28.02.2020 - 11:03 Uhr
GeorgenbergOberpfalz

CSU Georgenberg: Marina Hirnet bereit für den Chefsessel im Rathaus

Führen, planen, organisieren, kümmern, animieren und bestärken: Die Spitzenkandidatin präsentiert in der ersten Wahlversammlung das umfangreiche Programm.

"Wege entstehen dadurch, dass man sie geht", zitierte Marina Hirnet den Schriftsteller Franz Kafka. "Und so möchte ich gerne den Weg gehen und das Bürgermeisteramt antreten."
von Josef PilfusekProfil

Oswald Hamann gab schon mal die Richtung vor, als er sagte: „Sechs Jahre ohne eine gute Bürgermeisterin sind sechs verlorene Jahre.“ Und daher appellierte der stellvertretende CSU-Vorsitzende in der ersten Wahlversammlung am Donnerstag im Gasthof Scheinkönig: „Wählen Sie Marina Hirnet zu Ihrer Bürgermeisterin!“

Hamann, der als Moderator durch den Abend führte, bezeichnete die Kandidatin für den Chefsessel im Rathaus unter anderem als „authentisch, ehrlich und kreativ“, die offen für Neues sei sowie eine eigene Meinung und zudem Rückgrat habe, um auch einmal „Nein“ zu sagen. „Wir sind überzeugt, mit Marina die richtige Kandidatin zu haben“, fasste er zusammen.

Für die 34-Jährige, die mit ihrer Familie inzwischen in Lösselmühle wohnt und nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert und dann Lehramt für Grundschule studiert hat, gilt: „Ein Bürgermeister ist gut, wenn er mit Menschen umgehen kann und das auch will.“ Schon allein an ihrer Berufswahl – Hirnet hat außerdem die Prüfung zur Speditionskauffrau bestanden – könne man erkennen, „dass es mir Spaß macht und mich auch tatsächlich erfüllt, mit Kindern und Erwachsenen zu arbeiten“. Dazu zählte sie auch Tätigkeiten wie Führen, Planen, Organisieren, Kümmern, aber auch Animieren und Bestärken.

„Ich bringe parteipolitische und kommunalpolitische Erfahrung mit, habe Führungsverantwortung durch Beruf und das elterliche Unternehmen“, beschrieb sich die Kandidatin. „Mein kompletter beruflicher Werdegang ist geprägt von einer selbstverantwortlichen, freien und kreativen Arbeitsweise.“ Und deshalb möchte sie die Herausforderung des Bürgermeisteramtes aus Überzeugung angehen sowie mit fähigen und talentierten Leuten an der Entwicklung der Gemeinde arbeiten.

Die Infrastruktur steht für Hirnet ganz oben, wobei sie etwa für der Erhaltung des über 50 Kilometer langen Straßennetzes Förderprogramme in Anspruch nehmen will. Dazu zählte sie auch den Ausbau von Staatsstraßen und freute sich, „dass unser Dranbleiben scheinbar gefruchtet hat, weil wahrscheinlich 2021 mit der Planungsphase der Staatsstraße Georgenberg-Neuenhammer begonnen werden kann“. Die Fertigstellung des weiteren Breitbandausbaus kündigte sie für 2023 an.

„Auch hier hat die Gemeinde keinen direkten Einfluss“, sagte sie zum Thema „Mobilfunk“. „Wer hat denn schon fünf Handys mit fünf verschiedenen Karten“, beschrieb sie dabei die aktuelle Situation, „dass unsere Gemeinde wohl offiziell keinen weißen Fleck hat. Das Ganze sehe ich als realitätsfremd an.“ Deshalb setzt sie auf die von Landrat Andreas Meier initiierte Kartierung. Nach der Fertigstellung des Gutachtens habe man dann Futter, um Druck auf die Mobilfunk-Anbieter auszuüben.

Stetig dranbleiben müsse die Kommune sowohl in Sachen Wasserver- als auch Abwasserentsorgung. „Schauen wir, wo vielleicht noch Einsparpotential ist“, sprach sie etwa interkommunale Lösungen an. Auch da möchte sie „die Bürger mitnehmen und informieren, wohin die Reise geht“. Als Aufwertung der Ortskerne bezeichnete sie die „Kleinen Dorferneuerungen“ und das Förderprogramm „Innen statt Außen“. Damit könnte das ehemalige Lehrerwohnhaus bei der Grundschule saniert werden.

Ganz wichtig hält die Kandidatin einen „modernen und lebendigen Internetauftritt“ mit den Bereichen „Rathaus online“ und „Öffentliches Leben“. Dabei sollen die Bürger sowohl über das aktuelle Geschehen informiert werden als auch gezielt Werbung, darunter für das Baugebiet „Sandfeld“ im ersten Vierteljahr der neuen Amtsperiode, erfolgen oder ein Veranstaltungskalender eingeführt werden. „Die politische Arbeit soll transparenter werden“, fand Hirnet, die sich dabei unter anderem zusätzliche Bürgerversammlungen vorstellen kann, zum Beispiel bei größeren Projekten. Dazu kommen soll einmal im Quartal oder Tertial ein Gemeindeflyer.

„Die Gemeinde hat eine Vorbildfunktion“, beschrieb sie den Klima- und Umweltschutz, als sie ankündigte, das Energiemanagement wieder aufleben zu lassen. Und in puncto „Erhalt der Eigenständigkeit“ setzt Hirnet auf interkommunale Zusammenarbeit, ob bei Personal, Geräten oder Spezialisierung von Arbeiten. Dazu gehören für sie auch die Integrierte Ländliche Entwicklung mit dem Zusammenschluss der Gemeinden im Naturparkland mit Projekten im Tourismus. Da freute sie sich schon auf die Einweihung des „Schönwerthpfads“ am 7. Juni. Aufgewertet werden soll auch das Freibad.

Zur Stärkung der Wirtschaft stellte sich Hirnet einen regelmäßigen Besuch der Betriebe vor. Unterstützen möchte sie außerdem Krabbelgruppe, Kindertagesstätte und Grundschule. „In dieser Richtung passiert bei uns schon viel“, beschrieb sie das Stichwort „Nachbarschaftshilfe“. Allerdings könne die Kommune hier nur Impulse geben. Nicht zuletzt betonte sie einen nachhaltigen Umgang mit den Finanzen. „Wir wollen so viel und so gut es geht Fördermittel nutzen; denn ohne diese sind unsere Gestaltungsmöglichkeiten stark eingeschränkt.“ Im Mittelpunkt der Versammlung standen auch die Gemeinderatskandidaten, die sich ausführlich vorstellten. Hirnet und Bürgermeister Johann Maurer bewerben sich für einen Sitz im Kreistag.

"Wege entstehen dadurch, dass man sie geht", zitierte Marina Hirnet den Schriftsteller Franz Kafka. "Und so möchte ich gerne den Weg gehen und das Bürgermeisteramt antreten."

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