05.04.2020 - 15:33 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Gemeinsam viel erreicht

In wenigen Tagen ist Stabübergabe im Friedenfelser Rathaus. Nach 24 Jahren im Amt ist Schluss für CSU-Bürgermeister Gottfried Härtl. Künftig will er sich mehr um seine Hobbys kümmern.

Nach 24 Jahren im Amt ist für CSU-Bürgermeister Gottfried Härtl am 30. April Schluss. Er räumt den Chefsessel im Friedenfelser Rathaus für Oskar Schuster von den Freien Wählern.
von Bernhard SchultesProfil

Seit 1996 steht Gottfried Härtl an der verantwortungsreichsten Position des anerkannten Erholungsortes und gehört damit zu den dienstältesten Bürgermeistern im Landkreis Tirschenreuth. Seine Amtszeit endet am 30. April. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien zieht das Gemeindeoberhaupt Bilanz zu seinem langjährigen Wirken und bedauert, dass kein CSU-Mitglied bei den Kommunalwahlen für seine Nachfolge angetreten ist.

Bei der Gemeinderatswahl im März hatte sich Härtl nur um den 24. und damit letzten CSU-Listenplatz beworben. Da die CSU jedoch nur auf fünf Sitze im neuen Gemeinderat kam, schaffte das scheidende Gemeindeoberhaupt nicht mehr den Einzug ins neue Gremium. Mit seinem erreichten sechsten Platz ist er jedoch unmittelbarer Listennachfolger und erster Nachrücker.

Dank für Vertrauen

Gottfried Härtl dankt für das über 24 Jahre hinweg entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung. Seinem Nachfolger Oskar Schuster und allen neu- und wiedergewählten Gemeinderatsmitgliedern wünscht er eine glückliche Hand und viel Erfolg bei der Weiterentwicklung des Erholungsortes zum Wohl der Friedenfelser Bürger.

Mit Stolz berichtet Härtl beim Gespräch mit Oberpfalz-Medien, dass die CSU Friedenfels in all den Jahren die Entwicklung des Heimatortes unter seiner Führung als Bürgermeister "maßgebend vorangetrieben und gestaltet hat". "Neben den Pflichtaufgaben, wie Wasserver- und Abwasserentsorgung, Straßenbau und Sicherung des Brandschutzes, gehörte hierzu auch die Pflege des kulturellen Lebens im Ort." Bürgermeister Härtl: "Wir haben das Bürgerfest und den Friedenfelser Weihnachtsmarkt eingeführt und 2003 die Gemeindepartnerschaft mit unseren Freunden in Raggal gegründet."

Zu den größten Projekten, die während seiner Amtszeit umgesetzt wurden, zählt Bürgermeister Gottfried Härtl die Dorferneuerung - eingeleitet von Vorgänger Otmar Zeitler. Es folgten große Maßnahmen im historischen Kern von Friedenfels. "Dazu gehörten die Sanierung der Schule sowie die Neugestaltung des Schlossbergs mit seinen öffentlichen Einrichtungen - Kirche, Arztpraxis, Friedenfelser Betriebe, Pfarrhof und Festplatz am Rondell." Auch die Arbeiten am Vorplatz und der Zugang zum Friedhof zählten mit zu den breit angelegten Vorhaben.

Gute Kontakte

Geholfen hätten Härtls gute Verbindungen zur Staatskanzlei nach München. Ob bei der Aufstockung des Budgets für die Dorferneuerung oder beim Bau und der Erweiterung des Kinderhauses - seine Freunde aus früheren JU-Tagen hätten ihn nicht hängen lassen. "Zur Einweihung des Kinderhauses kam sogar der damalige Staatssekretär für Arbeit und Soziales, Markus Sackmann. Auch der heutige Ministerpräsident Markus Söder war schon im Friedenfelser Rathaus." In der Zeit, als Markus Söder noch Landesvorsitzender der Jungen Union und Gottfried Härtl im Bezirksvorstand der JU aktiv war. "All die damaligen Kontakte waren auf jeden Fall kein Nachteil", meint der Noch-Rathauschef lächelnd.

