19.02.2019 - 13:53 Uhr
GleiritschOberpfalz

"Volle Pulle" mit viel Politik

Spektakuläre Bauwerke und strengstes Stillschweigen prägen momentan die Ortschaft Gleiritsch. Doch so gut wie nichts soll durchsickern bis zum Faschingszug am Samstag, 2. März. Nur ein paar Details entgehen der Geheimhaltung.

Die Vorbereitungen für den Gleiritscher Faschingszug (hier ein Bild aus dem Vorjahr) laufen bereits seit Dezember, und heuer soll es "volle Pulle" politisch werden.
von Monika Bugl Kontakt Profil

"Es wird ziemlich politisch", verrät der Gleiritscher Bürgermeister Hubert Zwack, bei dem alljährlich die Fäden für die Koordination der Gleiritscher Gruppen und Vereine zusammenlaufen. Läutet der Gaudiwurm damit eine Kehrtwende ein, nachdem im vergangenen Oberpfalz-Medien den Schwerpunkt eher im Unpolitischen sahen?

"Politik nicht erwähnenswert", hatte damals die Überschrift gelautet. Ganz extrem politisch dürfte es heuer aber nicht werden - und richtig ernst geht es im Fasching ohnehin nicht zur Sache. Laut Zwack bekommt auch die leichte Unterhaltung bei "Volle Pulle Gleiritsch" ihr Fett weg: Eine Fernsehserie steht ebenfalls im Zentrum des närrischen Treibens. Mehr ist dem Bürgermeister aber partout nicht zu entlocken. Überhaupt ist der Koordinator zu strengster Geheimhaltung verpflichtet und selbst nur insofern informiert, als es Überschneidungen bei den Themenbereichen zu vermeiden gilt.

"Doppelungen sind bisher aber eigentlich nicht vorgekommen", sinniert der Bürgermeister und mutmaßt, dass es vielleicht doch ein paar interne undichte Stellen im Ort gibt. Er geht auf jeden Fall davon aus, dass in Garagen und Scheunen spektakuläre Bauwerke entstehen, gut verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit.

Breit aufgestellt war der Faschingszug jedenfalls im vergangenen Jahr. Eine Gruppe wohlgenährter "Hühner" hatte damals den Ort erobert, der Gemeindeschlepper seine Abschiedstour absolviert, und eine stumme Orgel hatte ihn begleitet. "Lieber Unkraut im Spinat als Glyphosat", hatten die Maskierten schon im Vorjahr als Parole ausgegeben und außerdem eine "Tafel" auf Rädern präsentiert.

Rückkehr der Bienen?

Und schon lange vor Start des Volksbegehrens "Rettet die Bienen", waren "Biene Maja", ihr Kumpel Willi und weitere Artgenossen beim Faschingszug ausgeschwärmt. Eine Thema, das sich heuer fürs Recycling anbietet? "Könnte möglich sein", gibt sich der Bürgermeister bedeckt. Dass den Gleiritschern einmal die Ideen für den Faschingszug ausgehen, diese Befürchtung hegt er nicht.

Aus kleinen Anfängen

Von "Faschingsmüdigkeit" sei derzeit nichts zu spüren. "Die einzelnen Gruppierungen sind ja schon seit Dezember am Überlegen und Basteln", weiß das Gemeindeoberhaupt und erinnert an die kleinen Anfänge des Gaudiwurms. "Irgendwie ist das immer mehr geworden", stellt er fest. So ging es schon ganz schön eng zu im vergangenen Jahr bei insgesamt rund 30 beteiligten Gruppen. Für den inzwischen 14. Faschingszug gibt es bislang zehn feste Anmeldungen von auswärts, "aber manche Gruppen machen auch kurzfristig noch mit".

Verlass ist auf die örtlichen Vereine, die vor Ideen nur so sprudeln und wie die DJK Gleiritsch gleich zwei Gruppen stellen. Feuerwehr, und Eisstockverein, aber auch die Landjugend sind auf jeden Fall mit von der Partie. Dazu kommt noch zu mancher Freundeskreis, der gemeinsam ein Motto auf die Beine stellt. Und in welchem Kostüm steckt das Gemeindeoberhaupt? Bürgermeister Hubert Zwack kennt als Geheimnisträger in eigener Sache kein Pardon: "Das verrate ich auch nicht."

Info:

Finale im Partyzelt

Der Gleiritscher Gaudiwurm formiert sich am Samstag, 2. März, um 13 Uhr vor dem Gasthaus Liebl und nimmt um 14 Uhr Kurs auf die Ortsmitte. Er bewegt sich an der Kirche vorbei und dann über "Am Vogelherd" und die Zeinrieder Straße Richtung Bauhof, wo ein Partyzelt aufgestellt ist und sich alle Maskierten noch bis Mitternacht austoben können. Gruppen, die sich noch an dem Faschingszug beteiligen wollen, können sich unter Telefon 09655/1541 anmelden.

Mit rund 30 Gruppen war der Gleiritscher Faschingszug im vergangenen Jahr rekordverdächtig. Auch die 14. Auflage verspricht eine satte Portion humorvoll servierter Themen.
Flotte Bienen waren schon im vergangenen Jahr beim Faschingszug in Gleiritsch unterwegs.
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