10.06.2018 - 15:50 Uhr
Herzogöd bei FuchsmühlOberpfalz

Daheim unter Freunden und Fans

Michael Köllner, Trainer des 1. FC Nürnberg, liebt den Fußballsport, seinen Beruf und den Club. Beim Heimatbesuch im Fuchsmühler Ortsteil Herzogöd präsentiert er sich als echter Oberpfälzer und Steinwälder mit Leib und Seele.

Großer Empfang in Herzogöd, dem Heimatdorf des Club-Trainers. Der ganze Ort war auf den Beinen, als Michael Köllner (Mitte, links) kam.
von Werner RoblProfil

Dass man ihm in seinem Heimatdorf einmal einen großen Empfang bereiten würde, hätte sich Köllner, der seine ersten fußballerischen Gehversuche einst bei der Sportgemeinschaft Fuchsmühl machte, nicht träumen lassen. Und schon gar nicht, dass ausgerechnet er, ein Herzogöder, es sein würde, der den Club aus dem Frankenland nach langer Abstinenz endlich wieder zurück in die 1. Bundesliga holt. Am Samstag stattete Köllner seiner Familie und der Heimat, der er sehr verbunden sei, wie er betonte, einen Besuch ab.

(wro) Dass man ihm in seinem Heimatdorf einmal einen großen Empfang bereiten würde, hätte sich Köllner, der seine ersten fußballerischen Gehversuche einst bei der Sportgemeinschaft Fuchsmühl machte, nicht träumen lassen. Und schon gar nicht, dass ausgerechnet er, ein Herzogöder, es sein würde, der den Club aus dem Frankenland nach langer Abstinenz endlich wieder zurück in die 1. Bundesliga holt. Am Samstag stattete Köllner seiner Familie und der Heimat, der er sehr verbunden sei, wie er betonte, einen Besuch ab. Neben den privaten Stunden mit seiner Familie war es ihm auch ein großes Bedürfnis, den Fans ein Dankeschön für die Unterstützung auszusprechen und ihnen die Hände zu schütteln.
Bereits am Nachmittag war es der Dorfgemeinschaft ein großes Anliegen, ihrem Michael zum großen Erfolg zu gratulieren. Dass daraus ein großes Zusammentreffen im Café Heidi werden sollte, war absehbar. Der ganze Ort war auf den Beinen. Dorfsprecherin Alexandra Stöckert überbrachte ein "herzliches Grüß Gott daheim". Dem schloss sich auch die Jugend an, die dem Gruß ein eigens für den Anlass verfasstes Gedicht und einen Herzenswunsch hinzufügte. "Wir möchten Herzogöd als ,Einlaufkinder' bei einem Bundesligaspiel vertreten." Michael Köllner versprach's. Begleitet wurde er beim Empfang von seinen Eltern und Lebensgefährtin Petra. Bei Kaffee und Kuchen war dann erst mal Ausruhen angesagt, denn bereits um 17 Uhr stand ein weiterer Termin auf dem Programm, diesmal in der Wallfahrtskirche "Maria Hilf".

Besondere Predigt

Pater Joseph, ein erklärter großer Fan von Michael Köllner, hatte sich für den Gottesdienst eine besondere Predigt ausgedacht. Erfolge und Misserfolge, eine Mannschaft die einem Vorbild nacheifert, das kenne man doch, zitierte der Seelsorger Stellen aus der Heiligen Schrift. In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte er Jesus und seine Mannschaft, die Apostel und die Gläubigen. Dazu brauche es einen Lehrer: "Sonst wird das nichts", sagte der Pater und bezeichnete Jesus als Partner und Vorbild. Der Gottesdienst gestaltete der Kirchenchor, der am Ende die Bayernhymne intonierte.
Wenig später am Rathausplatz wurde Michael Köllner von Bürgermeister Wolfgang Braun, zahlreichen Fuchsmühlern und der Blasmusik aus Wiesau empfangen. Dem flotten Marsch folgte eine Zugabe, danach bat Braun zum offiziellen Empfang ins Rathausfoyer und zum Eintrag ins Goldene Buch. Zum Teil waren die Fans mit Fähnchen oder Transparenten mit Sprüchen wie "Michl, wir gratulieren dir" gekommen.

Sprach-Botschafter

"Ich möchte dir noch einmal zum Aufstiegserfolg, den du zusammen mit deiner Mannschaft erreicht hast, herzlich gratulieren", begrüßte Wolfgang Braun den Wahl-Nürnberger. "Durch deine Leistung hast du die Heimatgemeinde bekannt gemacht. Du bist für uns ein Markenzeichen geworden", so Braun weiter. Ein gewisses Maß an Wollen, Disziplin und Durchhaltevermögen habe zum Aufstieg verholfen. "Erfolg ist aber nicht das Wichtigste, man muss auch Mensch bleiben können", fuhr Braun fort. Köllner sei auch Botschafter der Oberpfälzer Sprache. Sie sei nicht mit anderen Dialekten vergleichbar. "Aber sie wird verstanden", meinte der Bürgermeister humorvoll.
Der Club-Trainer, der sich daheim, aber auch sonst des Dialektes bedient, antwortete in der gewohnten Steinwald-Sprache: "Ich wurde im Dorf erzogen. Gewollt oder ungewollt bin ich in den Häusern des Ortes ein- und ausgegangen." In seiner Jugend habe er viel Zeit mit Fußballspielen verbracht. In der SG Fuchsmühl habe er einige Vorbilder kennengelernt, bekannte der Herzogöder in Bezug auf im Ort immer noch bekannte Namen. "Ich bin froh darüber in einer kleinen Gemeinde aufgewachsen zu sein", bekannte er an anderer Stelle. "In einer Stadt hätte man mir wohl keinen Empfang mit Eintrag ins Goldene Buch bereitet." Michael Köllner versprach, so bleiben zu wollen, wie man ihn kenne. Er werde auch künftig ein Herzogöder sein. Und ausdrücklich versicherte der Club-Trainer: "Den Dialekt werde ich nicht ablegen."

 

„Das ich das noch erleben darf!“, sagt Michael Köllners Tante mit Tränen in den Augen, als sie ihm zum Erfolg gratuliert.

Pater Joseph (Mitte) ist ein großer Fan von Michael Köllner. Extra zum Besuch des Club-Trainers hatte er eine besondere Predigt vorbereitet.

Die musikalische Begrüßung hatte der Musikverein aus Wiesau übernommen, der dem Trainer ein Ständchen überbrachte.

Daheim unter Freunden fühlt sich der bekennende Oberpfälzer sehr wohl.

Blitzlichtgewitter beim Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde. Michael Köllner nahm sich viel Zeit dafür.

Ernst Tippmann (rechts) gratulierte Michael Köllner mit einem Heimatbuch im Namen des Naturparks Steinwald.

Gerne erfüllt der Club-Trainer die vielen Autogrammwünsche.

Nicht fehlen darf der Eintrag Michael Köllners ins Goldene Buch der Gemeinde, sehr zur Freude von Bürgermeister Wolfgang Braun.

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