29.06.2021 - 10:37 Uhr
GleiritschOberpfalz

In zehn Jahren ist fast ein Drittel der Gleiritscher über 65 Jahre alt

Es gibt zwei zentrale Themen in der Gemeinderatssitzung: Das Pilotprogramm „Demografiefeste Kommune“ und die Festlegung der zukünftigen Standorte für die in der Gemeinde installierten Feuerwehrsirenen.

Der demografische Wandel wird auch vor Gleiritsch nicht halt machen. So ist es wichtig, Kommunen bei der demografiefesten und zukunftsfähigen Neuausrichtung ihres Handelns zu fördern und zu unterstützen
von Alois KöpplProfil

Der Humangeograph und ILE (Integrierte ländliche Entwicklung)-Umsetzungsbegleiter Christian Karl stellte dem Gemeinderat für Gleiritsch – Mitgliedsgemeinde des Aktionsbündnisses ILE Brückenland Bayern-Böhmen – das Konzept „Demografiefeste Kommune“, ein Projekt des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat, vor.

Der ILE-Zusammenschluss „Regionalentwicklung Brückenland Bayern-Böhmen - Südlicher Oberpfälzer Wald – Český les e. V.“ deckt das Gebiet des Altlandkreises Oberviechtach und einiger angrenzender Nachbargemeinden ab.

„Da das Bevölkerungswachstum oder dessen Schrumpfung, Alterung, Urbanisierung oder Heterogenisierung der Gesellschaft alle Kommunen vor vielfältige Herausforderungen stellt“, so Karl, sei es wichtig, durch eine pilothafte Unterstützung ausgewählte Kommunen bei der demografiefesten und zukunftsfähigen Neuausrichtung ihres Handelns zu fördern und zu unterstützen.

Der Demographie-Spiegel des Bayerischen Landesamtes für Statistik aus dem Jahre 2019 prognostiziert nach den Worten des Referenten für Gleiritsch im Jahre 2031 gegenüber 2017 einen Rückgang des Anteils der 18- bis 40-Jährigen um 14,5 Prozent und der Gruppe der 40- bis 65-Jährigen um 13,5 Prozent, während der Anteil an über 65-Jährigen um über 70 Prozent wachsen wird. Laut den Prognosen des Bayerischen Landesamtes für Statistik werden 28 Prozent der Gleiritscher bis 2031 über 65 Jahre alt sein. In einer früheren Version dieses Artikel war zu lesen, dass es über 70 Prozent sein werden.

In dem finanziell geförderten Pilotprojekt soll ein fachübergreifende Heimat- und Demografiestrategie erarbeitet werden. Ein externes Gutachten, dass möglichst unter breiter Bürgerbeteiligung erstellt werden soll, liefert dann in einer „Stärken-Schwächen Analyse“ Ansatzpunkte für eine zukünftige Weiterentwicklung der Gemeinde Gleiritsch. Karl stellte den Ratsmitgliedern eine Reihe von Handlungsfeldern vor, die in die Untersuchung Eingang finden sollen und erläuterte die Bewerbungsvoraussetzungen für das Vorhaben. Das Gleiritscher Gremium stimmte dem Bewerbungsverfahren zu.

In einem weiteren Punkt beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Festlegung der künftigen Standorte für die Feuerwehrsirenen in den Ortsteilen Bernhof und Lampenricht. Zentralere Standorte würden es ermöglichen, dass die Hörbarkeit und Ausfallsicherheit, etwa bei einem totalen Stromausfall, verbessert würden. Nach dem derzeitigen Stand bietet sich in Bernhof der in Gemeindebesitz befindliche Platz an der Gemeindeanschlagtafel in der Ortsmitte an. In Lampenricht wird ein Standort in der Nähe des Dorfheims favorisiert, alternativ wäre auch ein Mast im Lampenrichter Gewerbegebiet möglich. In der Ortschaft Schömersdorf (Gemeinde Teunz) steht eine solche Sirenenanlage bereits bei der Dorfkapelle. Die Ratsmitglieder billigten das Vorhaben einstimmig.

Abschließend kam das Thema Beleuchtung der Bäume am Dorfplatz zur Sprache. Da die Einrichtung nicht richtig funktioniert, soll sie neu eingestellt werden. Nach der Aussage von Bürgermeister Josef Pretzl ist die Box für den Schotter am Friedhof bereits aufgestellt und wird nach farblichen Anpassung demnächst befüllt.

Das waren die Themen in der Mai-Sitzung des Gleiritscher Gemeinderats

Gleiritsch
Beim Lampenrichter Dorfheim soll in Zukunft ein Sirenenmast stehen.
Hintergrund:

Demografiefeste Kommune

  • Das bis Ende 2024 laufende Pilotprogramm „Demografiefeste Kommune“ ist auf 114.000 Euro für Gemeindezusammenschlüsse begrenzt.
  • Aus Sicht der ILE Brückenland Bayern-Böhmen wäre eine Bewerbung „ein bedeutender Impuls für das gemeinsame interkommunale Handeln im Brückenland“.
Korrektur:

Altersanstieg fällt nicht so dramatisch aus

Unter der Überschrift „In zehn Jahren sind 70 Prozent der Gleiritscher über 65 Jahre alt“ hatten wir in einer vorherigen Version dieses Artikels berichtet, dass bis zum Jahr 2031 über 70 Prozent der Gemeindebürger in Gleiritsch älter als 65 Jahre sein werden. Auf einen Fehler in dieser Darstellung hat Christian Karl, Geschäftsführer der ILE Brückenland Bayern-Böhmen und Referent in der Gemeinderatssitzung, hingewiesen. Richtig sei dagegen, dass der Anteil an über 65-Jährigen in der Gleiritscher Bevölkerung um über 70 Prozent steigt. Lediglich 28 Prozent der Gleiritscher werden laut den Prognosen des Bayerischen Landesamtes für Statistik bis 2031 über 65 Jahre alt sein. Die Zahlen sind in diesem Artikel ausgebessert.

 

 

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