19.06.2018 - 16:42 Uhr

Glück auf dem Teller

Was wir essen, beeinflusst nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. Lassen Sie es sich schmecken, empfiehlt die OWZ-Glücksexpertin.

Heute beschäftigen sich immer mehr Wissenschaftler damit, die Effekte des Essens auf unsere Stimmung zu erklären. stock.adobe.com/pixelABC
Heute beschäftigen sich immer mehr Wissenschaftler damit, die Effekte des Essens auf unsere Stimmung zu erklären.

„Schokolade ist fassbar, greifbar und vor allem essbar gewordenes Glücksgefühl“, sagte einmal Regisseur Wim Wenders. Vollmilch, Nougat, Zartbitter, Kirschjoghurt, Haselnuss oder Krokant, was ist Ihre Lieblingssorte? Schwören Sie auch auf die süße Köstlichkeit als Stimmungsaufheller? Leider ist das Glück dieses Genusses nicht immer von Dauer. Schnell ist es mit den Glücksgefühlen nämlich dann vorbei, wenn sich das regelmäßige Verzehren von Schokolade an den Hüften oder auf der Waage bemerkbar macht. Klar, glücklich sein will jeder, aber bitte nicht dick!

Die gute Nachricht ist: Es muss gar nicht immer Kalorienreiches sein, das unsere Laune hebt. Versuchen Sie es doch mal mit einem Obstsalat aus Bananen, Ananas und Kiwis. Denn auch diese Obstsorten enthalten die Aminosäure Tryptochan, den Grundbaustein des Serotonins, das allgemein als Glückshormon gilt. Laut einer Studie machen weiterhin reife Tomaten oder Fischgerichte glücklich.

Schon seit Jahrtausenden gibt es den Verdacht: Was wir essen, beeinflusst nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. Bereits Hippokrates, der wohl berühmteste Arzt der Antike, empfahl Eselsmilch gegen Depressionen. Heute beschäftigen sich immer mehr Wissenschaftler damit, die Effekte des Essens auf unsere Stimmung zu erklären. Eine Erkenntnis dabei: Es gibt Stoffe in der Nahrung, die unmittelbar auf das Gehirn wirken. Der Magen-Darm-Trakt ist mit einem komplexen Nervengeflecht durchzogen, das direkte Signale in die Gefühlszentren des Gehirns schickt.

Neue Studien belegen weiterhin: Menschen, die frisches Gemüse, Früchte, Fisch und Vollkorn essen, also vollwertige und frische Kost zu sich nehmen, haben ein geringeres Risiko, an Depression zu erkranken. Wer hingegen viel verarbeitete Lebensmittel, Frittiertes, Weißmehlprodukte und Süßes zu sich nimmt, steigert sein Risiko für die Erkrankung. Gut zu wissen: Zu viel Schokolade macht also gar nicht wirklich glücklich, sondern eher depressiv.

Wichtig ist allerdings nicht nur, was wir essen, sondern vor allem auch, wie wir essen. „Lebensmittel und Mahlzeiten bieten ein wunderbares Feld, glücksfördernde Fähigkeiten zu trainieren“, sagt Ökotrophologin Stephanie Fromme. „Wenn wir unsere Mahlzeiten achtsam zubereiten und beim Essen innehalten, finden wir die Glücksmomente, die heute viel zu oft durch Stress und Hektik verloren gehen.“ Die Ernährungsexpertin empfiehlt: Ohne Ablenkung genießen, neue Geschmackserfahrungen zulassen, in Gemeinschaft essen. So macht Essen gleich noch mehr glücklich. Lassen Sie es sich schmecken!

Greifen Sie beim Kochen und Backen ruhig kräftig in die Gewürzkiste: Muskat und Chili etwa wirken sehr anregend, Chilischoten enthalten den Scharfmacher Capsaicin, der auf der Zunge brennt und dazu führt, dass im Gehirn das Glückshormon Endorphin ausgeschüttet wird. Auch Vanille, Zimt und Nelken machen gute Laune und lösen im Gehirn positive Gefühle aus. Eine gute Nachricht für Kaffeefreunde: Auch Latte Macchiato, Cappuccino und Co. sind wahre Stimmungsheber. Das ist nicht verwunderlich, da auch Koffein dem Serotonin einen Kick versetzt.

Ob dunkle Tage, Morgenblockade oder Mittagsmüdigkeit, eine Tasse Kaffee hilft fast immer. Schon nach kurzer Zeit strömt Koffein in die Blutbahnen, es verstärkt den Antrieb und hebt die Stimmung. Gönnen Sie sich doch heute einfach mal wieder ein gemütliches Kaffeekränzchen mit Freunden – und servieren Sie dabei Selbstgebackenes mit Glücksgarantie. (ewa)

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