Von Gärmersdorf hinaus in die Fußball-Welt

Christoph Hahn könnte man einen Fußball-Verrückten nennen: Welt- und Europameisterschaften sind seine große Leidenschaft. Der 46-jährige Groundhopper aus Gärmersdorf reist derzeit quer durch Russland.

Der Gärmersdorfer Christoph Hahn ist zur Zeit bei der WM in Russland
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Das Sightseeing bliebe zurzeit leider etwas auf der Strecke, sagt der Gärmersdorfer. Dabei locken russische Städte wie Jekaterinburg, Kasan, Moskau und St. Petersburg freilich besichtigt zu werden. Doch jeden Tag steigt Hahn mit einem Freund ins Flugzeug, um von Stadt zu Stadt zu kommen und Spiel für Spiel bei dieser Weltmeisterschaft zu erleben. "Fußball ist einfach eine geile Sache - auch wenn es nicht alles im Leben ist", sagt er. Schon mehr als 50 Länder hat der Oberpfälzer auf diese Weise bereist.

Oberpfalz-Medien erreichte den vielreisenden Oberpfälzer am Handy, als er auf seinen Anschlussflug nach Sotschi wartete. Das Sightseeing bliebe zurzeit leider etwas auf der Strecke, sagt der Gärmersdorfer dann. Dabei locken russische Städte wie Jekaterinburg, Kasan, Moskau und St. Petersburg besichtigt zu werden. Doch jeden Tag steigt Hahn mit einem Freund ins Flugzeug, um von Stadt zu Stadt zu kommen und Spiel für Spiel bei dieser Weltmeisterschaft zu erleben. "Fußball ist einfach eine geile Sache - auch wenn es nicht alles im Leben ist", sagt er. Schon mehr als 50 Länder hat der Oberpfälzer auf diese Weise bereist. "Du siehst sehr viel und lernst die unterschiedlichsten Menschen und Kulturen kennen."
Acht Partien hat Hahn bereits bei dem Turnier gesehen, auch die 0:1-Pleite des DFB-Teams gegen Mexiko, ebenfalls das Eröffnungsspiel der Russen gegen Saudi-Arabien. Er und sein Begleiter waren dabei, als Argentinien überraschend nur ein Remis gegen Island gelang und als die Albiceleste gegen Kroatien 0:3 unterlag. "Ein gutes Spiel mit einer aufgeladenen Stimmung im Stadion." Hahn mag die südamerikanischen Fans generell sehr: "Sie sind mit dem Herzen dabei. Fußball ist Bestandteil ihres Lebens. Wenn die im Stadion loslegen, ist da ordentlich Lärm drin." In den Städten sei das ähnlich: "Dort treten sie immer so farbenfroh auf und viele haben unfassbar kreative Kostüme an." Generell gebe es ein großes Miteinander. "Von Ärger habe ich bisher nichts mitbekommen."

Start 2006 bei WM

Angefangen mit dem Groundhopping hat Hahn bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Vier Wochen reiste er damals quer durch die Republik. "Da habe ich Blut geleckt. Irgendwann kommst du aus dieser Sucht nicht mehr raus", sagt er lachend. 2008 lernte er dann seinen derzeitigen Begleiter - natürlich - bei einem EM-Spiel kennen. Seither haben die beiden alle Turniere mitgenommen - bis auf die WM 2010 in Südafrika. Sogar beim Finalspiel 2014 in Brasilien war Hahn dabei. Für ihn und die Welt ein historischer Moment, als Deutschland Weltmeister wurde. "Natürlich ginge das Groundhopping nicht, wenn meine Frau zu Hause etwas dagegen hätte", erklärt er verschmitzt. Sie helfe sogar beim Kofferpacken. Nicht nur dafür ist der 46-Jährige ihr dankbar.
Ob es allerdings für die deutsche Mannschaft wie beim letzten Mal in Brasilien fürs Finale reicht, da hat auch Hahn mittlerweile seine Zweifel. "Vor dem Turnier habe ich mit Deutschland, Frankreich und Brasilien gerechnet. Jetzt könnte ich mir aber auch vorstellen, dass es Außenseiter wie Kroatien und Belgien weit bringen." Am Samstag will der Groundhopper in Sotschi sein, um die Daumen für das DFB-Team gegen Schweden zu drücken.

Mitfiebern für Deutschland

Wer dann genau ins Viertelfinale einzieht, das wird der 46-Jährige zu Hause erfahren. "Am Montag geht es wieder zurück." Die WM komplett durchzuziehen, wie andere Groundhopper, geht zeitlich und urlaubstechnisch für den Bankangestellten nicht. Erst wieder in der K.O.-Runde fliegt Hahn nach Russland. Da er für beide möglichen Viertelfinal-Begegnungen der Deutschen eine Eintrittskarte ergattert hat, liegt es nun nur noch an Jogis Jungs, ob Hahn die Elf noch einmal sieht. "Ich fieber natürlich immer für Deutschland mit."

 

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