02.03.2020 - 10:44 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

SPD fordert mehr Aufklärung

Die wiederbelebte SPD startet als zweite Partei in Friedenfels in die heiße Phase des Kommunalwahlkampfs. Der Wille, die Gemeinde künftig maßgeblich mitzugestalten, ist deutlich zu spüren - auch beim Thema Kläranlage.

Bei einer SPD-Informationsversammlung in der Gaststätte „Sporn“ forderten (von links) Dieter Schraml, SPD-Vorsitzender Christian Bischof, Jürgen Kraus und Petra Janker-Kraus Transparenz und mehr Dialog mit den Bürgern seitens der Gemeinde.
von Bernhard SchultesProfil

Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Christian Bischof, freute sich bei der Begrüßung über das Interesse an der Versammlung in der Gaststätte "Sporn" im Ortsteil Frauenreuth. Neben den SPD-Mitgliedern und weiteren interessierten Besuchern hieß er auch Abordnungen von CSU und Freien Wählern sowie UFW-Bürgermeisterkandidat Oskar Schuster willkommen. Der Vorsitzende und das Führungsgremium stellten dabei klar: "Nur mit einer parteiübergreifenden Zusammenarbeit können wir den Ort gestalten und voranbringen."

Für einen gemeinschaftlichen Auftakt sorgte der SPD-Ortsverein auch, indem er allen Besuchern frische Brezen servierte. Die SPD, die am 15. März mit zwölf Bewerbern für den Gemeinderat antritt, wartete jedoch auch mit zahlreichen Appellen und Forderungen auf und erklärte, was künftig anders laufen müsse. SPD-Vorsitzender Christian Bischof verlangte mehr Transparenz bei aktuellen Gemeindethemen und stets ausführliche Information für die Friedenfelser Bürger: "So wie es in den letzten Jahren bei verschiedenen Projekten gelaufen ist, darf es auf keinen Fall weitergehen. Mit uns geht das künftig nicht mehr", betonte der Vorsitzende kämpferisch.

Detailliert und kurzweilig nahm Bischof wichtige anstehende Themen, wie den Umbau des oberen Freibadgeländes und der Minigolfanlage zu Campingplätzen, die Förderung von jungen Familien, die Löschwasserversorgung, die Instandsetzung von Straßen und Wegen sowie die Sanierung der überalterten Toilettenanlagen im Kindergarten, ins Visier. Ausdrücklich gewünscht hatte sich die SPD eine angeregte Diskussion. Und so dauerte es nicht lange, bis sich ein munterer und lockerer Meinungsaustausch entwickelte.

"Seit Wochen bekommen Friedenfelser Bürger nasse Füße, wenn sie auf der Grenzbachstraße von der Siedlung in den Ortskern nach Friedenfels unterwegs sind", wusste Werner Zuleger. Großes Bedauern äußerte der Redner, weil das bereits seit Jahren bekannte Problem nicht bei der Erneuerung der Asphaltdecke vor ein paar Jahren behoben worden sei. Auch sei für ihn die Vorfahrtsregelung von der Siedlung zum Sägewerk in Richtung Röthenbach unklar. "Die Einfassung mit Granitsteinen signalisiert hier optisch eine Vorfahrt und lässt manchen Autofahrer die Rechts-vor-links-Regel vergessen." In die gleiche Kerbe schlug Bürgermeisterkandidat Oskar Schuster, der auf die für viele Autofahrer verzwickte Gabelung Mühlstraße/Schönfußstraße, Abzweigung Bärnhöher Straße, verwies.

Aber nicht nur über Ortsstraßen und Wege wurde bei der SPD-Zusammenkunft rege diskutiert. Christian Bischof und Dieter Schraml wollen sich auch für einen breiteren Ausbau des Teilstücks der Staatsstraße zwischen Friedenfels und Voitenthan einsetzen. "Der gleiche Fehler wie am anderen Ortsende von Friedenfels auf der Staatsstraße von Friedenfels nach Thumsenreuth, die nach der Instandsetzung an Breite verloren hat, darf hier nicht mehr passieren." Als Sofortmaßnahme und um weitere schwere Unfälle zu verhindern, schlug Johannes Stich auf diesem Teilstück die Beantragung einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h vor.

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Ausmaße und Haltbarkeit

Oberste Priorität für die SPD hatte bei der lebhaften Diskussion jedoch der anstehende Kläranlagenbau. Dieter Schraml: "Die Abwasserentsorgung gehört zu den grundlegenden Aufgaben einer Gemeinde und sollte daher kostendeckend, auf keinen Fall gewinnorientiert gestaltet werden. Schilfkläranlagen können ökologisch durchaus sinnvoll sein, weisen jedoch Kapazitätsgrenzen auf. In der für Friedenfels geeigneten Größenordnung liegen uns leider noch keine ausreichenden Erfahrungswerte vor." Schraml stellte dabei klar, dass die SPD nicht gegen eine Schilfkläranlage sei. Doch durch zu wenig Transparenz und fehlende Aufklärung vonseiten der Gemeinde hätten die Bürger überhaupt keine Information.

Nicht gewinnorientiert

In diesem Zusammenhang verwies Dieter Schraml auch auf die Aussage der Kreisgruppe Tirschenreuth von Bündnis 90/Die Grünen: "Wenn es gut läuft, ein Vorbild für andere Kommunen." Die Friedenfelser SPD fordert deshalb vor Baubeginn dieses umfangreichen und kostenintensiven Vorhabens eine kompetente Aufklärung der Friedenfelser Bürger über Bauart, Ausmaße, Funktionsweise, Betriebsdauer und Haltbarkeit derartiger Kläranlagen. Dazu gehören auch Erweiterungsmöglichkeiten, Erstellungskosten, Umlageart, Folgekosten und Grundstücksregelungen. Wichtig waren für Dieter Schraml in diesem Zusammenhang auch die Vorstellung der künftigen möglichen Betreiber sowie rechtliche Bezüge zwischen Gemeinde und einer privaten Betriebsgesellschaft. "Die Friedenfelser SPD fordert keine Abhängigkeit der Gemeinde von privaten Betreibern", so Dieter Schraml.

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