Einsatz und Aufwand erforderten in den zurückliegenden 24 Jahren auch die Grundschule und das Schwimmbad. Hier wünscht Gottfried Härtl dem neuen Gemeinderat und auch seinem Nachfolger Oskar Schuster eine glückliche Hand und viel Erfolg bei den sicherlich notwendigen Bemühungen um einen Fortbestand der beiden Einrichtungen.

Froh über Freundschaften

Trotz der vielen Arbeit, die Gottfried Härtl in seinem Hauptberuf als Finanzbeamter und im Ehrenamt als Bürgermeister bewältigte, das Gesellige durfte nicht fehlen. Bei zahlreichen Festlichkeiten gehörte Gottfried Härtl oft zu denjenigen, die erst gegen Ende der Veranstaltung die Feier verließen. Nicht missen möchte Gottfried Härtl die gegründete Partnerschaft mit der Gemeinde Raggal in Vorarlberg/Österreich. "Zahlreiche Festlichkeiten, partnerschaftliche Verbindungen und viele Freundschaften unter den Einwohnern sind dabei entstanden."

Neben schönen Begebenheiten in seiner Amtszeit gab es aber auch nicht so erfreuliche Ereignisse. Eines davon war für den scheidenden Rathauschef die nicht zustande gekommene Partnerschaft bei der Abwasserentsorgung mit den Nachbargemeinden Reuth und Krummennaab. "Ich war immer hinter der gemeinsamen Sache gestanden und habe die Planungen stets mit vorangetrieben. Die Gegenstimmen im Gemeinderat haben mich damals schon geärgert", bedauert Gottfried Härtl.

Das Bürgermeister-Ehrenamt in kleineren Gemeinden stellt Gottfried Härtl beim Gespräch mit Oberpfalz-Medien zudem infrage. "Ein hauptamtlicher Bürgermeister wird auch für Friedenfels kommen. Auf Dauer gesehen wird es nämlich für Personen mit Beruf immer schwieriger, auch noch das Amt des Bürgermeisters im Ehrenamt zu führen."

Ein wichtiges Thema ist für Gottfried Härtl die Vereinslandschaft in Friedenfels. "Noch läuft es relativ gut in unserem Ort mit seinen vielen Vereinen und dem Ehrenamt. Doch man merkte bereits beim Bürgerfest und Weihnachtsmarkt einen Rückgang von freiwilliger Mitarbeit und Unterstützung. Nur wegen der großen Anzahl der Vereine war es möglich, bei einem Ausfall eines Vereins die Arbeiten in andere Hände zu legen."

Der Rathauschef nutzt das Gespräch mit Oberpfalz-Medien auch, um diesen Menschen "Vergelt's Gott" für die langjährige Unterstützung und Mitarbeit bei den vielen Veranstaltungen zu sagen. Sein Dank gilt den Mitgliedern der Vorstände, allen Ausschussmitgliedern sowie der gesamten Gemeindeverwaltung.

Garteln und wandern

Seinen Entschluss, als Bürgermeister aufzuhören, habe er sich eingehend überlegt, mit seiner Frau Gabriele und der Familie oft diskutiert. Freude bereite ihm, dass drei seiner vier Kinder mittlerweile politisch tätig sind und sich in der Jungen Union und der CSU engagieren. Er selbst möchte sich in den nächsten Jahren mehr um seine Familie kümmern, sich aber auch seinen Privatinteressen wie Garteln, Wandern und Reisen widmen. "Ich habe mich gerne für den Ort Friedenfels eingebracht und werde dies auch weiterhin auf andere Weise und in anderen ehrenamtlichen Funktionen tun", versichert Gottfried Härtl. Dazu gehören künftig auch Trainingseinheiten bei der Eisstockabteilung des TSV Friedenfels, verkündet der Noch-Rathauschef. "Das Stockschießen war schon immer eine große Leidenschaft von mir." Sieger- und Ergebnislisten beweisen das. Mit seinem Können verhalf Gottfried Härtl zahlreichen Mannschaften bei Orts- und anderen Meisterschaften schon mehrfach auf das Siegerpodest.

Das Kinderhaus besuchte das Gemeindeoberhaupt in seiner Amtszeit oft.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.