07.07.2019 - 12:10 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

"Wir können Bürgermeister"

„Fuchsmühl ist eine liebenswerte Gemeinde mit Zukunft, Qualität und Herz.“ Damit bewirbt sich Nicole Fürst um das Bürgermeisteramt und für den Kreistag. Gestärkt wird sie von ihrer SPD, die ihre Kandidatin einstimmig ins Rennen schickt.

Nicole Fürsts erklärtes Ziel ist der Bürgermeistersessel. Die SPD-Kandidatin (Sechste von links) wurde einstimmig dafür nominiert. Vorgestellt wurden auch die Bewerber für den Gemeinderat. Dazu gratulierten SPD-Ortsvorsitzender Udo Fürst (Vierter von links), Brigitte Scharf (Siebte von links) und Hannelore Bienlein-Holl (Vierte von rechts).
von Werner RoblProfil
Mit einem Blumenstrauß gratulierte Ortsvorsitzender Udo Fürst der - in seinen Augen - "aussichtsreichen Bürgermeisterkandidatin", Nicole Fürst.

In der Nominierungsversammlung erklärte Nicole Fürst: „Ich bin gewohnt, auf die Menschen zuzugehen, um mich mit ihnen auszutauschen. Die Projekte, die ich in Angriff nehme, möchte ich auch mit Erfolg zu Ende bringen.“

Fürst fühlt sich in ihrer SPD gut aufgehoben. „Ich möchte, dass es allen Menschen gut geht“, bekannte sie am Freitagabend. Fest entschlossen betonte die 55-jährige: „Ich will, dass die Fuchsmühler wieder mehr ins Ortsgeschehen einbezogen werden.“ Als eines ihrer Ziele nannte sie im Gasthof Weißenstein die Gründung eines – so wörtlich - „richtigen Vereinskartells“. „Unsere Vereine sollen im Dialog miteinander und eigenständig für die Veranstaltungen zuständig sein, um neue Ideen aufzugreifen und gemeinsam auch umzusetzen.“

Als ein „Herzensanliegen“ bezeichnete die Mutter zweier Söhne die Generalsanierung und Wiederbelebung des „total in Vergessenheit“ geratenen Schlosses. „In dieser wunderbaren Gegend, die wieder nach Leben verlangt, stelle ich mir ein Mehrgenerationenhaus mit bezahlbarem Wohnraum für Jung und Alt vor. Für meine Begriffe ist es eine Sünde, Bauwerke auf gemeindlichem Grund derart verkommen zu lassen“, mahnte sie an anderer Stelle die leer stehenden Wohnungen mit Menschen zu füllen. "Statt mit irgendwelchen Leuten Verhandlungen betreiben, um neue Grundstücke oder baufällige Gebäude in Besitz zu bringen, die nur Geld kosten, sollte man auf Ideensuche gehen", um – wie etwa auch am Beispiel Schloss – sinnvolle Möglichkeiten und Alternativen auszuloten. Fürst erinnerte an Aussagen wie „das geht nicht“ oder das sei zu teuer: „Derartige Argumente akzeptiere ich nicht, es findet sich immer eine Möglichkeit.“

Deutlich am Herzen liegt ihr der Erhalt der Natur und ökologisches Denken. „Ein neues Baugebiet wird es bei mir als künftige Bürgermeisterin nicht geben. Das hat nichts mit Stillstand zu tun.“ So wie bisher könne man nicht weitermachen, mahnte sie. „Die Orte werden künstlich vergrößert, neue Grundstücke zugepflastert, der Ortskern aber stirbt aus.“ Nicole Fürst zeigte Flagge, was die örtlichen Betriebe angelangt: „Sie müssen bei der Auftragsvergabe bevorzugt behandelt werden. Ausschreibung hin Ausschreibung her“: Nicole Fürst forderte eine verstärke Berücksichtigung örtlicher Unternehmen: Stichwort: „Kurze Wege“, statt kostspielige Anfahrtskosten.

