16.03.2020 - 14:28 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

SPD feiert Einzug ins Rathaus

Die Kommunalwahl führt zu einer Kräfteverschiebung im Friedenfelser Gemeinderat: Künftig stellt die CSU fünf Gemeinderäte, UFW/FW drei und je zwei die Grünen und die SPD.

Während bei den anderen Parteien Enttäuschung herrschte, feierte der Ortsverein der SPD den Wiedereinzug ins Friedenfelser Rathaus. Mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Bischof (Zweiter von rechts) und Jürgen Kraus (Zweiter von links) sind sie künftig im Gemeinderat vertreten.
von Bernhard SchultesProfil

Der eigentliche Sieger der Gemeinderatswahl in Friedenfels heißt SPD. Noch vor drei Monaten bestand der SPD-Ortsverein praktisch nur noch auf dem Papier. Bei den Kommunalwahlen am Sonntag eroberten die Sozialdemokraten zwei Sitze im künftigen Gemeinderat. "Von 0 auf 100, besser konnte es gar nicht laufen", war deshalb auch der erste Kommentar vom Spitzenkandidaten der SPD, Christian Bischof.

In Friedenfels war mit so einem Ergebnis nicht zu rechnen. Viele Bürger und vor allem zahlreiche politische Gegner prophezeiten im Vorfeld einen Zuwachs und Gewinne durch die CSU. Immer wieder wurde dabei die starke Junge Union als Stimmenfänger hoch gehandelt. Allein mit sieben Bewerbern unterstützten sie die Wahlvorschlagsliste der CSU.

Anders als erwartet fielen nach Bekanntgabe der Ergebnisse dann auch die Reaktionen aus. In der Steinwaldhalle, wo sich interessierte Besucher versammelt hatten, kam es zu einen Raunen. Im TSV-Sportheim, wo die CSU eine große Wahlparty organisiert hatte, herrschte pure Niedergeschlagenheit. "Fünf Sitze sind enttäuschend. Doch der Wähler hat entschieden. Ich wünsche dem neuen Gemeinderat alles Gute", meinte CSU-Vorsitzender Gottfried Härtl. In die gleiche Kerbe schlugen die Vorsitzende der Frauen-Union, Klaudia Tretter, und der Zweite Vorsitzende der Jungen Union, Maximilian Heindl. "Unser Engagement und die Ideen für Friedenfels sind beim Wähler nicht angekommen", sagte Heindl. Er zeigte sich jedoch kämpferisch: "Das nächste Mal werden wir mehr überzeugen und ein besseres Ergebnis einfahren."

Schmerzend bei der CSU hinzu kam, dass altgediente und sachorientierte Gemeinderäte wie Manfred Wiese, der scheidende Bürgermeister Gottfried Härtl und der Spitzenkandidat der CSU und Jugendbeauftragte Johannes Härtl den Einzug ins Rathaus nicht mehr schafften.

Weniger Frauen

Lisa Rauh von der Wählergemeinschaft "Bündnis 90/Die Grünen - Neue Wege" war ebenfalls enttäuscht. Zum einen bedauerte Rauh einen Sitzverlust ihrer Partei, zum anderen, dass im Friedenfelser Gemeinderat künftig weniger Frauen vertreten sind. "Es ist schade, dass die Arbeit der Frauen nicht entsprechend honoriert wurde. Die Frauen im Gemeinderat haben eine gute Arbeit gemacht", war sich Lisa Rauh sicher.

Der neue Friedenfelser Bürgermeister Oskar Schuster meinte nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses: "Die Ausgangsvoraussetzungen sind gut, um miteinander die besten Lösungen für all unsere Themen zu finden." Im Gegensatz zu den anderen Parteien feierte die SPD. Der Ortsverein stieß auf den Wiedereinzug ins Gemeindeparlament im Gasthof "Goldener Engel" an. Ein großes Lob von allen Parteien erhielten am Sonntagabend die Wahlhelfer um Regina Wildenauer und Bernhard Schmidt. Um 18.44 Uhr war der Bürgermeister verkündet und um 21.44 Uhr erfolgte in der Steinwaldhalle die Bekanntgabe der neuen Friedenfelser Gemeinderäte.

Der neue Friedenfelser Gemeinderat:

Bei der Gemeinderatswahl am Sonntag erhielt die CSU 7434 Stimmen (41,4 Prozent), die Wählergemeinschaft "Bündnis 90/Die Grünen - Neue Wege" 2704 Stimmen (15,1 Prozent), die SPD 2659 Stimmen (14,8 Prozent) und UFW/FW 5151 Stimmen (28,7 Prozent). Die Sitzverteilung: CSU 5, "Bündnis 90/Die Grünen - Neue Wege" 2, SPD 2, UFW/FW 3. Für die CSU ziehen in den Gemeinderat Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg (931 Stimmen), Uwe Heider (691), Christian Mitterbauer (629), Erwin Bächer (577) und Karl Wittmann (543) ein. Für die Wählergemeinschaft "Bündnis 90/Die Grünen - Neue Wege" votieren künftig Elisabeth Rauh (838) und Karl Zeh (381) im Gremium. Von der SPD sind Christian Bischof (850) und Jürgen Kraus (320) vertreten. Die Freien-Wähler-Räte sind Reinhard Stummreiter (652), Gertraud Kappauf (426) und Manuel Schmidt (323). Die Wahlbeteiligung: 78,1 Prozent. (bsc)

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