22.11.2020 - 12:50 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

4,3 Millionen Euro teure Wohnanlage für Grafenwöhr geplant

Wohnraum in Grafenwöhr ist knapp. Zur Bekämpfung des Notstands plant das Landkreissiedlungswerk eine moderne Wohnanlage mitten im Stadtgebiet. Architekten und Bauherr stellen das Projekt dem Stadtrat vor.

An der Kreuzung von Eichendorff- und Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße sollen bald 18 neue Wohnungen entstehen.
von Stefan NeidlProfil

Das Landkreissiedlungswerk Neustadt an der Waldnaab plant den Bau einer Wohnanlage an der Ecke Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße und Eichendorffstraße in Grafenwöhr. Darum waren Geschäftsführer Dominik Bäuml sowie die Architekten Katrin und Axel Weidner im Stadtrat zu Gast.

Auf insgesamt 2900 Quadratmeter sollen drei miteinander verbundene Einzelkörper entstehen. Die dreistöckigen Bauten werden 1400 Quadratmeter Wohnraum bieten. Die 18 Wohnungen sollen zwei und vier Zimmer mit 55 bis 100 Quadratmeter haben. Zum Sonnenschutz werden alle Räume mit Raffstoreanlagen ausgestattet. Das Gebäude ist als Holzbau geplant und soll komplett barrierefrei werden. Die Außenwände sollen aus vorgefertigten Holztafelbauelementen auf der Baustelle zusammengesetzt werden. Die Decken sind aus Brettschichtholz, die Struktur wird somit in den Wohnungen sichtbar sein. Das Satteldach aus Titanzinkblech mit Stehfalzdeckung passt in die Nachbarschaft, hieß es außerdem. Der einfache Sparrendachstuhl bekommt eine hinterlüftete Stehfalzabdichtung.

Auch in einem anderen Ortsteil von Grafenwöhr soll investiert werden

Grafenwöhr

Der Hauptzugang erfolgt über die Kreuzung von Eichendorff- und Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße. Die Wohnungen werden über Laubengänge zugänglich sein. Die Bauten werden nur im südlichen Teil unterkellert. Im Keller aus Stahlbeton werden Abstell- und Technikräume sein. Im eingefassten Innenhof sollen den Bewohnern zudem Sitzelemente, Hochbeete und Spieleflächen zur Verfügung stehen. Eine Solitärbaumbepflanzung wird für Schatten sorgen. Auf den dazugehörigen Stellplätzen kommen Rasengitterpflaster zum Einsatz. Zwei kleinere Gebäude sollen als Stellplatz für Fahrräder mit einer Ladestation und für Mülltonnen dienen.

Die Architekten Weidner betonen die Einmaligkeit der Bauweise in der nördlichen Oberpfalz. Für Bürgermeister Edgar Knobloch wird das Projekt in Kombination mit der Sanierung der Eichendorffstraße für eine attraktive Wohngegend sorgen. Thomas Schopf (FW) begrüßte die Schaffung von Wohnraum, hinterfragte aber die Optik aus Holz und Titanzinkblechdach, die für ihn nur schwer zu den bestehenden Bauten der Nachbarschaft passte. Gerald Morgenstern (CSU) fragte nach einem Baubeginn, der laut Axel Weidner im Laufe des nächsten Jahres sein werde, bestenfalls sogar im Frühjahr. Bis Ende des Sommers oder Herbsts soll der Holzbau errichtet sein, die Gebäudehülle bis Ende 2021 stehen. Die Kosten betragen um die 4,3 Millionen Euro.

Lisa Brandl (FW) fragte nach den voraussichtlichen Mietpreisen. Da das Projekt Fördergelder erhält, ist der Mietpreis festgesetzt und soll laut Bäuml bei etwa 5,40 Euro und 5,80 Euro pro Quadratmeter kalt liegen. Thomas Mayer (CSU) bat darum, auch die Gehsteige an den Zugängen barrierefrei zu gestalten. Anita Stauber (CSU) fragte nach den Stellplätzen für die Container, die derzeit auf dem Gelände stehen, und nach den bereits existierenden Garagen in der Rosenhofer Straße. Diese gehören schon dem Landkreissiedlungswerk und sind für die baldigen Wohnungen vorgesehen, hieß es. Gespräche mit den jetzigen Mietern würden bereits laufen. Jürgen Wegmann (CSU) bat darum, zu prüfen, ob eine Photovoltaikanlage sinnvoll wäre.

Dominik Bäuml (Zweiter von links) sowie die Architekten Axel und Katrin Weidner stellen dem Stadtrat ihr Wohnungsbauprojekt vor.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Videos aus der Region

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.