In ihrer motiviert vorbereiteten Antrittsrede bekannte sich Fürst auch zur „kleinen aber feinen“ Gemeindebücherei: „Die Einrichtung braucht mehr Anerkennung, ich fordere daher eine Aufwertung des Angebotes.“ Fürst will Autorenlesungen anbieten. „Das sind wunderbare Veranstaltungen mit einem speziellen Publikum. Die vorgestellten Bücher dazu gibt es bei uns zum Ausleihen.“ Einbeziehen ins weitere Gemeindeleben möchte sie auch die Kinder und Jugendlichen, die in vielseitiger Form ihre persönlichen Ideen beisteuern können, sie dann auch gezielt umsetzen, um den Markt noch attraktiver zu machen.

Nicole Fürst versprach eine faire Wahlvorbereitung. „Ich hoffe sehr, dass der politische „Gegner“ das genauso handhabt“, mahnte sie. „Ich kämpfe nicht. Ich bewerbe mich für das Amt“, stellte sie klar. Nur gemeinsam sei man stark, forderte Nicole Fürst einen starken Rückhalt und die Unterstützung ihrer Parteifreunde ein. "Wir können Bürgermeister", bekräftigte sie noch einmal ihren festen Willen, Wolfgang Braun abzulösen. Die Bewerberin bekannte sich offen zu ihrer SPD und schloss mit einem (von ihr ergänzten Autoren-Zitat) Helmut Glaßls: „Wir sollten alle daran arbeiten, die guten alten SPD-Zeiten durch bessere, neue SPD-Zeiten zu ersetzen.

Hintergrund:

Nicole Fürst lebt seit mehr als 30 Jahren in Fuchsmühl. Aufgewachsen ist die 55-jährige Mutter zweier Söhne und Großmutter eines Enkelkindes im Nachbarort Wiesau, wo sie bei den Kärner Bekleidungswerken eine Ausbildung zur Industriekauffrau absolvierte. Ihre berufliche Laufbahn führte sie ins Fuchsmühler Rathaus, wo sie seit 20 Jahren als stellvertretende Kassenleiterin tätig ist. „Es gibt im Rathaus nur wenige Bereiche, wo ich nicht tätig war“, beschreibt sie ihre vielfältigen Kenntnisse in der kommunalen Verwaltung, wo sie auch für die Organisation der Bürgerfeste, Ehrenabende, zudem auch für den Kreisjugendtag verantwortlich war. Seit 5 Jahren organisiert sie die Gemeindeausflüge, die von ihr auch ins Leben gerufen wurden.

Bis vor kurzen war Nicole Fürst 2. Vorsitzende des Caritasvereins. Dort organisierte sie die Senioren-Weihnachtsfeiern, zuletzt auch eine Wallfahrt nach Altötting. „Ich singe gerne“, kommentiert sie ihre Freizeittätigkeit im Kirchenchor. Zudem ist Fürst Mitglied des AWO Ortsverbandes, des Frauen- und Müttervereins, der Sportgemeinschaft und der Freiwilligen Feuerwehr Fuchsmühls.

Vielen bekannt aber ist sie als Vorsitzende der Mitterteicher Tafel, wo Fürst auch selber aktiv mitarbeitet, um die Bedarfsgemeinschaften mit Lebensmitteln zu versorgen. Sie opfert dafür sehr viel von ihrer Freizeit. Um Spenden entgegen zu nehmen, bzw. „ihre" Tafel vorzustellen, bereist sie den gesamten Landkreis.

