20.03.2020 - 12:36 Uhr
GeorgenbergOberpfalz

Georgenberg rüstet sich für Stichwahl

Den Zusammenschluss der Freien Wähler mit der Bürgerliste Georgenberg mit der Unterstützung des BLG-Kandidaten Andreas Götz kann die CSU-Bewerberin Marina Hirnet nicht nachvollziehen.

Andreas Götz (Dritter von links) kann für die Stichwahl auf den unterlegenen Martin Scheibl (Dritter von rechts) zählen.
von Josef PilfusekProfil

Für die Freien Wähler steht in Bezug auf die Bürgermeister-Stichwahl am Sonntag, 29. März, fest: Wir unterstützen Andreas Götz, den Kandidaten der Bürgerliste Georgenberg (BLG). Der kommissarische Vorsitzende des FW-Ortsverbandes, Anton Hirnet, und der am 15. März unterlegene Bewerber Martin Scheibl sprechen im Rückblick zwar von einem ernüchternden Ergebnis, auch wegen der zwei verlorenen Sitze im Gemeinderat, bleiben aber dennoch bei ihrem Ziel, Verantwortung zu übernehmen.

„Mit einer vollständigen Wahlliste haben wir in mehreren 100 Stunden gemeinsam ein Wahlprogramm für die nächsten sechs Jahre erarbeitet“, heißt es im Rundschreiben an alle Haushalte. Dabei verweisen die Freien Wähler auch auf einen bisher einzigartigen Wahlkampf, einen breiten Zuspruch aus der Bevölkerung und die gestiegene Zahl der Mitglieder um fast 50 Prozent gegenüber vor einem halben Jahr. Umso mehr sei die Enttäuschung, dass es Scheibl nicht einmal in die Stichwahl geschafft habe, ausgefallen.

Und nachdem die Bürgerliste Georgenberg als einzige Gruppierung an die Freien Wähler mit der Frage „Wie machen wir weiter?“ herangetreten sei, habe die absolute Mehrheit der Gemeinderatskandidaten entschieden, dass es sinnvoll wäre, mit der BLG zu sprechen. Weiter heißt es: „Insbesondere die langjährigen Erfahrungen der Gemeinderäte und die Enttäuschung nach Jahren der Opposition sowie das machtpolitische Verhalten der CSU Georgenberg sprach dagegen, von unserer Seite an die CSU heranzutreten. Das Verhalten der CSU vor sechs Jahren, dem ‚Stimmenkönig‘ Martin Scheibl das Amt des zweiten Bürgermeisters zu verweigern, ist noch gut in Erinnerung.“

Durch eine Zusammenarbeit mit der Bürgerliste sehen die Freien Wähler unter anderem die Chance, lieber mitzuregieren als weiter Opposition zu spielen. Auch seien sie dann in der Position, Mehrheiten zu beschaffen und den Zielen Nachdruck zu verleihen, und gäben die Wahlkampfziele nicht auf. Und weil sie nahezu den gleichen Stimmenanteil verzeichnet hätten, kämen rechnerisch 56 Prozent zusammen. Zusammenfassend bitten die Freien Wähler um die Unterstützung von Andreas Götz, der sich darüber freut und der Stichwahl zuversichtlich entgegensieht.

Die Aussagen in dem inzwischen an die Haushalte verteilten Rundschreiben der Freien Wähler kann Marina Hirnet nicht nachvollziehen. „Ich bin wirklich überrascht über den kurzfristigen Zusammenschluss der Bürgerliste Georgenberg mit den Freien Wählern“, sagt die CSU-Bürgermeisterkandidatin zu Oberpfalz-Medien, auch im Hinblick auf die von beiden Gruppierungen angesprochene Mehrheit, sollte ihr Mitbewerber als Wahlsieger hervorgehen. „Beide haben doch noch im Wahlkampf übereinstimmend Parteienzwang und Mehrheiten angeprangert.“

Außerdem kann sie mit der Bezeichnung „Opposition“ nichts anfangen. „Der Gemeinderat ist ein Kommunalgremium, und da gibt es weder Regierung noch Opposition.“ Außerdem verweist sie auf die Wahl von Josef Woppmann als zweiter Bürgermeister in der konstituierenden Gemeinderatssitzung im Mai 2008. „Da ist er mit zwölf Ja-Stimmen, also auch mit Stimmen der Freien Wähler, fast einstimmig gewählt worden.“ Dass Woppmann deshalb vor sechs Jahren erneut für das Amt vorgeschlagen worden sei, sei nur logisch gewesen. „Er hat ja auch die entsprechende Erfahrung.“

Im Übrigen freut sich Hirnet, „dass die CSU dem ersten Wahlgang klar als stärkste Kraft hervorgegangen ist“. Deshalb sieht sich die Kandidatin im CSU-Wahlprogramm bestätigt, auch in Bezug auf die von Johann Maurer als Bürgermeister geleistete Arbeit. „Ich sehe das Ergebnis von 44,7 Prozent als klaren Auftrag, die Geschicke unserer Gemeinde weiter zu gestalten“, findet Hirnet und ergänzt: „Ich bin seit Jahren in der CSU auch über die Gemeindegrenzen hinaus aktiv, habe dadurch ein entsprechendes Netzwerk aufgebaut und bringe bereits kommunalpolitische Erfahrung durch den Sitz im Gemeinderat mit.“

Unterstützung erhält sie dabei von Landrat Andreas Meier, früher selbst Bürgermeister in seiner Heimatstadt Windischeschenbach, der sie als „hervorragende Kommunalpolitikerin“ bezeichnet ist sicher ist: „Marina ist ein großer Gewinn für die Gemeinde Georgenberg.“ Dabei unterstreicht er auch, „dass die CSU für eine dauerhafte und zuverlässige Politik steht, was gerade in der momentanen Krisensituation von enormer Bedeutung ist“.

Neben den bewährten Zielen, wie Straßensanierung, sieht Hirnet vor allem große Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich „Digitale Kommune“ mit stärkerem Service gegenüber den Bürgern der Gemeinde, weiterer Steigerung der Attraktivität, hauptsächlich bei jungen Familien. „Ich möchte als Bürgermeisterin nicht nur verwalten, sondern gestalten“, fasst sie zusammen.

"Marina ist ein Gewinn für die Gemeinde Georgenberg", beschreibt Landrat Andreas Meier die CSU-Bürgermeisterkandidatin. Das Bild entstand noch vor der Corona-Pandemie.

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