06.04.2020 - 12:52 Uhr
Gmünd bei GrafenwöhrOberpfalz

"Das Leben am Laufen halten"

Es gibt in dieser schwierigen Zeit nicht nur schlechte Nachrichten, sondern auch eine gute: Die Arbeiten am "Ettsteg" sind abgeschlossen.

Bürgermeister Edgar Knobloch sowie die Bauhofmitarbeiter Klaus Guthmann und Aleksej Waschkewitsch (von rechts) treffen sich nach der Fertigstellung der Arbeiten mit ausreichend Abstand auf dem sanierten "Ettsteg".
von Renate GradlProfil

Bürgermeister Edgar Knobloch sowie Klaus Guthmann und Aleksej Waschkewitsch, beide Mitarbeiter des städtischen Bauhofes, trafen sich nach der Fertigstellung in ausreichendem Abstand auf dem "Ettsteg". Dieser hat einen rutschfesten Belag erhalten. Teilweise wurden neue Lärchenholzbretter verwendet, teilweise alte aufbereitet. Das Geländer wird zu einem späteren Zeitpunkt ausgebessert.

"Ein großes Lob gebührt den Bauhofmitarbeitern", sagte der Bürgermeister. "Das Leben steht nicht still", sagte er mit Blick auf die Auswirkungen des Coronavirus. "Fahrradfahren und Spazierengehen sind erlaubt. Deshalb führt der Bauhof handwerkliche Arbeiten aus, um das Leben am Laufen zu halten. Der Stadtgärtner wird die Grünanlagen herrichten", teilte Knobloch mit.

Die Stadtverwaltung arbeite mit einer Notbesetzung. Parteiverkehr im Verwaltungsgebäude und im Rathaus sei nur in vordringlichen Fällen möglich oder wenn eine Bearbeitung per Telefon oder E-Mail nicht funktioniere, erläuterte das Stadtoberhaupt. Trauungen fänden in sehr begrenzter Anzahl mit maximal sechs Teilnehmern im Sitzungssaal statt.

Es gebe auch einen Krisenstab, der regelmäßig tage. "Ein Informationsaustausch unter einem Personenkreis, der berufstätig ist und nie müde wird, um sich um andere zu kümmern, ist sehr wichtig", weiß Knobloch. Auch das Knowhow von Ärzten werde genutzt.

Bei der ersten Zusammenkunft am 19. März seien folgende Fragen besprochen worden: Wie erhalten wir die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr, und wie können sich Einsatzkräfte selbst schützen? Erörtert worden sei auch, wie die Zusammenarbeit von Bauhof und Krisenstab funktionieren könne. Ein wichtiger Punkt sei gewesen, dass Wasserver- und Abwasserentsorgung immer funktionieren müssen, betonte der Bürgermeister.

Da Informationen in der Coronakrise das Wichtigste seien, seien klassische Postwurfsendungen der Stadt verteilt worden, um die gesamte Bevölkerung auf dem Laufenden zu halten. Eingerichtet worden sei auch frühzeitig ein Bürgertelefon mit einem Einkaufsservice für Risikogruppen und Bedürfige. "Es gibt viele Freiwillige, beispielsweise von der Caritas, den Kirchenverwaltungen und dem Katholischen Frauenbund", lobte Knobloch.

Alles Wissenswerte zum Thema "Corona" gebe es auf der Internetseite der Stadt, auch die Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft. Zudem sei dort eine Plattform für Gastro-Abhol-/Lieferservice zu finden.

Alle bis Mai vorgesehenen Veranstaltungen seien zunächst abgesagt, auch vorgesehene Jahreshauptversammlungen der Vereine, teilte das Stadtoberhaupt mit. Eine Folge davon sei, dass er seit 1. April der Notjagdvorsteher der Grafenwöhrer Jagdgenossen ist. Auch der Brotbackverein könn enicht, wie geplant, im April starten.

Stadtrats- und Ausschuss-Sitzungen entfielen ebenfalls größtenteils und werden nur gehalten, wenn es unbedingt erforderlich sei. "Da die Stadt aber handlungsfähig bleiben muss, wird die Sitzung am 16. April stattfinden", merkte Knobloch an. Diese werde mit ausreichend Abstand unter allen Anwesenden in der Schulaula abgehalten.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.