04.09.2020 - 13:43 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Steinwaldhalle auf der Zielgerade

Feriengäste, Schule, Vereine und die vielen Benutzer dürfen sich freuen: Ab dem Spätherbst steht die große Steinwaldhalle im Erholungsort wieder zur Verfügung. Planungen zu der rund 500.000 Euro teuren Maßnahme liefen bereits seit 2016.

von Bernhard SchultesProfil

Die Entwürfe zu einer umfangreichen energetischen und elektrotechnischen Sanierung reichen weit zurück und beschäftigen den Gemeinderat in vielen Sitzungen. Seit einigen Wochen wird dieses Vorhaben nun realisiert und Gerüste, Autokräne sowie Baumaterialien versperren den Zutritt.

Als 1986 mit dem Bau des markanten Projekts begonnen wurde, ahnten Planer, Förderer und Gemeindeverantwortliche noch nicht, welch große Nachfrage die Sport- und Veranstaltungshalle erfahren würde. Kein Tag - bis zur Corona-Pandemie - verging seitdem, dass nicht ein Verein, die Kirche oder Schule die Halle oder einzelne Räumlichkeiten genutzt hätten.

Auf Pfähle gestellt

"Dabei war es anfangs gar nicht so einfach, einen geeigneten Platz für das imposante und umfassende Bauwerk zu finden", erinnert sich der damalige Bürgermeister des Erholungsortes, Otmar Zeitler. "Vorschläge zu Standorten, wie beim Schwimmbad oder auf der Wiese unter dem heutigen Kindergarten, scheiterten aus verschiedensten Gründen oder waren nicht realisierbar." Zeitler weiter: "Gemeinderat Ludwig Haubner hatte dann die Idee, doch den Platz hinter dem früheren Hammerweiher in der Ortsmitte zu prüfen. Nach mehreren Besichtigungen, zahlreichen Besprechungen mit der Baubranche und Grundstücksverhandlungen wurde dies dann auch möglich."

Da die Grundstücksfläche jedoch als Überschwemmungszone (mit vielen Drainagen und Bachzuläufen zum früheren Hammerweiher) eingestuft war, musste das gesamte Projekt auf Pfähle gestellt worden. "Diese kamen damals aus Dänemark und wurden maschinell in den feuchten Wiesenboden bis zur darunterliegenden Granitschicht eingerammt", erinnert sich Zeitler und erzählt weiter: "Aufgrund des feuchten Untergrunds mussten wir jedoch auf eine Unterkellerung verzichten. Hier gab es im Vorfeld Bestrebungen, die damals aufstrebende Kegelabteilung des mittlerweile aufgelösten Schützenvereins 'Weißenstein' sowie den Schützenstand des Schützenvereins Frauenreuth unterzubringen." Der Bau der Halle nach den Plänen von Architekt Georg Rembeck verlief im Anschluss planmäßig und die große Mehrzweckhalle konnte bereits 1988 fertiggestellt werden.

Erinnerung an Planer und Erbauer

Eine große Granittafel beim Aufgang zur Empore erinnert noch heute an die Planer und Erbauer, die sich zu diesem Projekt und finanziellen Kraftakt durchringen konnten: "Erbaut 1986 bis 1988 unter Bürgermeister Otmar Zeitler und den Gemeinderäten, Hans Fischer, Hans Hartung, Ludwig Haubner, Max Merkl, Siegfried Mitlmeier, Wolfgang Mühlbauer, Helmut Schaumberger, Manfred Schmalzreich, Frieda Schraml, Hans Steinkohl, Peter Steinhauser und Oskar Wittmann." Nach 34 Jahren ist das Bauwerk nun jedoch erstmals in die Jahre gekommen. "Eine Sanierung war deshalb unausweichlich", weiß der derzeitige Bürgermeister Oskar Schuster, der sich in dieser Woche bei einer Besichtigung der Baustelle mit dem Bauausschuss ein Bild vom Baufortschritt machte.

