19.05.2020 - 11:29 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Auf den Spuren des Gartenschläfers

Mit großem Erfolg starteten die Ranger des Naturparks Steinwald in ein Schutzprojekt rund um den Gartenschläfer. In der Dokumentarfilmreihe "Zwischen Spessart und Karwendel" begibt sich nun auch das BR-Fernsehen auf Spurensuche.

Einsatzbesprechung vor dem Erkunden des Steinwalds. Kameramann Jürgen Steiger, Redakteurin Sabine Frühbuss und Tonmann Christoph Puhr-Westerheide (von links) vom Bayerischen Rundfunk besprechen die erste Szene zum Filmprojekt „Spurensuche Gartenschläfer“.
von Bernhard SchultesProfil

Naturschutz und Wissenschaft haben sich zusammengetan, um Antworten auf den drastischen Rückgang der Tierart zu finden und den kleinen Verwandten des Siebenschläfers zu schützen. Er ist Teil der Artenvielfalt in Deutschland.

Einen kleinen Beitrag dazu leisteten Amelie Nöth und Jonas Ständer. Den beiden Rangern im Naturpark Steinwald gelangen bei der Artensuche erste Nachweise mit der Wildkamera. Zur Freude der Verantwortlichen im Naturpark Steinwald meldeten sich auch Fachstellen und ein Team des Bayerischen Rundfunks. Zusammen mit Amelie Nöth erkundeten sie an zwei Tagen den Steinwald und hielten Ausschau nach der zierlichen Schlafmaus. Sabine Frühbuss, Redakteurin des Bayerischen Rundfunks, und ihr Kamerateam waren beeindruckt von den Schönheiten des kleinen Naturparks. Mit dabei war auch Landschaftsarchitekt Hartmut Schmid aus Donaustauf, bei dem in Bayern die Fäden zum Schutzprojekt zusammenlaufen. Ihn freute besonders, dass nach so kurzer Zeit an der Projektbeteiligung dem Naturpark Steinwald bereits Nachweise und Sichtungen vorliegen. Neben der Zusammenfassung von Ergebnissen unterrichtet er auch Naturliebhaber und Interessierte und gibt Tipps bei der Suche nach dem Gartenschläfer.

Mitmachprojekt

Doch während der Coronakrise ist das gar nicht so einfach, weiß der erfahrene Naturschützer. Dies bestätigt auch Sabine Frühbuss vom Bayerischen Rundfunk und wusste, dass zahlreiche Workshops zu diesem Projekt nicht möglich waren oder nur erschwert durchgeführt werden konnten. "Es ist insbesondere auch ein Mitmachprojekt, an dem sich Laien, Garten- und Naturfreude bei der Suche nach dem Gartenschläfer beteiligen und helfen können."

Wo und wie der Gartenschläfer lebt

Friedenfels

Hartmut Schmid: "Ursprünglich war der Gartenschläfer in weiten Teilen Europas beheimatet. Sein rasches Verschwinden kann sich noch niemand genau erklären. Um dies jedoch herauszufinden, ist es wichtig zu wissen, wo die Gartenschläfer überhaupt noch vorkommen. Erst dann können sie an ihren Standorten gezielt geschützt werden." Dieses Ziel streben auch die Ranger Amelie Nöth und Jonas Ständer an und bitten die Bewohner rund um den Steinwald um Meldung, wenn in Privatgärten die Schlafmaus gesichtet, bei Spaziergängen beobachtet oder ihre Geräusche vernommen werden. Die Geschäftsstelle des Naturparks Steinwald in der Marienstraße 41 in Fuchsmühl ist telefonisch unter 09634/7 07 89 29 oder per E-Mail (amelie.noeth[at]naturpark-steinwald[dot]de oder jonas.staender[at]naturpark-steinwald[dot]de) zu erreichen.

Herausgekommen ist bei der Film-Exkursion ein über achtminütiger Beitrag, der am Samstag, 23. Mai, in der seit 1960 ausgestrahlten BR-Sendefolge "Zwischen Spessart und Karwendel" gezeigt wird.

Hartmut Schmid (Mitte), der im Auftrag des Bund Naturschutz die Suche nach dem Gartenschläfer in Bayern betreut und koordiniert, freut sich über die Erfolgsmeldungen aus dem Steinwald. Rangerin Amelie Nöth (rechts) und der Geschäftsführer des Naturparks Steinwald, Ernst Tippmann (links), unterrichteten den Experten über die ersten Erfolge mit der Wildkamera.
Große Freude herrschte nach diesem Schnappschuss bei den Naturpark-Rangern. Kurz nach dem Aufstellen der Wildkameras lief ein Gartenschläfer nachts in die Fotofalle.

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