08.04.2020 - 16:38 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Auch Jesus war in Quarantäne

Erstmals in der Geschichte der Friedenfelser Pfarrgemeinde ist es nicht möglich das größte Kirchenfest des Jahres gemeinsam zu feiern. Einzelne Gottesdienste können die Gläubigen jedoch per Livestream verfolgen.

Die liturgischen Feiern in der Kirche Maria Immaculata an den Kar- und Ostertagen werden per LIvestream übertragen.
von Bernhard SchultesProfil

Erstmals in der Geschichte der Pfarrgemeinde ist es nicht möglich, das größte Kirchenfest des Jahres gemeinsam zu feiern. Einzelne Gottesdienste können die Gläubigen jedoch per Livestream verfolgen.

Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien meinte Pfarrer Joseph: "Niemand hätte sich das noch vor vier Wochen vorstellen können. In dieser schwierigen Zeit möchte ich jedoch allen Menschen beistehen, die erkrankt sind, unter strenger Quarantäne stehen oder gar um ihr Leben bangen."

Der Mensch in soziales Wesen

Weiter betonte der Geistliche: "Der Mensch ist ein soziales Wesen, er möchte die Gemeinschaft und die Gesellschaft. Soziale Kontakte zu reduzieren, betrifft das Menschsein im Kern. Die Nachrichten aus Italien, aus Spanien und auch aus den USA, machen uns Angst. Es ist sehr traurig, einen lieben Menschen zu Grabe zu bringen ohne richtig Abschied genommen zu haben", hob Pfarrer Joseph hervor und fuhr fort: "Isolation ist nicht schlimm, Quarantäne kannte Jesus auch, er war 40 Tage in der Wüste."

Seelsorger spricht Mut zu

In der derzeitigen Situation sah der Geistliche aber auch Chancen. "Es ist eine Zeit, um zu sich zu kommen und zu entdecken, was im Leben wirklich wichtig ist". Der Seelsorger sprach seiner Kirchengemeinde Mut zu. "Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir bleiben eine Gemeinschaft, wir bleiben in Kontakt untereinander und mit unserem Herrn."

Ostern werde gefeiert, nur eben etwas anders. "Wir bleiben weiterhin verbunden im Gebet als eine große Familie und beten dass wir diese anstrengende Zeit gemeinsam gesund überstehen." Dabei bat Pfarrer Joseph um die Hilfe und Fürsprache der Gottesmutter Maria. Der Pfarrer dankte im Gespräch mit Oberpfalz-Medien den Helfern, die weiterhin Aufgaben im Umfeld der Pfarrei erledigen.

Hintergrund:

Livestream und Ostereier vorm Hochaltar

Der Priester dankte den früheren Ministranten Anna-Maria Härtl und Maximilian Heindl: Beide haben es ermöglicht, dass die anstehenden Gottesdienste zu Ostern, die nach wie vor nichtöffentlich sind, per Internet an die Pfarrgemeinde übertragen werden können. Live verfolgen können die Pfarrangehörigen die Messen und liturgischen Feiern in der Pfarrkirche Maria Immaculata im Livestream auf der Internetseite der Pfarrei (www.pfarrei-friedenfels.de): Die Feier am Gründonnerstag um 19 Uhr, die Karfreitagsliturgie um 15 Uhr, die Auferstehungsfeier am Karsamstag um 20 Uhr. Eine kleine Überraschung an den Osterfeiertagen hat außerdem der Pfarrgemeinderat vorbereitet. Bei einem Besuch zu einem stillen Gebet in der Pfarrkirche dürfen sich die Kirchenbesucher ein Osterei mitnehmen. Hinterlegt sind sie in kleinen Körbchen auf den Stufen zum Hochaltar, verspricht Vorsitzender Carsten Klöble. (bsc)

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