04.11.2018 - 14:51 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Turbulent wie das Wetter

Wie wäre es, wenn man eine reiche Auswahl an Pülverchen besäße, mit denen man das Wetter beeinflussen könnte? Ob das überhaupt geht und ob das so einfach ist, erfährt man beim turbulenten Herbsttheater der Fuchsmühler Laienschauspieler.

von Werner RoblProfil

„Malefiz - Donnerblitz“ ist eigentlich eine kleine Flunkerei für Erwachsene. Das von Ralph Wallner 2013 für die Bühne verfasste und von der Fuchsmühler Laienspielgruppe wochenlang vorbereitete Theaterstück feierte am Samstag Premiere.

Die „bezaubernde Erwachsenenfantasie" spielt in einer von den LSG-Bühnenhandwerkern liebevoll eingerichteten Schneiderwerkstatt. Bunte Stoffe und Nähgarne liegen in den Regalen, am Bühnenrand steht eine Schneiderpuppe. In der Mitte ruht gerade eine Nähmaschine mit Pedalbetrieb. Der Schneider - vom Nachbarssohn Luca (Andi Müller) "Stilista" genannt - sitzt auf dem Tisch. Er lässt die Füße baumeln und träumt vom großen Reichtum, der aber nicht kommen will. Zwirn ist einer der Protagonisten, Resi und Burgl die beiden anderen. Die eigentlichen Hauptrollen aber haben nicht der Schneider (Berthold Höcht), auch nicht die beiden Wetterhexen „Blitz-Burgl“ (Johanna Thoma) beziehungsweise ihr strahlender Gegenpart „Sonnen-Res“ (Daniela Seidel) inne. Im Mittelpunkt stehen nämlich Regen, Donner, Sonnenschein und Hagelschauer.

Davon gibt es reichlich zu sehen und auch zu hören. Die Technik (Alexander Schön) muss es den ganzen Abend lang krachen, die Bühnenhandwerker müssen es regnen oder schneien lassen. Erst ist es "draußen" ungemütlich, dann lacht wieder die Sonne. Der Regenschirm wird auf-, gleich wieder zugespannt. Da kann man freilich durcheinander kommen.

Gleich dreimal im Jahr lädt der Fuchsmühler Traditionsverein, der sich das Auswendiglernen von „Textbüchern“ auf die Fahne geschrieben hat, zu seinen Aufführungen ein. Probenstart für das Herbststück "Malefiz - Donnerblitz" war bereits nach den großen Schulferien. Zusammen mit seiner Ehefrau Pamela, mit der er die Stücke auswählt, hatte sich Regisseur Wolfgang Lang an die alten LSG-Tugenden, klassisches „Volkstheater“ zu spielen, zurückerinnert. Das Publikum zeigte sich dafür dankbar. Das „Schneider- und Märchenstück“ gefiel. Trotz einer harten Geduldsprobe im fast ausverkauften Jugendheim. Schuld daran war die Bühnentechnik, die dem pünktlichen Aufführungsstart einen gehörigen Strich durch die Rechnung machte. Nur gut, dass die Laienspielgruppe mit den „Pechlatt’nfixner Dorfmusikanten“ einen musikalischen Partner an der Seite hatte.

Das Quartett überspielte – im wahrsten Sinne des Wortes – die unfreiwillige Pause. Mit seinen G'stanzln informierte Markus Böx über den Inhalt des Stückes. Manfred Beer und sein rühriges Team sorgten für die Brotzeit. Marina Beer und Christina Dostler hatten einfallsreich wieder die Tische dekoriert, damit aus dem Theaterbesuch ein bayerischer, humorvoller Abend werden konnte. Um die schönen Kostüme kümmerten sich Mirijam Drews und Pamela Lang. Die "Knoten", die im Text halt mal passieren können, löste Margitta Sandner in ihrem Souffleurkasten.

Das Wettermachen, das die „Blitz-Burgl“ und die „Sonnen-Res“ eigentlich meisterhaft beherrschen, ist nicht so mühelos, wie der Dorfschneider rasch feststellen muss. Die beiden ungleichen Schwestern haben ihr eigenes System ausgekartelt. Der Schneider, der sich die Pülverchen „ausgeliehen“ hat, aber halt nicht. Von den Spielregeln hat er zudem überhaupt keine Ahnung. Wie im „richtigen Leben“ darf natürlich auch die Liebe nicht fehlen, in die sich der Schneider genötigt sieht, sich einmischen zu müssen. Das Ende ist daher "kompliziert" und nur wenig vorhersehbar. Aber ist das nicht auch beim Wetter so? „Malefiz - Donnerblitz“ wird am Samstag, 10. November, um 19.30 Uhr wiederholt. Eintrittskarten dafür gibt es zum Preis von sieben Euro bei der Gemeindeverwaltung und bei der Raiffeisenbank in Fuchsmühl. An der Abendkasse kosten die Tickets einen Euro mehr.

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