08.01.2021 - 10:24 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Naturpark Steinwald: Trotz Corona ein arbeitsreiches Jahr

Im Naturpark Steinwald gelang es, wichtige Projekte abzuschließen und neue auf den Weg zu bringen. Und das trotz Corona. Geschäftsführer Ernst Tippmann freut sich aber auch über kleine Fortschritte in einem außergewöhnlichen Jahr.

Naturpark-Geschäftsführer Ernst Tippmann freut sich über das große Engagement von ehrenamtlichen Helfern und Unterstützern. Ein beliebter Anlaufpunkt von Naturliebhabern und Wanderern war das Rotwildgehege. Ein Grund dafür war die erfolgreiche Umsiedelung von Hirsch Max.
von Bernhard SchultesProfil

Das Naturparkjahr 2020 war geprägt von den Veranstaltungen zum 50. Jubiläum, aber leider auch durch die Coronakrise, schreibt Ernst Tippmann in einer Mitteilung an die Mitglieder und Unterstützer des Naturparks Steinwald zum Jahresende. In seinem Rückblick stellt der rührige Geschäftsführer wesentliche Aktionen heraus. Dass trotz der herrschenden Corona-Pandemie zumindest ein Teil der geplanten Veranstaltungen durchgeführt werden konnte, freut ihn dabei besonders. Ein Grund war, dass Veranstaltungen in freier Natur und an der frischen Luft stattgefunden haben.

Ernst Tippmann: „Das Jubiläum würdigten wir hauptsächlich in unserer mehrmals verschobenen Jahreshauptversammlung mit einer eindrucksvollen Festansprache unseres Regierungspräsidenten Axel Bartelt.“ Der Regierungspräsident blickte in seiner Festrede auf die Gründung des Naturparks vor 50 Jahren in Friedenfels zurück und spendete den Verantwortlichen und zahlreichen Helfern des Naturparks viel Lob. „Mit seinen 246 Quadratkilometern zählt der Naturpark Steinwald zwar zu den kleinsten der 19 Naturparke in Bayern, aber gemessen an seinen vielfältigen Aktivitäten im Biotop- und Artenschutz sowie für eine naturverträgliche Erholung ist er mit Fug und Recht einer der emsigsten Naturparke“, sagte Axel Bartelt.

Hier der Bericht zur Jubiläumsfeier

Erbendorf

Auch von neuen Gesichtern im Naturpark weiß der Geschäftsführer in seinem Schreiben zu berichten. „Neu im Vorstand sind seit diesem Sommer Landrat Roland Grillmeier, der von seinem Vorgänger Wolfgang Lippert das Amt des Zweiten Vorsitzenden übernahm, sowie Schriftführer Jonas Ständer und Beisitzerin Bürgermeisterin Margit Bayer.“

Fotowettbewerb

Als einen großen Erfolg wertet Ernst Tippmann den Fotowettbewerb anlässlich des Gründungsjubiläums. „350, zumeist ganz hervorragende Bilder haben wir dazu erhalten.“ Auch auf einen würdigen Rahmen der Siegerehrung kann er verweisen. Diese fand zusammen mit der Vorstellung des neuen Steinwaldbuches, des Bildbands „Steinreich“ von Siegfried Steinkohl und Wolfgang Benkhardt statt.

Aufmerksam auf den Naturpark Steinwald wurden Naturinteressierte und Gäste im September bei der Ausstellung des Naturparkverbandes Bayern über die 19 bayerischen Naturparke im Nordoberpfalz-Center in Weiden. „Die tägliche Betreuung dieser Ausstellung war zwar sehr personalintensiv, der hervorragende Besuch, welcher letztendlich eine sehr gute Werbung für den Naturpark Steinwald war, zeigte uns aber, dass wir mit dem Ausstellungsort richtig lagen und sich die Mühen gelohnt haben“, betont Tippmann in seiner Rückschau.

