02.09.2019 - 11:49 Uhr
GebenbachOberpfalz

Vom Weinberg in Neuseeland zum Mausbergfest in Gebenbach

Gerda Schumann und ihre Söhne haben wohl die weiteste Anreise zum Mausbergfest: Sie kommen aus Neuseeland. Gerda hat eine besondere Beziehung zur Gebenbacher Kirche.

Gerda Schumann und ihre beiden Söhne Nico und Joachim (vorne) verbringen gerne einige Urlaubstage auf dem Mausberg, wo sie viele Freunde und Bekannte treffen, Ein Großteil hat sie schon in Neuseeland besucht, wie die Gäste im Bild hinten.
von Autor SWOProfil

Gerda Schumann ist eine gebürtige Gebenbacherin. 1987 verbrachte die gelernte Krankenschwester einige Monate Urlaub in Australien und Neuseeland. Wie es auch heute noch üblich ist, besserte sie ihre Urlaubskasse durch Arbeiten im Urlaubsland auf. Dabei half sie einem mutigen jungen Mann, der damals den Schritt in die Selbständigkeit wagte und einen Weinberg anlegte. Der Weinbau steckte damals in Neuseeland noch in den Kinderschuhen: Vieles musste bezüglich Sorten und Lagen erst ausprobiert und erarbeitet werden.

Ein Jahr später kam die Gebenbacherin zurück, um das Ergebnis ihrer Arbeit anzuschauen. Danach besuchte sie Neuseeland und auch den Weinberg immer wieder - so kamen sie und der junge Unternehmer Rob sich schließlich 1992 auch privat näher. Man tauschte die Adressen und pflegte regen Kontakt. 1995 brach sie dann die Zelte in ihrer alten Heimat komplett ab, heiratete ihren Rob und zog nach Neuseeland. Die Hochzeit fand natürlich auf dem Mausberg statt, in der Wallfahrtskirche, die Gerda Schumann von Kindesbeinen an, mit jedem Blick aus ihrem Zimmerfenster, sehen konnte.

Ein mutiger Schritt

Aus der Ehe sind inzwischen drei Kinder, zwei Jungen (Zwillinge) und ein Mädchen, hervorgegangen. Für Gerda war es ein einschneidender und mutiger Schritt: Sie hat nicht nur ihre Heimat verlassen, um Tausende von Kilometern entfernt zu leben, sondern als Krankenschwester auch nicht die geringste Ahnung vom Weinbau. Aber sie engagierte sich und eignete sich mit viel Ehrgeiz, Leidenschaft und Lernbereitschaft an, was sie für diese Arbeit können muss, an der sie noch heute viel Freude hat. Inzwischen umfasst das von der Familie bewirtschaftete Weingut etwa 100 Hektar.

Der Kontakt in die alte Heimat reißt dennoch nicht ab. So wie sie damals kommen auch heute viele junge Leute aus Gebenbach, dem Umfeld und dem Bekanntenkreis von Gerda, aber auch aus ganz Europa über "Work and Travel"-Programme nach Neuseeland und bessern sich im Weinberg die Urlaubskasse auf. Selbstverständlich hat die Familie auch professionelle Unterstützung. Zu ihren eigenen Trauben werden noch weitere hinzugekauft und in der eigenen Kelterei zu hochwertigen Weinen verarbeitet.

Auch die beiden Söhne Nico und Joachim arbeiten inzwischen mit und haben sich beim Studium in Europa weiteres Wissen angeeignet. Demnächst werden sie erneut in Frankreich Erfahrung und Know-how sammeln. Die Eichenfässer für die Weine werden übrigens ebenfalls in Europa, vorwiegend in Frankreich, eingekauft. Natürlich gibt es für bestimmte Arbeiten auch Maschinen, die einem die Arbeit erleichtern, aber vieles, vor allem die Feinarbeiten, sei im Weinbau nach wie vor Handarbeit, sagt Gerda.

Seit 2012, als die Kinder schon älter waren, nimmt sie sich jedes Jahr im neuseeländischen Winter, bei uns August und September, einige Wochen Auszeit und verbringt ihren Urlaub in der alten Heimat. Das Mausbergfest ist natürlich nur ein Grund, nach Hause zu kommen. Aber es passe halt auch von der Zeit her hervorragend, meint Gerda. Hier trifft sie viele alte Bekannte und kann Freundschaften pflegen.

Ein ganz besonderer Blick

Der Hauptgrund für den Besuch liegt aber darin, den Kontakt zu ihrer Mutter und ihren Freunden zu intensivieren. Der Mausberg ist ihr eine Herzensangelegenheit geblieben. Deshalb hat sie auch den Blick aus ihrem Zimmerfenster auf einem Bild festgehalten, das schon lange in ihrem Schlafzimmer in Neuseeland hängt und das sie immer in Verbindung zu ihrer Herkunft und zum Mausberg bleiben lässt.

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