17.10.2021 - 12:25 Uhr
GeorgenbergOberpfalz

Kirchweih im Grenzland früher zum Teil lange hinausgezogen

Kuchen und Kücheln dürfen und durften zur Kirchweih nicht fehlen.
von Josef PilfusekProfil

Covid-19 macht Tanzveranstaltungen zur Kirchweih einen Strich durch die Rechnung. Zeit zur Erinnerung also. Beim Blick in die Chronik des Oberpfälzer Waldvereins reicht sie auf das Kirchweihfest der früheren Ortschaft Neulosimthal in der jetzigen Tschechischen Republik zurück.

Das weithin bekannte Annafest hatte im längst nicht mehr existierenden Ort auch viele Besucher aus dem Oberpfälzer Grenzland angezogen. Während aufdem Kirchplatz Karusselle und Schaukeln für Unterhaltung sorgten, mitunter sogar ein Zirkus oder ein Kasperltheater, spielten in den Gaststätten Kapellen zum Tanz auf.

Im Oktober zur Landkirchweih, im Gebiet um das damalige Böhmisch-Waldheim auch „Seifen- oder Egerländer Kirchweih“ genannt, feierten die Leute ebenfalls recht ausgiebig. Allerdings liefen die Festtage nach einem recht strengen Ritual ab.

Der Freitag stand ganz im Zeichen des Backens von Kuchen. Und am Samstag ging es, nachdem alles gescheuert und saubergemacht worden war, ans Backen von Kücheln und Krapfen. „Nicht selten wurde dabei ein Zentner Mehl verbraucht“, heißt es in der Chronik. „Und daraus entstanden 100 bis 150 Kuchen und eine nicht genannte Anzahl von Kücheln und Krapfen.“

Die Tanzveranstaltungen setzten im Gegensatz zur heutigen Zeit erst am Sonntag ein. Während der Montag der Dorfjugend vorbehalten war, die festlich gekleidet ab 14 Uhr tanzte, hatten am Dienstag die Verheirateten das Vorrecht. Da es keine Polizeistunde gab, zogen die Erwachsenen den Abschluss der Kirchweih zum Teil ganz schön hinaus. Das war nicht selten sogar bis zum nächsten Sonntag, dem Tag der Nachkirchweih, der Fall.

 

 

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