Auch für den Neujahrsempfang stand die Steinwaldhalle immer offen

Friedenfels

Er selbst kennt die Steinwaldhalle gut. Als vor Jahren bereits Sportler während ihrer Übungsstunden erstmals Wassertropfen auf dem Fußboden der Sporthalle fanden, bezwang Oskar Schuster eigenhändig das Dach der Halle, um sich ein Bild vom Ausmaß des anbahnenden Schadens zu machen. "Zwischen der Lichtkuppel und der Dachabdeckung dringt Wasser ein", war sein damaliges Resümee. Mit kleinen und teils eigenen Reparaturen versuchte man den Schaden einzudämmen. Diese Maßnahmen sorgten nur geringfügig für Abhilfe und verschleppten die anstehende Instandsetzung, die nun rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit begonnen hat und im vollen Gange ist.

Dabei war es anfangs gar nicht so einfach, einen geeigneten Platz für das imposante und umfassende Bauwerk zu finden.

Otmar Zeitler, ehemaliger Bürgermeister von Friedenfels

Bei den jetzigen Bauarbeiten setzen Fachfirmen und Bauarbeiter alle Schäden instand, auch zahlreiche Erneuerungen und sichtbare Veränderungen werden erreicht. Bürgermeister Schuster: "An erster Stelle wird eine umfangreiche Aufdach-Dämmung der gesamten Dachfläche durchgeführt. Auch die Oberlichter und die Dachreiter werden erneuert. Neben dem Einbau einer Entrauchungsanlage sind zudem zahlreiche Schreiner-, Maler- und Fliesenarbeiten notwendig. Dabei wird ein neues Behinderten-WC mit Dusche geschaffen und der Zugang Sportlereingang behindertengerecht ausgebaut". Bei der ebenfalls umfassenden elektrotechnischen Sanierung verweist das Gemeindeoberhaupt auf die Maßnahmen für einen zeitgemäßen Brandschutz sowie auf Tastsensoren an den Eingangstüren, eine Notstromversorgung, ein neues Schaltpult für das Turnlehrerzimmer und die Umrüstung auf LED-Beleuchtung.

Neue Spielgeräte

"Schließlich sorgen kleinere optische Schönheitsreparaturen, wie neue Farben im Eingangsbereich, die Erneuerung von Fliesenschäden an den Innentreppen sowie neue Silikonfugen, für besseres Aussehen und ein neues Outfit", erklärt Schuster. Auf ein baldiges Ende der Sanierungsmaßnahme warten schon die Volksschule des Landkreises Tirschenreuth und die BRK-Bereitschaft. Sie belegen alljährlich im Winter die Räumlichkeiten der Steinwaldhalle mit zahlreichen Kursangeboten.

Freuen dürfte vor allem Kinder eine weitere geplante Offerte an der Steinwaldhalle: Der angrenzende Spielplatz im Außenbereich liegt Schuster am Herzen. Mit neuen Spielgeräten und einer großen Wasserspielzone soll der Spielplatz an der Steinwaldhalle künftig nicht nur Kleinkinder in Begeisterung versetzen. "Fördermöglichkeiten werden hierzu derzeit geprüft."

Hintergrund:

Vortritt bei Namenswahl

Fast zeitgleich begannen die Pläne und Ideen für den Bau einer großen Sporthalle in Friedenfels und Fuchsmühl, erinnert sich der damalige Bürgermeister Otmar Zeitler. Er hatte zu seinem Amtskollegen in Fuchsmühl, Gustl Fürst, ein gutes Verhältnis. Deshalb wurden im Vorfeld Anregungen für einen Bau ausgetauscht, Meinungen und Informationen eingeholt und Besichtigungsfahrten zu bereits errichteten Hallen unternommen. Da Friedenfels jedoch rund zwei Jahre eher seine Halle verwirklichte, hatte der Erholungsort bei der Namensfindung den Vortritt und taufte seine Halle auf den Namen Steinwaldhalle.

Beide Gemeinden hatten diesen Namen aufgrund ihrer geografischen Lage zum Steinwald im Vorfeld favorisiert, weiß Otmar Zeitler. In Fuchsmühl blieb man deshalb bei dem Namen Mehrzweckhalle. (bsc)

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.