Gleiritsch
30.08.2018 - 15:59 Uhr

Wiedersehen am Lagerfeuer

Ein ruhiges Tal, ein kleiner Badeweiher und moderate Gebühren: Das macht die kleine Gemeinde Gleiritsch für Camper attraktiv. Inzwischen gibt es viele Stammkunden, aber auch eine Kaution muss sein.

Vor allem im Juli und in den ersten Augustwochen reiht sich am Weiher im Gleiritscher Ortsteil Kroau Zelt an Zelt. Viele Gruppen sind diesem kommunalen Campingplatz true und kommen jedes Jahr wieder. Bild: bl
Vor allem im Juli und in den ersten Augustwochen reiht sich am Weiher im Gleiritscher Ortsteil Kroau Zelt an Zelt. Viele Gruppen sind diesem kommunalen Campingplatz true und kommen jedes Jahr wieder.

(bl) Auf der Wiese rund um den See gibt es keine Schranke, von streng abgezirkelten Plätzen mit individueller Steckdose keine Spur, und als Swimmingpool dient ein natürlicher kleiner See. Nur hin und wieder parkt ein Campingbus, Wohnmobil oder Wohnwagen zwischen großen und kleinen Zelten. Camping bedeutet hier noch: viel Zeit unterm Sternenzelt und ein richtiges Lagerfeuer. Das bringt treue Gäste, die jedes Jahr wiederkommen. Doch ganz ohne Regeln klappt es nicht.

"Die ersten Gäste waren eigentlich schon da, bevor das Sanitärgebäude errichtet wurde", erinnert sich Bürgermeister Hubert Zwack. Seit rund 20 Jahren pflegen die Gleiritscher Kontakt zu einer befreundeten Gemeinde in Auhausen. Die Auhausener richten sich dann auch jedes Jahr auf ihrem Stammplatz am Weiher ein. Ebenfalls schon recht lange kommen die Ministranten aus Pfreimd mit meist über 100 Teilnehmern. Über mehrere Jahre hinweg war das Areal in Gleiritsch auch Anlaufstation für Oldtimer: bei einem "Käfer-Treffen", dem sogenannten "Bugnic" der Aircooled Connection Oberpfalz. Diese Veranstaltung gibt es inzwischen nicht mehr, aber die Fans von Käfer und "Bulli" sind dem Campingplatz trotzdem treu geblieben und haben sich hier eingebucht.

"Auch bei vielen Schulklassen ist der Platz sehr beliebt", sagt der Bürgermeister. Warum das so ist, daraus macht er kein Geheimnis. "Im Prinzip gefällt den Campern die ganze Anlage, es gibt ein warme Dusche, eine Badegelegenheit, und sogar eine Küche", informiert Zwack. "Wer's ländlich mag, ist bei uns gut aufgehoben." Los geht die Saison meist so im Mai, wenn die Pfingstferien anstehen, im September ist der Rummel dann zu Ende. "Es waren Jahren dabei, da war der Platz so voll, dass die Leute aus dem Ort kaum noch an den Weiher kamen", berichtet der Rathauschef. Das war der Grund, warum nun ein Areal immer für örtliche Badegäste freigehalten wird. Ansonsten können sich die Camper über die Homepage der Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach einloggen, wo der Lageplan ebenso einzusehen ist wie die Zeltplatzordnung.

15 Jahren Campingplatz, das war für die Gemeinde aber auch ein Lernprozess. "Nach diversen Erfahrungen verlangen wir eine Kaution in Höhe von 100 Euro", informiert Michaela Rettinger von der Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach. Außerdem, so der Bürgermeister, wird Protokoll geführt: Bei der Einweisung der neuen Gäste, nehmen die Gemeindemitarbeiter mit ihnen den Platz unter die Lupe - und auch beim Abschied.

Reich wird die Gemeinde beim Standardpreis von drei Euro pro Person und Tag allerdings nicht durch den Betrieb des Campingplatzes. Der erfordert ja auch viel Pflege, meint VG-Mitarbeiterin Rettinger. Nicht zuletzt ist auch Kontrolle angesagt. Nicht selten tummeln sich "illegale Camper" am Weiher, denen drei Euro am Tag noch zu viel sind.

Info:

Informationen zum Campingplatz in Gleiritsch den Buchungsmöglichkeiten und ein Lageplan finden sich auf der Homepage der Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach. Bei bis zu sieben Tagen Aufenthalt kostet das Campen pro Person und Tag drei Euro, bei Gruppen gibt es einen Sonderpreis, maximal werden 800 Euro fällig. Dazu kommen die Stromkosten, die extra abgerechnet werden: 35 Cent pro Kilowattstunde ist der Tarif. (bl)

Auch an einem "Wäscheständer" mangelt es in Gleiritsch dank vieler Bäume nicht. Bild: bl
Auch an einem "Wäscheständer" mangelt es in Gleiritsch dank vieler Bäume nicht.

Die ersten Gäste waren eigentlich schon da, bevor das Sanitärgebäude errichtet wurde.

Bürgermeister Hubert Zwack

 
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