01.10.2019 - 14:05 Uhr
GebenbachOberpfalz

Gemeinderat Gebenbach beschließt Revitalisierung des alten Pfarrhauses

Wenn die katholische Kirche den alten Pfarrhof in Gebenbach nicht dem Verfall preisgeben will, muss sie tief in die Tasche greifen. Über die Baumaßnahme und deren Kosten informierte der verantwortliche Planer Markus Rösch den Gemeinderat.

Wie es mit dem alten Pfarrhof in Gebenbach weitergeht, hängt vor allem davon ab, in welchem Ausmaß sich das Bistum Regensburg finanziell beteiligt. Denn die geschätzten Sanierungskosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro kann sich die Gemeinde Gebenbach alleine nicht leisten.
von Autor GFRProfil

Mitten in Gebenbach zwischen Kirche und Rathaus steht der alte Pfarrhof. Der Gemeinderat war sich in seiner Sitzung einig: Das Gebäude muss saniert werden, aber ohne einen finanziellen Beitrag der Kirche geht das nicht. "Wir müssen mit Gesamtkosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro rechnen", informnierte Bürgermeister Peter Dotzler. Etwa 1,3 Millionen Euro davon entfielen auf die Kommune. Bei entsprechender Fördergeldern verblieben für Gebenbach geschätzt noch 150 000 Euro, was der Gemeinderat auch akzeptieren wollte.

Im Kellergeschoss sind laut Planer Markus Rösch, der auch CSU-Gemeinderat ist, Heizung, Gebäudetechnik und Kellerräume geplant. Im Erdgeschoss sollen Besprechungszimmer, Archiv, Sanitäreinrichtungen sowie Jugend- und Kulturraum untergebracht werden. Im Obergeschoss sind Wohnräume für Pfarrer und Haushälterin sowie ein Gästezimmer mit Bad vorgesehen, das Dachgeschoss soll Lagerflächen aufnehmen. Ausschließlich kirchlich genutzt werden soll das Obergeschoss, was 36,3 Prozent der Gesamtfläche entspricht, daraus errechnet sich ein Kostenanteil der Kirche in Höhe von fast 800 000 Euro.

"Um gefördert zu werden, brauchen wir eine öffentliche Nutzung über mindestens zwölf Jahre", sagte der Bürgermeister. Nach seinen Angaben bittet die Kirche zu prüfen, ob die für die öffentliche Nutzung vorgesehenen Räume auch gleichzeitig kirchlich belegt werden dürfen. Dem stimmte der Gemeinderat auch grundsätzlich zu, allerdings sind die Nutzungsbedingungen seien in einer gesonderten Vereinbarung festzulegen.

Peter Dotzler informierte den Gemeinderat über die bei einer interkommunalen Gemeinderatssitzung der AOVE-Kommunen verabschiedete Erklärung zur Innenentwicklung mit dem Titel „Innen vor außen“. Damit sollen Flächen eingespart und innerorts dauerhaft lebenswerte Wohn- und Arbeitsstrukturen geschaffen werden. Denn in nahezu allen AOVE-Gemeinden gebe es leer stehende Hofstellen, Baulücken und Brachflächen. Nur mit lebendigen Ortskernen könnten Gemeinden als Wohnlage und Wirtschaftsstandort anziehend sein. Die AOVE werde einen Innenentwicklungs-Manager als Ansprechpartner aktivieren, kündigte Dotzler an, und Gebenbach habe zumindest schon einmal alle betroffenen Bürger informiert. Markus Rösch warf ein, dass die heutigen Pläne zur Innenentwicklung nichts Neues enthielten. „Den Leerstand in Gebenbach haben wir schon vor 20 Jahren festgestellt." Einig war sich der Gemeinderat, die auf AOVE-Ebene vorgegebene Richtschnur auch für Gebenbach anzuerkennen.

Mit einer einmaligen Gründungseinlage in Höhe von 1000 Euro beteiligt sich Gebenbach an der Stiftung „Lebenshilfe Amberg-Sulzbach“. Mit den Vorstellungen des Tierschutzvereins, die Fundtierpauschale für die Kommunen auf 2,10 Euro pro Einwohner anzuheben, zeigten sich die Gebenbacher Gemeinderäte nicht einverstanden, das gilt auch nicht für eine automatische Angleichung in den nächsten Jahren. Bürgermeister Peter Dotzler stellte fest, dass im Jahr 2018 in Gebenbach ein Hund und zwei Katzen als Fundtiere registriert worden seien, im Landkreis seien fast 500 Fundtiere gezählt worden. Das Tierheim plane, mit über zwei Millionen Euro einen neuen Hundestrakt zu errichten. Davon sollten die Kommunen 1,75 Millionen Euro tragen. Auf Gebenbach kämen in den nächsten drei Jahren etwa 12 000 Euro zu, also etwa zwölf Euro pro Einwohner. Letztlich billigten die Gemeinderäte eine Kooperation mit dem Tierschutzverein, aber mit einer Pauschale von 1,50 Euro pro Einwohner und keiner automatischen Anpassung nach Gutdünken des Tierheims.

Das Gremium zeigte sich mit den Plänen für die Errichtung eines Güllebehälters in Kainsricht einverstanden. Für die Umnutzung eines Mehrzweckraums zu einem Gruppenraum im Kindergarten in Gebenbach wird die Gemeindeverwaltung beim Landratsamt einen entsprechenden Antrag stellen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.