29.06.2018 - 16:58 Uhr

Glück ist ansteckend

Glücksgefühle übertragen sich wie eine Epidemie. Die OWZ-Glücksexpertin rät deshalb: Umgeben Sie sich mit glücklichen Menschen.

Ein Lächeln kann Wunder wirken und nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Mitmenschen glücklich machen. belahoche/stock.adobe.com
Ein Lächeln kann Wunder wirken und nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Mitmenschen glücklich machen.

Nicht nur Windpocken, Masern oder Schnupfen sind ansteckend – sondern auch das Glück. Ja, Sie haben richtig gelesen. Glück kann sich tatsächlich ausbreiten wie eine Epidemie. Eine Langzeitstudie von James Fowler von der University of California und Nicholas Christakis von der Harvard University, die im „British Medical Journal“ veröffentlicht wurde, beweist: Ein Mensch ist glücklich, wenn er sich in einem Umfeld mit glücklichen Menschen befindet. Oder anders formuliert: Das Glück eines nahen Menschen beeinflusst das eigene Glücksempfinden.

„Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt“, sagt auch ein chinesisches Sprichwort. Wir haben also gute Chancen, selbst glücklich zu sein, wenn wir von glücklichen Menschen umgeben sind.

Schauen Sie sich einmal in Ihrem Umfeld um: Wie sieht es mit Ihrem Partner aus, Ihren Nachbarn und Ihren Arbeitskollegen? Blicken Sie in zufriedene, lachende Gesichter? Oder müssen Sie sich schon morgens mit hängenden Mundwinkeln und chronischem Gejammer herumschlagen? Ist das der Fall, dann sollten Sie ernsthaft darüber nachdenken, ob Sie nicht die falschen Leute um sich herum haben.

Sie müssen ja nicht gleich den Job wechseln. Denn während die Launen der Arbeitskollegen laut Fowler und Christakis offenbar keine größeren Auswirkungen auf den eigenen Gefühlszustand haben, können Freunde und Nachbarn das Glück eines Menschen erheblich beeinflussen. Weiterhin ist die geographische Nähe wichtig. So ist die Wahrscheinlichkeit für einen Menschen, glücklich zu sein, um 25 Prozent größer, wenn ein glücklicher Freund weniger als 1,6 Kilometer weit weg wohnt. Glückliche Nachbarn erhöhen die Wahrscheinlichkeit um 34 Prozent.

Ein Umzug macht also mehr Sinn als ein Jobwechsel – vorausgesetzt, Ihre neuen Nachbarn sind glückliche Menschen und geben Ihnen von Ihrem Glück ein Stück ab. Es funktioniert aber auch anderes herum. Sie können versuchen, genau der Nachbar zu werden, der die anderen um sich herum glücklich macht. Ist das nicht eine gute Idee?

Die Soziologen stellen auch Vermutungen darüber an, wie sich Glück übertragen könnte. „Möglicherweise sind zufriedene Menschen anderen gegenüber hilfsbereiter und großzügiger als unzufriedene“, so deren Aussage. Worauf warten Sie also noch? Legen Sie die Wochenzeitung zur Seite und schauen Sie mal wieder bei Ihren Nachbarn vorbei. Bringen Sie ihnen ein Stück Kuchen oder fragen Sie, ob Sie deren Hecke später gleich mit schneiden sollen. Vergessen Sie nicht, dabei zu lächeln – und vor allem: Seien Sie ansteckend. Dann klappt es vielleicht sogar mit der Glücks-Epidemie! (ewa)

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