„Ein Lottogewinn, das wär’s …“ „Ein Sportwagen.“ „Einen Job, in dem ich wirklich viel verdiene.“ „Ein Haus am Meer.“ „Berühmt sein.“ „Karriere machen.“ „So reich sein, dass ich mir nie mehr Sorgen um das Geld machen müsste.“ Was antworten Sie eigentlich auf die Frage, was Sie glücklich machen würde? Wenn Sie auch denken, Glück habe ganz viel mit Reichtum und Luxus zu tun, und wenn Sie nur mehr Geld hätten und sich noch mehr leisten könnten, dann wären Sie glücklicher, dann liegen Sie falsch.
Die Werbung in unserer Konsumgesellschaft versucht uns zwar immer wieder vorzugaukeln, dass man die Zutaten für ein glückliches Leben kaufen könne. Doch glauben Sie mir: Dauerhaftes Glück und Zufriedenheit sind nicht käuflich zu erwerben. Schon ein altes Sprichwort sagt: „Geld allein macht nicht glücklich.“ Inzwischen ist das sogar wissenschaftlich belegt. In einer Studie des Robert-Koch-Instituts hat man außerdem festgestellt, dass nicht nur die ärmsten, sondern auch die reichsten Menschen des Landes häufig an Depressionen leiden.
Und ganz ehrlich: Was nutzt Ihnen denn ein Lottogewinn, wenn Sie zugleich unheilbar krank werden? Was haben Sie von einem Haus am Meer, wenn Sie sich dort nur einsam fühlen? Was bringt Ihnen die berufliche Karriere, wenn Ihnen Ihre Tätigkeit keine Freude macht und außerdem keine Zeit mehr für Familie und Freunde bleibt? Und was nutzt Ihnen der ganze Reichtum, wenn Sie mit sich selbst nicht im Reinen sind?
Laut Glücksforschung trägt Geld nur so lange etwas zu unserem Glück bei, bis wir „genug“ haben. Wenn wir also genug verdienen, um unsere Rechnungen zu bezahlen und unsere Familie zu ernähren, verliert das Geld seine Glück-Bedeutung. Mehr Geld bedeutet nicht automatisch mehr Glück. Dagegen sind viele Dinge, die uns glücklich machen, komplett kostenlos zu bekommen: Zeit in der Natur verbringen zum Beispiel, das Zusammensein mit Familie und Freunden – oder das Aufgehen in einer Tätigkeit, die Spaß macht.
Erwiesen ist: Wenn eigene Interessen und Fähigkeiten im Vordergrund stehen, erreichen wir ein stabiles Wohlgefühl. So macht etwa ein Job glücklich, der zu uns passt. Weitere Glücksfaktoren sind laut Forschung Hedonismus und ein sinnerfülltes Leben. Doch auch, als es noch keine wissenschaftlichen Studien zum Thema Glück gab, wusste der alte Demokrit bereits: „Das Glück wohnt nicht im Besitz, und nicht in Gold, das Glück wohnt in der Seele.“ Genießen Sie Ihr ganz persönliches Glück, den Geldbeutel können Sie dabei getrost stecken lassen. Während es den einen glücklich macht, wenn er die ersten Tomaten aus dem eigenen Garten erntet, zaubert dem anderen vielleicht sein Lieblingssong im Radio ein Lächeln auf die Lippen.
Beim einen besteht sein persönliches kleines Glück im Lesen eines guten Buches, beim anderen in einem gemütlichen Glas Wein mit Freunden oder in einem Spaziergang mit seinem Hund über grüne Frühlingswiesen. Das kleine Glück hat viele Gesichter. Diese sind wohl so unterschiedlich wie die Menschen selbst.
In einigen Schulen wurde in den vergangenen Jahren bereits das Fach „Glück“ eingeführt. Wir gehören jedoch noch zu denjenigen, die sich dort vorwiegend mit Mathe, Physik oder Erdkunde abplagen mussten. Glück hatten wir nur dann, wenn wir nicht beim Spicken bei der Prüfung erwischt wurden. So müssen wir uns also nun selbst beibringen, was uns glücklich macht. Während das den einen gut oder immer besser gelingt, scheinen die anderen regelmäßig geradezu in ihr Unglück zu laufen. Manche denken auch, sie müssten immer andere für ihr Glück verantwortlich machen. Doch dabei haben sie vergessen, dass sie es selbst in der Hand haben, ihr großes oder kleines Glück zu finden.
Wie sagte damals immer meine Oma so schön: „Jeder ist seines Glückes Schmied.“ Natürlich haben wir oft keinen Einfluss auf das, was uns das Leben bringt. Aber wir entscheiden selbst, was wir daraus machen. Vergessen Sie nicht, sich jeden Tag ein bisschen glücklich zu machen. Sie haben es verdient! (ewa)













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