08.05.2020 - 17:58 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Skypen mit Oma und Opa in Seniorenhäusern im Landkreis Tirschenreuth

In den Senioren-Servicehäusern des Sozialteams werden die Bewohner noch zu Computer-Spezialisten. Um ihnen den Kontakt zu ihren Angehörigen zu ermöglichen, haben sich die Verantwortlichen etwas einfallen lassen.

Videotelefonie des Sozialteams: Elli Nagler probiert's gleich mal aus.
von Elisabeth Schätzler Kontakt Profil

In den Senioren-Servicehäusern des Sozialteams werden die Bewohner noch zu Computer-Spezialisten. Um ihnen den Kontakt zu ihren Angehörigen zu ermöglichen, haben sich die Verantwortlichen etwas einfallen lassen.

Zunächst etwas skeptisch, sind die Damen und Herren der Einrichtungen nun Feuer und Flamme: Seit kurzem haben sie die Möglichkeit, mit ihren Lieben zu Hause von Angesicht zu Angesicht zu telefonieren. Für die Bewohner stehen Tablets und Handys zur Verfügung. Mit ihnen können die älteren Herrschaften via Skype oder Whatsapp mit ihren Kindern oder Enkeln nicht nur sprechen, sondern sich dabei sogar zuwinken.

Schwierige Situation

"Es ist schwierig, wenn die Bewohner außer den Pflegern niemanden sehen", sagt Andreas Neugirg. Der Fachbereichsleiter des Sozialteams weiß, dass es gerade auch für Ältere nicht leicht ist, von der Außenwelt wie abgeschnitten zu sein. Wegen der bis vor kurzem noch geltenden Besuchsverbote in Alten- und Pflegeheimen konnten sich die Bewohner der Einrichtungen und deren Familien lange Zeit überhaupt nicht sehen.

Hoher Grad an Schutz

Auch wenn das Besuchsverbot jetzt gelockert wurde - für Neugirg und seine Kollegen "stehen die Bewohner im Fokus". Komplette Lockerungen werde es in den Einrichtungen des Sozialteams noch nicht geben. "Wir wollen einen möglichst hohen Grad an Schutz", sagt er - für Bewohner und Mitarbeiter.

"Wir wollen dosiert mit den Lockerungen umgehen." Heime zu evakuieren, sei unbedingt zu vermeiden. Er weiß aber auch: "Für die Psyche ist es nicht gut, wenn man so lange abgeschirmt ist." Um dem ein bisschen entgegenzuwirken, wurden die Geräte angeschafft - insgesamt 20 an der Zahl.

Und so funktioniert's: "Der Bewohner sagt, dass er zum Beispiel seine Enkelin anrufen möchte", erklärt Neugirg. Eine weitere Möglichkeit: Die Angehörigen können einen Termin ausmachen und dann an den Geräten anrufen. Das Personal moderiert dann das Gespräch. Wer denkt, das sei kompliziert, der irrt. "Das geht alles sehr spontan", versichert der Regionalleiter. Zunächst seien die Senioren zwar skeptisch gewesen. "Für deren jüngere Angehörigen war das aber kein Problem", erzählt Neugirg. Alle Familien seien über die Möglichkeiten schriftlich informiert worden.

"Total überrascht"

Und wie läuft das Ganze? "Wir dachten erst, dass es etwas holprig starten würde", sagt Neugirg und lacht. "Wir waren dann aber total überrascht, dass es so gut funktioniert." Für den Muttertag am Sonntag werden die Einrichtungen das Telefonieren mit Skype und Whatsapp intensiv nutzen.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.