22.11.2018 - 11:23 Uhr
Oberpfalz

Glück - was ist das überhaupt?

Unsere Zeit macht das Glücklichsein nicht unbedingt einfacher. Glück ist kein Zustand, sondern ein laufender Prozess. Definieren Sie Ihr persönliches Glück doch einfach selbst, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Glück ist das Ergebnis eines gut gelebten Lebens, die Kunst, in Übereinstimmung mit dem eigenen Selbst zu sein.

Wir alle wünschen uns wohl das Gleiche: glücklich sein. Doch da endet die Einigkeit dann meist auch schon. Auf die Frage, was Glück denn nun eigentlich bedeutet, lassen sich die unterschiedlichsten Antworten finden. Es beginnt schon beim Begriff Glück an sich - damit kann sowohl schillernde Ekstase als auch stille Zufriedenheit gemeint sein. Anders als im Deutschen gibt es in vielen Sprachen zwei Grundbedeutungen von Glück: Das Lateinische zum Beispiel unterscheidet zwischen fortuna (glückliche Lebensumstände) und felicitas (das glückliche Leben), im Englischen gibt es luck (Zufallsglück) und happiness (Lebensfreude).

Das Zufallsglück kann uns tatsächlich wunderbare Momente bescheren - etwa, wenn das heranrasende Auto gerade noch bremsen kann, bevor es zu einem schweren Unfall kommt. Oder wenn ein Lottogewinn gerade noch die Zwangsversteigerung des geliebten Hauses verhindert. Wichtiger als das Glück in diesem einem Moment ist den meisten Menschen aber dieses tiefe Gefühl der Zufriedenheit, das ein gelungenes Leben auszeichnet. Die Sehnsucht danach ist groß, die Gefahr des Scheiterns allerdings auch. Nicht umsonst gibt es in den Buchhandlungen immer mehr Glücksratgeber, aber auch immer mehr Menschen, die an Depressionen leiden.

Bei der Suche nach dem Glück in der Literatur merken wir bald: Die Definition, was denn nun Glück bedeutet, ist wohl für jeden irgendwie eine andere. "Glück ist Liebe", schrieb zum Beispiel Hermann Hesse. "Nur wer lieben kann, ist glücklich."

Der Gelehrte Erasmus von Rotterdam erkannte dagegen: "Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit." Und Aristoteles meinte dazu: "Glück ist Selbstgenügsamkeit." "Glück entsteht durch die Aufmerksamkeit in kleinen Dingen", schrieb Wilhelm Busch. Und Konfuzius lehrt uns: "Wer immer glücklich sein will, muss sich oft verändern." Fakt ist: Unsere moderne Zeit macht das Glücklichsein leider nicht unbedingt einfacher. Schätzten sich Menschen früher oft schon als glücklich und zufrieden, wenn sie einigermaßen gut und gesund durchs Leben kamen, hetzen heute viele von einer Vergnügung zur nächsten - und erliegen dem fatalen Irrtum, dass das Glück nicht anderes sei, als eine endlose Aneinanderreihung von positiven Erlebnissen. Dabei bezweifeln Philosophen, dass es diese Art des dauerhaften Glück überhaupt geben könne, schon gar nicht auf diesem Wege. Glück sei vielmehr das Ergebnis eines gut gelebten Lebens, die Kunst, in Übereinstimmung mit dem eigenen Selbst zu sein.

Bedeutet Glück also eigentlich, nach eigenen Werten denken und handeln zu können, authentisch zu sein und über ein gutes Selbstwertgefühl zu verfügen? Ja, sagen die Experten. Und das habe gar nicht so viel damit zu tun, ob das nun in einem Einzimmerappartement oder in der Luxusvilla passiert. Glück ist also gar kein Zustand, sondern ein laufender Prozess. Sich ständig mit sich selbst und mit anderen auseinanderzusetzen, Herausforderungen anzunehmen und zu meistern, das sei das ganze Geheimnis. Das Gute daran ist: Wir brauchen also gar nicht auf den Zufall warten, wir müssen nur aktiv werden. Definieren Sie Ihr ganz persönliches Glück doch einfach selbst. (ewa)

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