern. Die exzellente Ausbildung an den Hochschulen in Russland wurde direkt spürbar. Dass dabei auch in Deutschland bekannte Titel wie "Abendglocken", "Ave Maria", "Schneegestöber" und das bekannte russische Volkslied "Kalinka" nicht fehlen durften, passte zum einzigartigen Konzertabend.

Auch in einer kurzen Pause machte das Ensemble auf sich aufmerksam. Chormitglieder begaben sich unter die Besucher, verkauften CDs und Programmhefte mit zahlreichen Informationen über die Künstler und ihren Werdegang. So erfuhren die Besucher, dass der in Danzig geborene musikalische Leiter Maxim Kowalew ein Kind zweier Welten ist: Die Mutter ist Deutsche, der Vater russischer Abstammung. Erzählungen, Lieder und Geschichten des Ostens und der Kosaken haben ihn seit jeher fasziniert, ohne dass er den Blick zum Westen verloren hat.

Nach dem Studium an der Musikhochschule in Danzig folgten zahlreiche internationale Opern-Engagements und Auftritte mit Kosaken-Chören. Seit vielen Jahren hält Kowalew mit seinem Chor das musikalische Erbe der Kosaken wach. Der abschließende sicht- und hörbare Beweis einer gelungen Premiere im Friedenfelser Gotteshaus: Das Publikum feierte die Mitwirkenden mit wahren Ovationen.

In der Pfarrkirche Friedenfels spenden die Besucher den Maxim-Kowalew-Don-Kosaken langen Beifall. Bild: bsc
In der Pfarrkirche Friedenfels spenden die Besucher den Maxim-Kowalew-Don-Kosaken langen Beifall.
 
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