26.01.2020 - 14:36 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Trolle und Tanzmariechen im "Weißen Rössl"

Die Marktredwitzer Faschingsgesellschaft „Narhalla Rot-Weiß“ feierte ihr 55. Gründungsjubiläum auch in Fuchsmühl. Der Verein begeistert mit einem mehr als vier Stunden dauernden Galaabend.

von Werner RoblProfil

Dem Einzug des Elferrates folgte die Hymne „Also sprach Zarathustra“ aus der sinfonischen Dichtung von Richard Strauss. „Bereits seit 22 Jahren kommen wir nach Fuchsmühl. Wir sind immer gerne hier“, kommentierte Vorsitzender Andreas Wege die traditionelle Faschings-Gala. Im Gespräch mit Oberpfalz Medien betonte der in Marktredwitz lebende Wiesauer, dass die Unterbrechung im Vorjahr eine "unfreiwillige Zwangspause“ lediglich aus terminlichen Gründen war.

Durch den Abend führten Präsident Thomas Eyrich und sein Vize Martin Berek. „2020 ist für uns ein besonderes Jahr. Wir feiern närrische 55 Jahre“, erinnerten die Moderatoren an die Gründung. Unterstützt wurden die Oberfranken neben dem Oberpfälzer Wege auch von einem gebürtigen Österreicher, Norbert Pavlis. Tanzmariechen Antonia Minge, die seit zwei Jahren zu den U15 gehört, machte den Auftakt. Danach eroberte die Narhalla-Jugendgarde die Bühne. Ein Augenschmaus, trotz krankheitsbedingter Ausfälle, waren die „Trolle“ der Purzelgarde.

Bereits seit Jahrzehnten verbindet die Narhalla eine Freundschaft mit der Faschingsgesellschaft „Helenesia“ aus Mehlmeisel. Die Fichtelgebirgler beteiligten sich gleich mit drei Auftritten, dem Gardetanz, als „Kohlhiesels Töchter“ und mit einer Reminiszenz an Benatzkys Operette „Im Weißen Rössl am Wolfgangsee“. Ronja Schmidt verriet: „Es ist schön, ein Narr zu sein.“ Zu ihren Erlebnissen bei der Narhalla gehörte der Ententanz „wie der sterbende Schwan.“

Unter die zahlreichen Gäste mischten sich auch Bürgermeister Wolfgang Braun, die Markträte Anna Koller, Rainer Bleistein und Harald Bächer. Das Quartett wurde mit Orden belohnt. Gardetänze mit schnellen Schrittfolgen folgten. „Herr Glück und Frau Unglück" – dargeboten von der Jugendgarde - brachte die Erkenntnis, dass auf Fortuna nicht immer Verlass ist. Mit den „Dancing Divas“ stellte die Narhalla eine Neu-Formation vor, in der sich auch Ehemalige wiedergefunden haben. Der Auftritt "Die goldene Zeit - damals wie heut" war auch ein Geschenk zum 55. Geburtstag.

Nicole Ulrich, Milena Haas und Melissa Lichtblau zeigten viel Akrobatik beim „Tanzmariechen-Medley“. Wenig Mühe hatten die „Stinktiere“ des Männerballetts, um sympathisch rüberzukommen. Markus Bergmann verließ den Elferrat, um ein Solo – „Ohne Musi geht nix“ – zu singen. "Very British" zeigten sich die Junioren, um den Brexit durch den Kakao zu ziehen. Da machten sogar die Queen und Prinz Charles mit. Das Finale als „Mafiosi“ bestritten die „Sektperlen“, das Damenballett der Narhalla. Ganz zum Schluss folgte das „Ende des Regenbogens“ der Aktivengarde und der gemeinsame, von viel Applaus begleitete Ausmarsch aus der Mehrzweckhalle.

Hintergrund:

Vorsitzender Andreas Wege blickt auf 55 Jahre „Narhalla Rot-Weiß“ zurück.

Bereits vor dem 2. Weltkrieg wurde die „Narhalla“ im Marktredwitzer Faschingsgetümmel erwähnt. 1958 traten im ehemaligen Kastnerbräu-Saal sechs Mädchen mit Rollschuhen auf. 1965 fand die Vereinsgründung als Faschingsabteilung des SC Wacker statt. 1979 folgte die Trennung, um einen eigenständigen Verein ins Leben zu rufen. Einige Elferräte schlossen sich zum Männerballett zusammen, ein Weiberballett und die Purzelgarde folgten. Etliche Titel wurden ertanzt, Fernsehauftritte folgten. Der Verein besteht aktuell aus rund 250 Mitgliedern, darunter 160 Jugendliche. Höhepunkt der 55-Jahr-Feier ist der Ehrenabend am 7. Februar und der bereits ausverkaufte Galaabend einen Tag danach in der Marktredwitzer Stadthalle.

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