Ausreden sind uralt. So hat schon Adam seiner Eva die Schuld am Sündenfall in die Schuhe geschoben. "Auch wir sind gut, wenn es um Schuldzuweisungen geht", sagte Elisabeth Malessa, Referentin beim diesjährigen ökumenischen Frauendinner, im herbstlich dekorierten evangelischen Gemeindehaus.
Schon Kirchenlehrerin Theresa von Avila wusste, dass man dem Leib etwas Gutes tun soll, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen. Deshalb stärkten sich die Teilnehmerinnen, begrüßt von Pfarrer Gerhard Prell, vor dem Vortrag am überreich gedeckten Tisch, tauschten Rezepte und Neuigkeiten aus, redeten über Gott und die Welt, stimmten mit Dank- und Segensliedern auf die abendliche Stunde ein, die das bewährte, kreative Organisationsteam mit viel Liebe vorbereitet hatte. Mit "Wie du mir, so ich dir" - ist Vergebung möglich?" war als Thema gewählt worden, das vielen unter den Nägeln brennt.
Böses mit Bösem vergelten, ein allgegenwärtiges Prinzip, sei ein freudloser Kreislauf des Hasses, der die Gedanken gefangen nehme, warnte die Rednerin, Familien- und Pastorenfrau aus Feuchtwangen, und untermalte ihre Aussagen mit tiefgehenden, beeindruckenden Beispielen. "Wir werden verletzt und auch wir selber verletzen", sagte sie: "Gott, selbst oft ein Verletzter, kennt aber keine Vergeltung, verlangt jedoch, dass - wie wir im Vaterunser beten - auch denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind." Nach einem innigen Gebet gab Elisabeth Malessa den Versammelten noch viele Denkanstöße mit auf den Weg, legte ihnen brauchbare Ratschläge ans Herz: Sich nicht über Kleinigkeiten aufregen, Geduld haben, zwischen Tat und Täter unterscheiden, die Wut nicht verdrängen, und (Gottes) Hilfe in Anspruch nehmen.













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