„Ich bin gewohnt, mit Menschen umzugehen und mich mit ihnen auszutauschen. Ich nehme Projekte in die Hand und bringe sie auch zu Ende.“ Fürst sieht sich als Dienstleisterin und engagierte, künftige Kommunalpolitikerin. Das und den Willen zum Dialog bestätigte sie auch in ihrer schwungvollen, fundierten Antrittsrede: „Es ist längst überfällig, dass wir Frauen gehört und in politische Ämter gewählt werden.“ An anderer Stelle fügte sie hinzu: „Ich möchte meine Ziele umsetzen und als künftige Bürgermeisterin von Fuchsmühl und als Kreistagsmitglied meine Fähigkeiten auch unter Beweis stellen.“

Info:

Stimmen zur Nominierung

Die Begeisterung über die junge, fraulich und aktiv geprägte Kandidatenliste, zudem auch über Nicole Fürsts Nominierung für das Amt der Bürgermeisterin, stand dem Ortsvorsitzenden Udo Fürst deutlich ins Gesicht geschrieben: „Packen wir’s an“, kommentierte er die – so wörtlich – „längst überfällige Weichenstellung“ und die mögliche Personalveränderung im Bürgermeisterbüro.

Die SPD mit Nicole Fürst als das „Gesicht“ der Partei sei die bessere, sozialere und menschlichere Alternative für Fuchsmühl. „Es wird Zeit, dass ein Wechsel stattfindet", erklärte Udo Fürst. Dafür habe man nun die geeignete Person gefunden. „Sie wird es schaffen. Sie wird eine bürgernahe Gemeindechefin sein, die mit Herz arbeiten wird und den Bürgermeistertitel auch wirklich verdient.“ Beeindruckt zeigte er sich auch von ihrem Ideenkatalog, der „Aufbruchstimmung“ vermittelt: „Es ist ein Signal, mit dem man überzeugen kann.“ Von der SPD-Kandidatin, zweifelsohne auch von den Marktratsbewerbern absolut überzeugt, fügte er hinzu: „Wir stehen hinter euch. Wir stehen hinter unserer Nicole Fürst, aber auch – wenn’s sein muss - vor ihr. Kämpfen wir für ein besseres Fuchsmühl!“

Die SPD-Kreisvorsitzende und Bezirksrätin Brigitte Scharf ergänzte: „Ich bin stolz, dass es Frauen gibt, die von sich sagen: „Das packe ich an!“ Scharf ergänzte: „ich bin dankbar, dass ich den Tag, heute mit Euch und hier, erleben darf. Ich wünsche Nicole Fürst, dass sie einen bürgerfreundlichen Arbeitsplatz und der Markt Fuchsmühl mit ihre eine gute Bürgermeisterin bekommen wird.“

Mit einem noch unbeschriebenen Terminkalender überraschte Kreisrätin und Hannelore Bienlein-Holl die gekürte Kandidatin. „Als Notiz für den 15. März 2020 wünsche ich dir den Eintrag: Heute wurde ich zur Bürgermeisterin von Fuchsmühl gewählt.“ Bienlein-Holls Aufruf war zugleich auch ein Versprechen: „Wir sollten Nicole Fürst aufbauen.“ Man müsse sie auch unterstützen. „Sie hat Herz und Verstand. 100 Jahre Frauen-Wahlrecht sind ein gutes Omen für ein positives Gelingen, das wir Nicole von Herzen wünschen.“

Kandidaten für den Marktrat:

Vorgestellt wurden im Gasthof „Weißenstein“ auch die SPD-Kandidaten für den Marktrat, der bei der Kommunalwahl 2020 neu gebildet wird: Einstimmig nominiert wurden – neben Nicole Fürst – Rainer Bleistein, Maren Wölfl, Edwin Ulrich, Melanie Rudhoff, Wolfgang Eiglmeier, Ramona Glowka, Ernst Tippmann, Julia Bleistein, Philipp Gerg, Matthias Schnurrer und Udo Fürst. Als Ersatzkandidat steht Heinrich Ulrich Jun. bereit. Als Kreisräte wurden Nicole Fürst und Edwin Ulrich vorgeschlagen, die die Fuchsmühler SPD auch als Delegierte in der Kreiskonferenz vertreten werden.

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