01.02.2021 - 14:45 Uhr
GleiritschOberpfalz

Im Baugebiet besonderer Schutz für Wasser und Boden

Die Bebauungsplanung für das Baugebiet „Am Steinbruch“ tritt in eine entscheidende Phase. Nach der Auslegung der Ergänzungssatzung werden die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange im Gemeinderat behandelt.

Die Ergänzungssatzung zum Baugebiet "Am Steinbruch" ist in trockenen Tüchern. Jetzt kann es an die Erschließung gehen.
von Richard BraunProfil

Im neuen Baugebiet „Am Steinbruch“ entstehen sieben Parzellen in bester Lage. Dieses Angebot an alle Bauinteressenten soll die positive Entwicklung der Gemeinde nachhaltig beeinflussen. Zuvor müssen die Grundstücke jedoch auch rechtlich als Baugrundstücke ausgewiesen werden.

Dazu ist eine Ergänzungssatzung notwendig. Mit der Einbeziehungssatzung wird die planungsrechtliche Situation der unbebauten Fläche neu geregelt. Die Grundstücke sind dann als Baugrundstücke zu bewerten und können unter Beachtung der bestehenden Regelwerke bebaut werden. Die Gemeinde umgeht damit ein kompliziertes und kostenträchtiges Bebauungsplanverfahren.

Stellungnahmen abgewogen

Der vom Landschaftsarchitekturbüro Lösch erarbeitete Entwurf für die Einbeziehungssatzung „Am Steinbruch“ lag im November und Dezember des vergangenen Jahres öffentlich aus. Die eingegangenen Stellungsnahmen von den Trägern öffentlicher Belange wurden in der jüngsten Sitzung vom Gemeinderat behandelt und eine entsprechende Abwägung vorgenommen. Die Deutsche Telekom befürchtet, dass die bestehenden Anlagen nicht ausreichen, um die zusätzlichen Gebäude an das Netz anzuschließen. Es kann deshalb sein, dass bestehende Straßen wieder aufgerissen werden müssen. In diesem Fall sichert die Gemeinde der Telekom die ungehinderte und kostenfreie Nutzung der künftigen Wege im Erschließungsgebiet zu.

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Gleiritsch

In der Stellungnahme des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird die Nähe der oberen Baugrundstücke zum angrenzenden Wald bemängelt. Diese Grundstücke liegen im Fallbereich der Bäume. Das AELF empfiehlt daher der Gemeinde den Ankauf des angrenzenden Flurstückes und das Fällen des Fichtenbestandes. Keine Einwände gegen die Planung hat die Bayernwerk Netz GmbH. Künftige Erschließungsmaßnahmen müssen dem Unternehmen jedoch frühzeitig mitgeteilt werden.

Zisternen statt Brunnen

Eine ausführliche Stellungnahme lag vom Wasserwirtschaftsamt Weiden vor. Darin wird auf den vorsorgenden Boden- und Gewässerschutz größter Wert gelegt. Bürgermeister Josef Pretzl wies darauf hin, dass es sich hierbei größtenteils um Empfehlungen handelt. Wegen des Klimawandels mit langen Trockenperioden wird im Bereich des Wasserwirtschaftsamtes eine stark steigende Tendenz zur Errichtung von Brunnen festgestellt. Dies wirkt sich in Trockenzeiten nachteilig auf die Grundwasserbildung aus. Aus wasserwirtschaftlicher Sicht ist das Speichern von Niederschlägen in möglichst großen Behältern, Zisternen, Gruben oder Speicherteichen dem Brunnenbau vorzuziehen. Ein großes Augenmerk des WWA gilt dem vorsorgenden Bodenschutz. Mutterboden ist im nutzbaren Zustand zu erhalten und vor Vergeudung zu schützen. Dazu sind in der Ergänzungssatzung eine lange Reihe von Hinweisen aufgenommen, die es zu beachten gilt.

Investition in die Zukunft

Die Abwasserentsorgung ist ein weiterer Ansatzpunkt der Behörde. Für die Niederschlagwasserableitung ist eine dezentrale oder zentrale Versickerung anzustreben. In Gleiritsch kommt das Mischwassersystem zum Einsatz, das bei Niederschlägen zu viel Fremdwasser zur Kläranlage leitet. Aus den Reihen des Gemeinderates kam daher der Vorschlag, zumindest im neuen Baugebiet ein Trennwassersystem zu installieren. Dies bringt zwar momentan keine Entlastung, wäre aber eine Investition in die Zukunft.

Aus den Reihen der Zuhörer gab Gerhard Babl den Hinweis, dass durch das neue Baugebiet eine alte, aber noch intakte Wasserleitung verlegt ist, deren Lage genau in einem Plan festgehalten ist. Diesen Plan wolle er der Gemeinde zur Verfügung stellen, damit bei den Erschließungsarbeiten die Leitung nicht beschädigt wird. Die vorliegende Ergänzungssatzung zum Baugebiet „Am Steinbruch“ wurde durch den Gemeinderat mit einigen Abänderungen einstimmig verabschiedet.

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