25.09.2018 - 16:48 Uhr

Glück geht durch den Magen

Lebensmittel können die Stimmung beeinflussen. Ein Essen mit Freunden und Familie macht einfach glücklich.

Essen Sie sich mit Ihren Freunden glücklich. Bild: Rawpixel.com – stock.adobe.com
Essen Sie sich mit Ihren Freunden glücklich.

"Liebe geht durch den Magen", sagt ein altes Sprichwort. Und nicht nur die, sondern auch das Glück. Zumindest manchmal. Sie glauben mir nicht? Dann machen Sie doch für einen Moment die Augen zu und denken Sie an Ihr Lieblingsgericht ... Egal, ob es sich dabei um Spaghetti Carbonara, Pizza, Wiener Schnitzel, Schwammerlbrühe mit Semmelknödel oder ein Schokoeis mit Sahne handelt - Essen erfüllt schon lange nicht mehr nur die Funktion, den Hunger zu stillen. Es spendet Trost, dient der Stressbewältigung und macht uns oft so richtig happy.

"Mood Food" nennen die Amerikaner Nahrungsmittel, die in Zusammenhang mit dem Gemütszustand stehen, was so viel bedeutet wie "Stimmungsessen". Längst ist wissenschaftlich belegt, dass Lebensmittel die Stimmung beeinflussen können. Eigentlich logisch, denn: Die Aufnahme von Kalorien ist an das Belohnungssystem im Gehirn gekoppelt. Dieses honoriert alle Verhaltensweisen, die für das Überleben der Menschen wichtig sind - wie Fortpflanzung, Sieg oder eben die Aufnahme von Kalorien.

"Wenn ihr gegessen und getrunken habt, seid ihr wie neu geboren", wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. "Ihr seid stärker, mutiger, geschickter zu eurem Geschäft." "Das ist ja alles schön und gut", denken Sie jetzt vielleicht. "Aber was nutzt es mir, wenn ich danach unglücklich bin, weil ich so viel zugenommen habe und meine Klamotten aus den Nähten platzen ..." Machen Sie sich da mal keine Sorgen: Was glücklich macht, muss noch lange nicht dick machen. Auch kalorienarme Speisen können wahre Glücklichmacher sein.

Im Lauf des Lebens verbinden wir den Geschmack des Essens mit parallelen Erlebnissen wie etwa einem erholsamen Urlaub. Diese positiven Erinnerungen werden im Gehirn mit dem Geschmack verknüpft. So liebt der eine zum Beispiel die Kürbissuppe, die er als Kind bei seinen Großeltern bekam. Sie ist für ihn dann das "Mood Food" schlechthin, denn die Erinnerungen an glückliche Kindertage sind an genau diese Suppe gekoppelt. Der andere schmilzt eben bei genau der Pasta dahin, die er bei dem ersten gemeinsamen Abendessen mit dem oder der späteren Liebsten genossen hat - oder schwärmt für Pommes, die ihn an Familienausflüge oder Sommernachmittage im Freibad erinnern. Die stimmungsaufhellende Wirkung ist also nicht nur vom Essen selbst, sondern von den zurückliegenden Erfahrungen sowie der jeweiligen Umgebung und Situation bei der Nahrungsaufnahme abhängig.

Weil auch soziale Bindungen zum persönlichem Glücksempfinden beitragen, haben Ernährungspsychologen längst erkannt, wie wichtig die gemeinsam Nahrungsaufnahme ist. Ein Essen mit der Familie und Freunden ist in hohem Maße gemeinschaftsfördernd und erfüllend - und so betrachtet auch das Mood Food schlechthin. Essen Sie sich also glücklich - am besten zusammen mit Ihren Liebsten. Guten Appetit! (ewa)

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