13.08.2020 - 19:15 Uhr
GeorgenbergOberpfalz

Georgenberger Haushalt ohne Kredite

Doppelte Premiere: Bürgermeisterin Marina Hirnet legt den ersten Etat ihrer noch jungen Dienstzeit vor, und auch für Kämmerer Thomas Stöhr ist es das erste Zahlenwerk für Georgenberg.

Das Haushaltsvolumen 2020
von Josef PilfusekProfil

Der Haushaltsplan 2020 ist unter Dach und Fach. Am Donnerstag hat der Gemeinderat den Etat mit einem Gesamtvolumen von 4 930 510 Euro verabschiedet. Dabei entfallen auf den Verwaltungshaushalt 2 775 245 Euro und auf den Vermögenshaushalt 1 479 764 Euro.

Keine Zustimmung gab es von Andreas Götz, Bernhard Götz und Achim Helgert von der Bürgerliste Georgenberg (BLG). Das galt auch für das Investitionsprogramm und den Finanzplan für die Jahre 2019 bis 2023. Unter anderem appellierte Helgert, die Personalkosten – diese sind mit 312 820 Euro angesetzt – verstärkt im Auge zu behalten.

Als die wichtigsten Einnahmen im Verwaltungshaushalt bezeichnete Kämmerer Thomas Stöhr von der Verwaltungsgemeinschaft Pleystein die Grundsteuern A und B mit 32 218 und 65 905 Euro, die Gewerbesteuer (78 500), die Beteiligung an der Einkommensteuer (624 800), die Schlüsselzuweisungen (763 444) oder den Straßenunterhaltungszuschuss (105 440). Als Hauptausgaben nannte er unter anderem die Schülerbeförderung (74 000 Euro), den Straßenunterhalt (50 000) oder die Umlagen an den Schulverband Pleystein (52 561), die Verwaltungsgemeinschaft (220 900) und den Landkreis (504 676).

Vieles dreht sich ums Wasser

Während sowohl bei der Kläranlage Neuenhammer als auch bei der Abwasseranlage Waldkirch seit Anfang dieses Jahres neue Beitrags- und Gebührensätze in Kraft sind, steht in puncto Wasserversorgung eine neue Kalkulation ins Haus. "Der vierjährige Kalkulationszeitraum endet am 31. Dezember 2020", sagte Stöhr und wies auch darauf hin, "dass der Bauhof als Hilfsbetrieb der Verwaltung kostendeckend veranschlagt ist und Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 270 801 Euro aufweist".

Ende einer 18-jährigen Ära

Georgenberg

Dass die Gemeinde in diesem Jahr und darüber hinaus viel vorhat, zeigt sich im Vermögenshaushalt. Das gilt etwa für Instandhaltungsmaßnahmen bei den Abwasseranlagen Neuenhammer (30 000 Euro für einen Steuerschrank und das Pumpensystem) und Waldkirch (20 000 Euro für die Herstellung von zwei Hausanschlüssen), 136 500 Euro für die Erneuerung von Wasserleitungen inklusive Fernwirktechnik und Planungskosten, 55 000 Euro in Sachen Digitalfunk für die Feuerwehren, 13 000 Euro für den Kauf einer Tragkraftspritze für die Feuerwehr Waldkirch, 20 650 Euro für Schutzausrüstung für die Feuerwehren oder 120 000 Euro für den Neubau des Gerätehauses der Feuerwehr Brünst.

Für den Sagen- und Märchenpfad "Auf Schönwerths Spuren" sind Ausgaben von 58 501 Euro und 95 500 Euro Einnahmen vorgesehen. Die Erschließung des Baugebiets "Sandfeld" ist mit 157 000 Euro festgesetzt. 100 000 Euro erwartet die Gemeinde durch Beiträge.

Schuldenstand schrumpft

Dass es auch in diesem Jahr bei Projekten im Straßenbau weitergeht, unterstrich der Kämmerer mit den im Etat enthaltenen 265 202 Euro Restzahlung für den Ausbau der Verbindungsstraße Georgenberg - Neukirchen zu St. Christoph - dazu gibt es 231 000 Euro als Zuwendung - sowie mit den Ortsstraßen in Neukirchen zu St. Christoph (36 663) und Hammermühle (14 081), ferner mit dem Mühlweg (7177), der Alten Königsstraße (43 759), der Schweizerhof-Stichstraße (23 981) und einem Flurbereinigungsweg (39 400). Eingeplant sind auch 26 000 Euro für die Erweiterung der Beleuchtung an der Straße von Georgenberg nach Neukirchen zu St. Christoph und 14 000 Euro für die LED-Umrüstung.

Die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt bezifferte Stöhr auf 370 573 Euro und sagte: "Damit erreicht die Gemeinde wie in den zurückliegenden Jahren seit 2013 die Mindestzuführung." Außerdem freute er sich zu seinem erstmals für Georgenberg erstellten Zahlenwerk, "dass keine Kreditaufnahme erforderlich ist". Daher dürfte der Schuldenstand von 1 944 936,91 Euro (31. Dezember 2019) zum Ende dieses Jahres auf 1 826 835,57 Euro zurückgehen.

Zusammenfassend fand er, dass sich die Leistungsfähigkeit der Gemeinde zwar stabilisiert habe, aber weiterhin als gefährdet einzustufen sei. "Sie befindet sich nach wie vor in einer schwierigen Lage, so dass vor allem die Investitionen auch in den nächsten Jahren genau geprüft und gut abgewogen werden müssen." Allerdings seien auch zahlreiche Pflichtaufgaben, etwa im Bereich des Feuerwehrwesens oder bei der Instandsetzung des Straßennetzes zu erfüllen.

Die Entwicklung der Schulden
Die Entwicklung der Zuführungen vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt
Haushaltsvolumen

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.