24.05.2020 - 18:25 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Weiter Warten auf den Storch in Friedenfels

Das Daumen drücken nutzte leider nichts. Die Friedenfelser warten seit Jahren auf Storchennachwuchs – trotz idealer Voraussetzungen keine Spur von Meister Adebar.

Die Flugkünste der Störche konnten in den letzten Jahren die Friedenfelser oft bewundern. Regelmäßig besuchten Störche die vorbereiteten Nester am Frauenreuther Weiher und auf den Brauereischlot. Zu einer Brut kam es aber noch nie.
von Bernhard SchultesProfil

Die Storchenfreunde, eine Unterabteilung des Vereins Kulturlandschaft südlicher Steinwald, bemühen sich seit Jahren um eine Wiederansiedlung im Erholungsort. Doch auch in diesem Jahr scheinen sie kein Glück zu haben. Waren in den letzten Jahren im Frühjahr bis Sommer stets Störche in der vom Verein aufgebrachten Nisthilfe auf dem Brauereischlot zu Gast und hatten mit dem Nestbau begonnen, ließ sich heuer noch kein einziges Exemplar blicken.

Dabei hatte die achtköpfige Unterabteilung des Vereins in den vergangenen Jahren weder Kosten noch Mühen gescheut, um Meister Adebar als ständigen Bewohner im Erholungsort anzusiedeln. Die Storchenfreunde hatten hierzu im Vorfeld stets kräftig nachgeholfen und das Umfeld sowie das Nest richtig in Szene gesetzt. Grassoden, Äste und Moos waren mit der Feuerwehr-Drehleiter in das Storchennest nach oben befördert worden.

Wohnlich ausgestattetes Nest

Die Vereinsmitglieder statteten die Brutstätte so noch wohnlicher aus. Die darunter liegenden Dächer wurden mit weißer, wasserfester Farbe bespritzt, um die Hinterlassenschaften von Störchen vorzutäuschen. Eine Nisthilfe, die schon einmal "in Betrieb" war, wird nämlich eher angenommen als eine, die noch nie bewohnt war, sagte damals Robert Mertl vom Kulturlandschaftsverein.

Als 2019 ein Storch eintraf, konnte man ihn als einen der drei Jungstörche, die 2017 beim Frauenreuther Weiher in die Freiheit entlassen wurden, identifizieren. Da sie spätestens nach drei Jahren geschlechtsreif werden, war die Vorfreude auf den Storchennachwuchs groß. Leider landete aber keine Partnerin in den nächsten Tagen und so verließ das Storchenmännchen nach einigen Wochen das Storchennest wieder.

Robert Mertl hatte 2017 zusammen mit seinen Freunden aus dem Verein für die in die Freiheit entlassen Tiere extra eine weitere mögliche Brutstätte beim Frauenreuther Weiher geschaffen. Besonders die Feuchtwiesen rund um den Weiher hatten es damals den stattlichen Tieren nach ihrer Freilassung angetan. Mehrmals gesellten sich auch weitere Jungtiere, die auf dem Durchzug waren, zu den Friedenfelser Störchen und suchten mit ihnen nach Nahrung.

Der Verein Kulturlandschaft südlicher Steinwald präsentiert sich im Internet:

Vielversprechender Anfang

Die ersten Hürden für eine dauerhafte Ansiedlung schienen damals erfolgreich genommen. Neben den Storchenfreunden machten viele Wanderer und Spaziergänger von der kleinen Storchenkolonie unzählige Fotos und Videoaufnahmen. Die Nächte verbrachten die drei freigelassenen Störche zum großen Teil in Frauenreuth auf Häusern und Scheunen. Die Tiere hatten durch das große Engagement der Storchenfreunde sogar die Qual der Wahl, welchen Horst sie im nächsten Frühjahr beziehen möchten. Der weiteren Entwicklung sahen die Vereinsmitglieder deshalb mit viel Euphorie entgegen.

Geduld gefragt

Doch seitdem ist Geduld besonders gefragt. Woran es letztendlich liegt, das kein Storch ein "Eigenheim" im Erholungsort bezieht, wissen weder Mitglieder noch hinzugezogene Experten. Da aber die Storchenpopulation insgesamt weiter steigt, haben die Mitglieder vom Verein Kulturlandschaft südlicher Steinwald ihre Hoffnung noch nicht aufgegeben. "Wir warten ein weiteres Jahr, damit endlich einmal eine Brut klappt und Jungstörche über den Feldern und Wiesen des Erholungsortes kreisen werden", so der breite Tenor der Mitglieder.

Das „Eigenheim“ für Meister Adebar war auch in diesem Jahr bezugsfertig. Leider ließ sich heuer jedoch noch kein einziger Storch in den Nisthilfen auf dem 30 Meter hohen Brauereischlot und beim Frauenreuther Weiher nieder.

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