21.03.2019 - 15:40 Uhr
Gaisthal bei SchönseeOberpfalz

Bei Verbissschäden geteilter Meinung

Der Jagdpächter sieht im Gebiet der Jagdgenossenschaft Gaisthal zu wenig Flächen, um die Waldverjüngung voranbringen zu können. Die Ansicht, dass die Verbissschäden durch Rehe noch tragbar sind, können nicht alle unterschreiben.

Die neugewählte Vorstandschaft der Jagdgenossenschaft Gaisthal. An der Spitze steht weiterhin Martin Biegerl (Dritter von links) als Jagdvorsteher.
von Ludwig HöcherlProfil

In seiner Rückschau auf das vergangene Jahr erinnerte Jagdvorsteher Martin Biegerl an erledigte Wegebaumaßnahmen. Wie die Jagdgenossenschaft in einer Mitteilung über die Versammlung schreibt, wurde der Weg in Rackenthal, die sogenannte "Prager Straße", mit einer Schotterschicht überzogen. Bei dieser Maßnahme seien durch Unterstützung von Anliegern nur Materialkosten angefallen. Weiter wurden an verschiedenen Wegen Hecken zurückgeschnitten.

Biegerl führte bei der Zusammenkunft weiter aus, dass zwischen dem Jagdpächter, den Jägern und den Landwirten eine gute Zusammenarbeit bestehe. Im neuen Verbissgutachten sei festgestellt, dass der Verbiss zwar erhöht, aber noch tragbar sei. Dazu erwähnte der Jagdvorsteher, dass in den vergangenen drei Jahren von den Jägern 109 Stück Rehwild erlegt wurden, weshalb er keinen Anlass für die Erhöhung der Abschusszahlen sehe. Sorge bereitet ihm die verstärkte Ausbreitung des Wolfes. Aktuell seien 1400 Tiere in Deutschland verzeichnet, die sich aber immer weiter vermehren. Neben den bekannten Problemen mit Wildschweinen, die sich häufig zu größeren Rotten zusammenfinden, sehe er daher weitere Erschwernisse auf die Landwirtschaft zukommen. Die Waldbegehung mit dem Förster und Jagdgenossen im Vorjahr sei informativ und lehrreich gewesen.

Einstimmige Ergebnisse gab es bei der turnusgemäßen Neuwahl der Vorstandschaft, bei der Martin Biegerl als Jagdvorsteher bestätigt wurde. Nach Meinung von Jagdpächter Mark Liebermann brächten verschiedenen Richtlinien beim Naturschutz Probleme für den Fischotter und den Wolf mit sich. Dachse gebe es immer mehr, Füchse würden durch die Staupe-Viruserkrankung dezimiert. Der Bestand an Hasen habe sich gut erholt und könne nun wieder bejagt werden. Beim Rehwild seien die Verbißschäden tragbar, der Abschussplan bei diesen Tieren wurde erfüllt.

Einen Wermutstropfen sieht Liebermann in der Waldbewirtschaftung, da oft nur wenig Verjüngungsfläche vorhanden sei. Reichlich Nahrungsangebot gebe es für die Wildschweine mit Bucheckern und Eicheln, auch deswegen sieht Liebermann größere Schäden durch die Schwarzkittel aufkommen. Im Gegensatz zum Pächter waren einige Jagdgenossen allerdings der Meinung, dass der Reh-Verbiss keineswegs tragbar sei. Außerdem seien in Teilen des Frauensteingebiets keine Verjüngungsflächen möglich. In einer regen Diskussion ging es um den Umbau des Waldes durch verstärkte Pflanzung von Tannen und Douglasien. Doch wie das praktisch umgesetzt werden soll, konnte sich von den Anwesenden derzeit niemand vorstellen. Denn selbst innerhalb von Umzäunungen würden die Bäume verbissen.

Ein besonderes Anliegen war Martin Biegerl, auf die im Schönseer Land geplante Waldkalkung hinzuweisen. Für diese Aktion gebe es von staatlicher Seite eine Förderung von 90 Prozent. Dazu zeigte er eine Kalkulation auf und informierte mit Bildern über die praktische Umsetzung mit einem Verblasegerät und durch den Hubschrauber. Für das Frauensteingebiet sei die Kalkung aus der Luft mit Sicherheit einfacher. Interessenten für die Waldkalkung, die den Waldboden stabilisiert und die Baumqualität steigert, sollten sich mit ihm oder Förster Michael Forster in Verbindung setzen.

Neuwahlen:

Jagdvorsteher Martin Biegerl, Stellvertreter Ludwig Reger; Beisitzer: Wolfgang Höcherl, Martin Winter; Kassier: Michael Schmuck; Schriftführer: Hans Sorgenfrei. Kassenprüfer: Stefan Biegerl, Michael Präßl. (mmj)

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