Wenn die ersten Schneeflocken fallen, beginnt für Familie Kick in Gebenbach (Landkreis Amberg-Sulzbach) eine ganz besondere Zeit. Während andere den Schnee möglichst schnell wieder loswerden wollen, sieht die vierköpfige Familie darin die Grundlage für ihr gemeinsames Winterprojekt. Seit nunmehr acht Jahren baut Peter Kick mit seinen Kindern Marlene (5) und Raphael (8) im eigenen Garten Schneeskulpturen – eine Tradition, die aus einer spontanen Idee entstanden ist und inzwischen fest zum Familienalltag gehört.
Angefangen hat alles mit einem einfachen Schneemann. "Irgendwann war uns das zu öde und deswegen haben wir angefangen, Schneeskulpturen zu bauen", erklärt Kick. Jahr für Jahr wurden die Figuren größer, fantasievoller und detailreicher. Heute entstehen Tiere, Burgen und bekannte Fantasiefiguren. Die Ideen für die Skulpturen entstehen meist spontan und stammen oft von den Kindern. Manchmal holt sich die Familie auch Inspiration im Internet.
Nicht jeder Schnee eignet sich
Beim Bauen übernimmt die Familie verschiedene Aufgaben: Schnee wird geschaufelt, Formen werden modelliert und Details sorgfältig herausgearbeitet. Dabei lernen die Kinder, geduldig zu sein und kreativ zu denken. "Durch dieses Projekt hat sich gezeigt, dass die Kinder viel Kreativität haben", sagt Kick. "Ich finde es schön, den Kindern zu zeigen, dass man aus Schnee auch noch etwas anderes machen kann als einen einfachen Schneemann."
Für das Gelingen der Figuren ist vor allem die Konsistenz des "Baumaterials" entscheidend. Nicht jeder Schnee eignet sich automatisch für stabile Skulpturen. In diesem Jahr "gab es keinen richtigen Pappschnee", erklärt Kick. Um die Figuren dennoch haltbar zu machen, greift er zu einem einfachen Hausmittel: einem Gartenschlauch mit Sprühnebel-Aufsatz. Damit wird der Schnee vorsichtig mit Wasser angesprüht – er vereist leicht, wird dadurch kompakter und deutlich stabiler. Erst durch diese "Behandlung" behalten die Figuren ihre Form und können auch feinere Details tragen. Ohne das zusätzliche Wasser würden viele Skulpturen schnell in sich zusammenfallen.
Schneekunst braucht Zeit
Das Bauen der Schneefiguren ist kein Projekt für zwischendurch. Oft erstreckt sich das Formen über mehrere Tage. Je nach Größe und Komplexität der Skulpturen arbeitet die Familie früh bis spät daran – manchmal sogar bis in die Nacht hinein, sagt Kick.
Auch in diesem Winter hat sich die Familie wieder einiges vorgenommen. Zu sehen sind unter anderem der Schädel von "Castle Grayskull", der berühmten Festung aus der Zeichentrickserie "He-Man – im Tal der Macht". Als weiterer Blickfang dient eine "Dum-Dum-Moai"-Statue, angelehnt an die rätselhaften Steinskulpturen der Osterinsel. Ergänzt wird die Schneekunst von "Lapras", einem bekannten Pokémon aus der gleichnamigen Spiel- und Zeichentrickreihe, sowie durch die Star-Wars-Figur "AT-AT", einem Kampfläufer aus der bekannten Weltraum-Filmreihe.
Jede Skulptur ein Unikat
Die Motive wechseln jedes Jahr, doch eines bleibt gleich: Jede Skulptur ist ein Unikat. Die fertigen Kunstwerke bestehen meist nur wenige Tage oder Wochen. Sobald die Temperaturen steigen, beginnen sie zu schmelzen und verschwinden langsam wieder. Für die Familie ist das kein Grund zur Enttäuschung, sondern Teil des Erlebnisses. Die Tradition soll so lange bestehen bleiben, wie die Kinder Spaß daran haben, erzählt Kick.
So ist aus einer einfachen Winterbeschäftigung im Laufe der Jahre eine wertvolle Familientradition geworden. Die Schneeskulpturen sind mehr als nur Figuren aus Schnee – sie stehen für gemeinsame Zeit, Kreativität und Erinnerungen, die bleiben, auch wenn der Schnee längst geschmolzen ist.






















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