26.10.2020 - 12:33 Uhr
GeorgenbergOberpfalz

Das kommt einem spanisch vor: Musikalischer Hochgenuss in Georgenberg

Melanie Häckel begeistert beim Konzert mit sephardischen Liedern und spanischen Volksliedern. Um eine Zugabe kommt die Gitarristin und Sängerin nicht herum.

Melanie Häckels Auftritt kommt beim Publikum glänzend an.
von Josef PilfusekProfil

Trotz des laut Susanne Schieder „kleinen, aber vertrauten Rahmens“ ist der Liederabend am Samstag im Kultursalon des Rathauses zu einem Erlebnis geworden. Da machte es den 17 Zuhörern auch nichts aus, während der Veranstaltung eine Maske zu tragen.

„Die Lieder der sephardischen jüdischen Tradition reichen mehr als ein Jahrtausend zurück ins mittelalterliche Spanien“, kündigte Melanie Häckel an. Dabei sprach die in Mantel lebende Diplom-Musikpädagogin, der neben akustischer Gitarrenmusik unterschiedlicher Stilrichtungen besonders die Kammermusik für Gitarre und Gesang am Herzen liegen, von einer riesigen Sammlung an Liedern, die seit Jahrhunderten mündlich überliefert wurden.

Demnach hatten die Sepharden – eine Gemeinschaft von Juden, die unter islamischer Herrschaft auf der iberischen Halbinsel lebten – ihre Blütezeit bis zur Vertreibung aus Spanien im Jahr 1492, und bald darauf auch in Portugal. „Sie nahmen ihre kulturellen Traditionen und ihre Musik mit ins Exil nach Marokko, Italien und die Türkei.“

Dort vermischte sich auch die Musik mit örtlichen Traditionen. Das zeigten unter anderem die drei Liebeslieder „Adios Querida“, „A la una yo Naci“ und „Los Bibilicos“.

„Eliah, komm und erlöse uns“, übersetzte sie das religiöse Lied „Eli Eliyahu“ und zeigte bei „Fel Sharah“ und „Montanas altas“ die Vermischung von Sprachen, darunter Englisch und Französisch.

Spanische Volkslieder präsentierte Häckel, die sich sowohl als virtuose Gitarristin als auch hervorragende Sängerin präsentierte, mit „Anda, jaleo“, dem Wiegenlied „Nana de Sevillanas“ und „Los pelegrintinos“, bei dem ein Pilgerpaar den Papst um den Segen bittet.

Von einer „witzigen Liebeserklärung“ sprach sie bei „Los cuatro muleros“ (Die vier Maultiertreiber), bevor „Las tres hojas“, „Las morillas de Jaén“, „La tarara“ und der Volkstanz „Zorongo“ mit der bekannten andalusischen Kadenz folgten. Vom Flamenco beeinflusst bezeichnete sie „Sevillanas“ aus dem 18. Jahrhundert und ließ „Es vito“ folgen.

Von einem „wunderschönen Abend“ sprach am Ende Susanne Schieder.

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