Gast der Jahreshauptversammlung der Gailoher CSU war OB Michael Cerny. Er unterstrich die Bedeutung des CSU-Ortsverbands für den Stadtteil. Dort sei die CSU der einzige verbliebene Ansprechpartner unter den Parteien im Stadtrat. Anderen fehle der Blick dafür, dass man beispielsweise am Rosenplatz was machen müsse. Ralf Kuhn, der scheidende Vorsitzende, sieht in den Ortsverbänden ohnehin eine der tragenden Säulen der Kommunalpolitik. An ihn und seinen Stadtratskollegen Bernhard Schöppl seien ständig Kritik und Anregungen herangetragen worden. Es sei möglich gewesen, so Kuhn, Probleme der Bürger im Benehmen mit der Verwaltung zu lösen. Und der OB habe bei verzwickter Gemengelage immer bei der Lösung von Problemen mitgeholfen.
In der Versammlung kam auch gleich die Klage, dass der sehr hohe Gartenzaun am Kindergarten den Autofahrern die Sicht Richtung Haag nehme. Cerny will das Thema bei der nächsten Verkehrsschau behandeln. Kritisiert wurde der zunehmende Lärm in der Schießanlage Gailoh. Auch hier will Cerny am Ball bleiben. "Wenn wir schon die Bundeswehr in Amberg verloren haben, müssen wir nicht auch noch den Lärm für die ganze Oberpfalz aushalten", sagte er. Es kam auch die Anregung, den Fußweg links stadtauswärts ab Kindergarten zu verlängern.
Als Nachfolger für Kuhn, der nicht mehr kandidierte, bewarb sich der 18-jährige Jura-Student Tobias Konrad. Für die CSU und in die Junge Union engagiere er sich seit zwei Jahren, so sagte er. Als notwendige örtliche infrastrukturelle Maßnahme führte er die Aufwertung des Rosenplatzes an.
Cerny setzte sich als Gastredner mit dem Thema "Amberg auf der Suche nach dem eigenen Markenkern" auseinander. Events wie Hexennacht, die viele mit der CSU und dem Stadtmarketing verbinden würden, oder Luftnacht allein würden nicht das Image einer Stadt prägen, auch nicht eine von vielen Auswärtigen bewunderte historische Altstadt. Schmunzelnd stellte Cerny beiläufig fest, dass die Einheimischen Amberg als Einkaufsstadt schlechter beurteilten als beispielsweise die Neumarkter, wie Untersuchungen zeigten.
Zum positiven Erscheinungsbild der Stadt gehöre auch, dass man Amberg im Marketing als Standort hochkarätiger Firmen und Weltmarktführer darstelle. Der Wirtschaftsstandort Amberg werde noch nicht richtig eingeschätzt. Amberg, so Cerny, sei einer der stärksten Technologiestandorte in Bayern.
Bei der Vermarktung der Stadt müsse man Amberg auch als kulturelle Hochburg der Oberpfalz darstellen. "Hochkarätige Ausstellungen wie im ACC hat selbst Regensburg nicht zu bieten", so Cerny. Ein gewichtiges Werbeargument, hier eine Stelle anzutreten, sei auch die Nähe zu Nürnberg, in gut 30 Minuten erreichbar. "So lange brauchen sie auch, wenn sie in der Großstadt etwa ins Theater fahren", so Cerny. Er sagte dies aufgrund der Erkenntnis, dass meist die Familie von potenziellen Kandidaten die Entscheidung für einen Wohn- und Arbeitsortwechsel träfe. "Wir brauchen aber aufgrund unserer Altersstruktur in absehbarer Zeit dringend neue Fachkräfte, auch in der Pflege", sagte Cerny angesichts einer steigenden Zahl von Arbeitsplätzen.
Turnusgemäß galt es in der Jahreshauptversammlung langjährige Mitglieder zu ehren. 40 Jahre gehören der CSU Margit Stöcklmeier-Heinrich und Josef Lehmeier an, 30 Jahre Ralf Kuhn und Dietrich Mickan, 20 Jahre Bernhard Honig und Martin Bauer. Eine besondere Ehrung zum Abschied aus dem Ortsverband Gailoh erfuhr Christian Gunreben, der Jahrzehnte dem CSU-Vorstand angehörte, davon 18 Jahre als Vorsitzender. Er hat praktisch alle relevanten Ämter bekleidet, auch als Geschäftsführer und Wahlkampfmanager. Kuhn würdigte Gunrebens Loyalität und Zuverlässigkeit sowie seinen Arbeitsfleiß für die Partei.
Neuer Vorstand
Vorsitzender: Tobias Konrad
Stellvertreter: Ralf Kuhn
Bernhard Schöppl
Evi Bauer-König
Elisabeth Streher
Schriftführerin:
Margit Stöcklmeier-Heinrich
Kassiererin: Christina List
Beisitzer: Christina Heinrich
Werner Laurer
Matthias Birner
Johannes Hüttner
Werner Iberer
Revisoren: Josef Lehmeier
Bernhard Honig
Delegierte Kreisversammlung: Tobias Konrad, Ralf Kuhn, Bernhard Schöppl, Evi Bauer-König














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