10.08.2021 - 11:10 Uhr
GebenbachOberpfalz

Gemeinderat billigt Konzept zur Gebenbacher Innenentwicklung

In Gebenbach stehen entlang der Bundesstraße 14 einige Hofstellen leer. Diese ungenutzten Anwesen nimmt eine Untersuchung der Innenentwicklung der Ortschaft besonders in den Blick. Die entsprechende Studie wird dem Gemeinderat vorgestellt.

Etwaige leerstehende Hofstellen beidseitig entlang der B 14 in Gebenbach sollen im Zuge der Innenentwicklung neu genutzt werden, eventuell sogar für Dienstleister, Handwerksbetriebe oder Wohnraum, grundsätzlich aber im Einvernehmen mit den Immobilieneigentümern.
von Autor GFProfil

Seit einigen Jahren befasst sich die Planungsgemeinschaft Urban Management System (ums-Stadtstrategien) aus Leipzig mit der Innenentwicklung von Gebenbach. Wie die Architektin Tanja Korzer bei der Sitzung des Gemeinderats informierte, seien dabei die genutzten und ungenutzten Hofstellen intensiv begutachtet worden. Kernpunkte des von ihr erarbeiteten Konzepts sind nach ihren Angaben der Erhalt und die Fortschreibung der typischen Ortsstruktur, eine Anpassung des Wohnangebots, Nahversorgung, Handwerk sowie Gastronomie und Beherbergung. Außerdem wurden auch Grün- und Freiräume, eine verbesserte Mobilitätsinfrastruktur, die Stärkung und Pflege der Gemeinschaft sowie eine nachhaltige Energie- und Wärmeversorgung beleuchtet.

Grundsätzlich wurde laut Tanja Korzer der Kontakt mit den jeweiligen Grundstückeigentümern gesucht, denen dabei auch mögliche Fördermittel für die Umsetzung des Konzepts aufgezeigt wurden. Geprüft werde die Aufstellung eines Bebauungsplans. In einer Machbarkeitsstudie werde die Nutzung des denkmalgeschützten Pfarrhofs untersucht, etwa für Vereinsräume, einen Seniorentreff, die Gemeindeverwaltung und als Wohnung des Pfarrers. "Auch ein moderner Anbau oder gar eine Freilichtbühne sind auf dem Gebenbacher Pfarrhofgelände im Gespräch", sagte Tanja Korzer. Sie kann sich auch vorstellen, dass das Nutzungskonzept für leerstehende Hofstellen über einen Architekten- oder Investorenwettbewerb erstellt werden kann. Um die Immobilienbesitzer in alle Maßnahmen einzubeziehen, könnte ein Eigentümerstammtisch initiiert werden, schlug sie vor. Überlegenswert sei auch eine kommunale Trägerstruktur, etwa eine Genossenschaft, um Pilotprojekte zu realisieren oder Gewerbe- und Dienstleistungsflächen zu vermarkten.

Der wirtschaftliche Strukturwandel in Gebenbach ist nach Meinung Korzers nur mit Nahversorgern, Stärkung des Handwerks und einer anspruchsvollen Gastronomie zu verwirklichen. Und auch ein Dorfladen dürfe nicht fehlen. Grundsätzlich bedürfe es eines durchdachten Fuß- und Radwegenetzes, eventuell unter Einbeziehung bestehender historischer Wegestrukturen, wie Kirchen- und Schulweg. Über ein Verkehrskonzept sollte das Stellplatzangebot verbessert werden, bei zunehmender E-Mobilität seien ausreichend Ladesäulen zwingend notwendig. Ein Bürgerbus und der Aufbau einer Mitfahrgelegenheit stünden auf der Agenda, ebenso eine Generationen- und Begegnungsstätte, die Stärkung der Vereinsarbeit sowie der Aufbau von Tagespflege und Kinderbetreuung.

Die nächsten Schritte sind nach Angaben der Stadtplanerin der Beschluss über das Innenentwicklungskonzept, die Ermittlung des Sanierungsbedarfs und die Ausweisung des Sanierungsgebiets, eine planrechtliche Festsetzung sowie schließlich die Umsetzung des Konzepts. "Der Mut der Gemeinde Gebenbach ist nicht alltäglich", betonte Markus Götz vom Amt für Ländliche Entwicklung. Seine Behörde sei mit der Förderung über die einfache Dorferneuerung oder bei privaten Einzelprojekten behilflich, um den vielfach vorhandenen Leerstand in Gebenbach zu beheben.

Ein schiefergraues Dach billigte der Gemeinderat Gebenbach bei seiner Sitzung für einen Neubau in Kainsricht, ebenso die Umnutzung von Keller- in Wohnräume in Gebenbach. Ein weiteres Bauvorhaben am Westrand von Gebenbach fand nicht das gemeindliche Einvernehmen. Johannes Kohl schlug für diesen Bereich die Erstellung eines Bebauungsplans vor, damit sich die Gemeinde die notwendigen Erschließungsflächen sichern könne. Cajetan Kredler meinte, die Gemeinde dürfe sich nicht durch eine Einzelmaßnahme die Planungshoheit nehmen lassen, daher sei der Bebauungsplan die sinnvollste Lösung. So einigte sich der Gemeinderat darauf, das gemeindliche Einvernehmen zu versagen. Die Antragsteller könnten einen Bebauungsplan abwarten oder eine Fläche auf einer nahegelegenen leerstehenden Hofstelle für ihr Vorhanden nutzen.

Der Gemeinderat genehmigte einen Vertrag für die fachliche Beratung mit dem Institut für Energietechnik IfE der OTH Amberg-Weiden. Für die Realisierung des Jugendtreffs im Pfarrhof erhält die KLJB Gebenbach weitere 5000 Euro, aber dieser und ein bereits bewilligter Zuschuss von 5000 Euro sind an die Gemeinde zurückzuerstatten, wenn die KLJB, wie geplant, aus dem AOVE-Regionalbudget 10 000 Euro erhält. Die DJK Gebenbach hat einen in die Jahre gekommenen und daher reparaturanfälligen Spindelmäher. Für den Kauf eines solchen gebrauchten Gerätes muss die DJK rund 25 000 Euro aufwenden, wofür der Gemeinderat einen Zuschuss von 5000 Euro bewilligte. Für den von der Stadt Hirschau nahe Träglhof geplanten Bau einer Photovoltaik-Anlage gibt die Gemeinde Gebenbach keine Stellungnahme ab, zur weiteren PV-Anlage bei Krickelsdorf liegen laut Bürgermeister Peter Dotzler der Gemeinde Gebenbach derzeit keine Pläne vor.

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Gebenbach
Zügig voran gehen die größtenteils von der KLJB Gebenbach in Eigenleistung erbrachten Umbaumaßnahmen im Pfarrhof. Denn um AOVE-Fördermittel zu erhalten, muss die Sanierung bis zum Herbst abgeschlossen sein.

"Der Mut der Gemeinde Gebenbach ist nicht alltäglich."

Markus Götz, Amt für Ländliche Entwicklung

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