14.09.2020 - 15:24 Uhr
GebenbachOberpfalz

Weihbischof beendet Mausbergfest

Es war ein vollkommen anderes Mausbergfest in diesem Jahr. Gut angenommen wurde das kirchliche Angebot aber auch ohne Bierzelt und Bratwürste. Weihbischof Josef Graf predigte zum Abschluss der Festwoche und forderte zum Verzeihen auf.

Gottesdienst in Konzelebration mit Abstand. Pater Alfred Lindner, Weihbischof Josef Graf und Pfarrvikar Christian Preitschaft (von rechts) meistern die ungewohnte Situation. Einfacher wird es da schon, wenn die vier Ministranten (links) aus einer Familie kommen.
von Autor SWOProfil

Eine etwas andere Mausbergfestwoche ging am Sonntag zu Ende. Geschuldet war dies der Coronakrise. Doch auch diese ungewohnte Festwoche – fast ohne weltliches Angebot – wurde gut angenommen. Die Gottesdienste waren die ganze Woche hindurch sehr gut besucht und viele Wallfahrer äußerten sich positiv, dass zumindest ein kirchliches Programm geboten wurde. Den festlichen Abschluss bildete am Sonntag ein Pontifikalgottesdienst, der von Weihbischof Josef Graf, Pfarrvikar Christian Preitschaft und Salesianerpater Alfred Lindner zelebriert wurde. Beim Einzug in die Kirche segnete der Weihbischof stellvertretend für alle Anwesenden einige Kinder im Vorbeigehen.

Beim Einzug in die Kirche segnete der Weihbischof einige Kinder und erkundigte sich auch nach der Verletzung des Jungen.

Sichtlich stolz war Pfarrvikar Christian Preitschaft, dass der Weihbischofs trotz Corona als Festprediger zugesagt hatte. Und auch der zeigte sich erfreut darüber, wieder einmal mit Gläubigen auf einem Wallfahrtsberg Gottesdienst feiern zu können.

In seiner Predigt ging Josef Graf auf die Thematik ein, Gott nahe zu kommen. Viele würden das wohl in Zeiten von schwerer Krankheit, bei Schicksalsschlägen, aber auch bei großer Freude im Gebet versuchen. Jedoch sei hier ein wichtiger Aspekt, dass die Menschen sich auch untereinander nahe sind, sich vertragen und einander vergeben.

Wenn Jesus sagt, 77 Mal solle man vergeben, bedeute das: immer. Denn auch Gottes Barmherzigkeit sei grenzenlos. Auch in größter Aussichtslosigkeit wisse Gott einen Weg – auch dort, wo der Bischof oder die Kirche nicht mehr weiterhelfen können. Denn Gott habe Möglichkeiten, wo die Menschen keine mehr sehen.

Durch Vergebung könnten wir neue Menschen werden, die nicht so kleinlich seien wie der unbarmherzige Diener im Evangelium. Der nämlich bleibt hart gegenüber seinem Schuldner, obwohl ihm eine erdrückende Last an Schulden erlassen wurde. Durch Krankheit und Unfall würden Menschen oft ihr Leben als neu geschenkt sehen und erkennen, dass es mehr ist als Geld oder Besitz, predigte der Weihbischof. Wir müssten immer wieder die Kraft haben, über etwas hinwegzusehen, auch wenn es schwerfällt.

Der feierliche Gottesdienst wurde gesanglich und instrumental von Maria Birner an der Orgel und Angelika Schöpf mit der Querflöte einfühlsam und würdevoll mitgestaltet. Einige Frauen hatten auch wieder, wie es bei einem Bischofsbesuch auf dem Mausberg üblich ist, einen Blumenteppich vor dem Hauptportal der Kirche gelegt, auf den sich nicht einmal der Bischof zu treten traute.

Jedoch bleibt zu hoffen, dass im kommenden Jahr wieder eine Mausbergfestwoche in gewohnter Form gefeiert werden kann. Denn vermisst wurden die vielen Gespräche und Treffen nach den Gottesdiensten im Festzelt schon sehr schmerzlich – und das Bier und die Bratwürste ohnehin.

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Gebenbach
Souverän aber doch gefühlvoll gestalteten Maria Birner an der Orgel (links) und Angelika Schöpf mit der Querflöte den Pontifikalgottesdienst.
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