Großes Interesse gab es zudem bei den Jubiläumsführungen auf dem Walderlebnispfad Fuchsmühl sowie auf dem Waldhistorischen Lehrpfad zum Waldhaus, so der Geschäftsführer. In den Vordergrund rückt Ernst Tippmann die beiden Ranger des Naturparks Steinwald. Marie Wittmann und Jonas Ständer dankt er „für die vorbildliche Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen“. In die Dankesworte schließt Ernst Tippmann auch die mittlerweile zahlreichen Unterstützer des alljährlich beliebten Programms ein. „Alle hatten sich sehr große Mühe gemacht, ein abwechslungsreiches und attraktives Programm zusammenzustellen. Wir hoffen, dass wir 2021 mehr Glück damit haben“, erklärt Ernst Tippmann mit Blick auf Corona und verweist auf bereits erfolgte Vorarbeiten.

Freude über Hirsch Max

Über viel Einsatz und ehrenamtliches Engagement rund um den Naturpark Steinwald schreibt der Geschäftsführer an anderer Stelle. Neben den beliebten Anlaufzielen, wie Oberpfalzturm, Weißenstein und Waldhaus, hatte im zurückliegenden Jahr das Rotwildgehege seinen besonderen Reiz. „Viele Wanderer und Tierliebhaber wollten den jungen neuen männlichen Mitbewohner des Geheges, Hirsch Max, kennenlernen.“ Ernst Tippmann würdigt die erfolgreiche Umsetzung sowie Volker Pöhlmann, der seit vielen Jahren für die Betreuung des Rotwildgeheges zuständig ist.

Artenhilfsprojekte

Nachhaltigen Schutz sowie Bildung und Entwicklung nennt Tippmann als weitere Kernaufgaben eines Naturparks und fordert deshalb: „Die Ranger müssen zu einer dauerhaften Einrichtung gemacht werden.“ Zu den durchgeführten Projekten zählt er den Abschluss der Wanderwege-Beschilderung auf den Hauptwegen, Anbindungswegen und Ortswanderwegen in Friedenfels, Reuth, Krummennaab und Fuchsmühl. Tippmanns Dank gilt hier besonders Rudi Ehstand für seine umfangreiche Hilfe. Auch die Artenhilfsprojekte für Arnika, Kreuzotter, Feuersalamander, Fledermaus und neu für den Gartenschläfer konnten planmäßig durchgeführt werden, erklärt Ernst Tippmann. Beim Projekt Flussperlmuschel jedoch musste ein Rückschlag verkraftet werden, wie der Geschäftsführer berichtet. „2020 konnten keine Glochidien gesammelt werden, was bedeutet, dass wir 2021 keine Jungmuscheln ausbringen können.“

Als vorrangig für das neue Naturparkjahr 2021 kündigt Geschäftsführer Ernst Tippmann die Einrichtung und Fertigstellung der Infostelle zum Thema Flussperlmuschel auf der Grenzmühle an. Ferner soll eine Neuerstellung der Homepage erfolgen sowie die Weiterführung der Artenhilfsprojekte. „Neu im Fokus stehen zudem Beratungen über ein mögliches Naturparkzentrum, eine Naturparkerweiterung hin zum Hessenreuther Wald, eine Wanderwege-Beschilderung für weitere Ortswanderwege, die Neugestaltung des Zimmerplatzes in Friedenfels sowie ein Info-Pavillon auf der Burgruine Waldeck“, informiert Geschäftsführer Ernst Tippmann.

Mit neuen Informationstafeln wurde der Info-Pavillon an der Burgruine Weißenstein ausgestattet

Friedenfels
Am Erfolg der Maßnahmen im Naturpark Steinwald hatten die Ranger Jonas Ständer und Marie Wittmann (von links) großen Anteil. Die Verantwortlichen des Naturparks hoffen, dass die Ranger dauerhaft aktiv bleiben können.

 

 

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