04.09.2019 - 14:06 Uhr
GebenbachOberpfalz

Seit über 70 Jahren auf dem Mausberg verewigt

Über 70 Jahre ist das jetzt her: Drei Mädchen ritzten ihre Initialen in einen Kastanienbaum. Dort kann man sie heute noch sehen. Auf dem Mausberg.

Eine Aufnahme aus der damaligen Zeit, als die drei jungen Frauen Hanne Lindner und Frieda Ehm (vorn) sowie Maria Lobenhofer (hinten) ihre Initialen in den Kastanienbaum ritzten.
von Autor SWOProfil

Der Krieg war noch nicht lange vorbei und das Freizeitangebot zur damaligen Zeit wohl überschaubar. Deshalb verbrachten die drei jungen Frauen Frieda Schöpf, Hanne Lindner und Maria Lobenhofer ihre freien Sonntage im Jahr 1946 mit Spaziergängen, die sie vorwiegend auf dem Mausberg führten. Dabei entstand auch die Idee, sich durch Einritzen der Initialen in einen Kastanienbaum neben der Kirche zu verewigen.

Auch nach mehr als 70 Jahren sind die Initialen der drei damals jungen Frauen FS, HL und ML noch gut in den Baum erkennbar. Auch die 19. Etwas Fantasie braucht man bei der Zahl 46 für das Jahr 1946

In geheimer Mission

So machten sich die drei ans Werk und schnitzten, über mehrere Sonntage verteilt, die Anfangsbuchstaben ihrer Namen mit einem einfachen Messer in den Baum. "Das war gar nicht so einfach", sagt Maria Piehler (geborene Lobenhofer) heute - eine der drei von damals. Da die jungen Damen das Ganze schon sehr nachhaltig gestalten und deshalb sehr tief in die Rinde einritzen wollten. Die war jedoch sehr hart. Und auch damals mussten die Mädchen schon aufpassen, nicht dabei erwischt zu werden.

Die 92-jährige Maria Piehler erinnert sich noch gern an das kleine Abenteuer aus ihrer Jugendzeit am Mausberg. Die bleibende Erinnerung daran, ihre Initialen und die ihrer beiden Freundinnen, sind dort heute noch zu sehen.

Der Baum hat's überlebt

Der Baum hat die ganze Aktion aber gut und unbeschadet überstanden. Vermutlich hatte er mit der Trockenheit der vergangenen Sommer mehr zu kämpfen als mit den Einkerbungen, die gut verwachsen sind. Die drei Frauen leben noch. 92 Jahre alt sind sie inzwischen. Frieda Schöpf blieb in Gebenbach, heiratete und nahm den Namen ihres Mannes, Ehm, an. Maria Lobenhofer übernahm den elterlichen Hof und heiratete Joseph Piehler. Hanne Lindner ging ihren Weg als Ordensschwester Marina bei den Schwestern von der Heiligen Familie in München. Die drei Mädchen handelten damals wohl sehr unbedacht. In diesem Fall ist es gutgegangen. Ansonsten sind solche Aktionen gerade in der heutigen Zeit des Klimawandels nicht nachahmenswert. Denn sie können Bäume durchaus nachhaltig schädigen. Und dann auch Sachbeschädigung sein.

Info:

Tag der Jugend

Der Donnerstag, 5. August, auf dem Mausberg gehört der Jugend. Das Thema lautet: "Im Glauben und in der Gemeinschaft wachsen". Um 9.30 Uhr findet eine Eucharistiefeier mit Pfarrvikar Christian Preitschaft statt. Zur ersten Schülermesse nach den Ferien sind Interessierte um 16 Uhr willkommen. Pfarrer Moses Gudapati aus Wutschdorf wird mit den junge Leuten feiern. Die Gitarrengruppe von Rita Butz übernimmt den musikalischen Teil.

Butz lädt dazu besonders auch alle früheren Mitspieler, die aus beruflichen oder persönlichen Gründen nicht mehr dabei sind, ein, wieder einmal die Gitarre in die Hand zu nehmen und mitzuspielen. Auch ihre ehemaligen Schüler sind willkommen Um 19 Uhr gestaltet die Katholische Landjugend aus Gebenbach ihren Gottesdienst, den, nicht wie im Programm angegeben, Pfarrvikar Christian Preitschaft, sondern Diözesandirektor Gerhard Pöpperl, Präfekt am Priesterseminar in Regensburg, zelebriert

Heimkehr zum Mausbergfest

Gebenbach
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