22.09.2021 - 14:22 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

8 Grafenwöhrer absolvieren 1000 Kilometer auf dem Fahrrad

1000 Kilometer in 11 Tagen: Selbst für Hartgesottene ist das kein Kinderspiel. Acht rüstige Grafenwöhrer im gesetzten Alter nehmen den Weg dennoch auf sich – und haben danach viel zu erzählen.

1000 Kilometer an 11 Tagen absolvieren Edgar Baier, Roland Meissner, Stefan Ott, Josef Panzer, Wolfgang Flor, Karl Schönberger, Hans Mößbauer und Hans Dunzermeter (von links) auf dem Fahrrad..
von Stefan NeidlProfil

In Coronazeiten ist vieles ungewiss, auch im Urlaub. Dennoch nahmen acht Männer aus Grafenwöhr eine Radreise quer durch Deutschland in Angriff. Zehn Hotels wurden vorgebucht – mit Stornoklausel. Edgar Baier erzählt von der Fahrt mit Roland Meissner, Stefan Ott, Josef Panzer, Wolfgang Flor, Karl Schönberger, Hans Mößbauer und Hans Dunzermeter.

Start war in Schengen am Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg. Über 1000 Kilometer führte die Tour über die Mosel, das schönste Stück des Rheins und entlang des Mains bis zu seiner Quelle zurück nach Grafenwöhr. Nichtsahnend, dass nur wenige Tage darauf im Kreis Ahrweiler und entlang der Mosel eine Katastrophe hereinbrechen und einen Teil der Landschaft und das Leben vieler Menschen tiefgreifend verändern würde, befuhren die Oberpfälzer auch diesen Abschnitt.

Von Schengen ging es nach Trier, die älteste Stadt Deutschlands. Hier erlebten die Grafenwöhrer auf 2000 Schritten 2000 Jahre Geschichte. Trier begeisterte sie mit sehenswerten Bauten aus der Römerzeit, unter anderem der Porta Nigra, und dem schönen Hauptmarkt.

Vorbei an unzähligen Fachwerkhäusern und Burgen führte der Weg weiter nach Bernkastel-Kues und nach Kröv, wo die Radfahrer natürlich den weltbekannten "Kröver Nacktarsch" verkosteten. In Traben-Trarbach und in Cochem machten sie vor dem steilsten Weinberg Europas Halt. Zahlreiche Flusswindungen, Steilhänge und Terrassen-Weinanbaugebiete gestalteten die Route sehr abwechslungsreich. Ständig von Bergen umgeben, weiß man nie, was einen nach der nächsten Windung erwartet.

In Koblenz am Deutschen Eck, das von Kaiser Wilhelm I. bewacht wird, mündet die "Mutter Mosel" in den "Vater Rhein". Letzterer war aufgrund der heftigen Niederschläge gut mit Wasser gefüllt. Für die Grafenwöhrer sei es fast beängstigend gewesen, mit welcher Kraft und Schnelligkeit das Wasser im Rhein vorbeizog, erzählt Baier.

Auf gut ausgebauten Radwegen befuhren sie dann den schönsten Teil des Rheins vorbei an der Loreley bis nach Bingen. Dort setzten die Oberpfälzer mit der Fähre über in das romantische Rüdesheim. Doch dort sei kein Tourist zu sehen gewesen, erinnert sich Baier: Die Grafenwöhrer waren die einzigen Gäste im Hotel. "Uns wurde immer bewusster, wie die Hotels und die Gastronomie zu kämpfen haben", merkt er an.

Und das nicht nur in Rüdesheim. Es war gut, dass die Grafenwöhrer als Gruppe unterwegs waren, sonst wäre es einsam geworden: Von den zehn Hotels, die sie gebucht hatten, waren sie in sieben die einzigen Gäste.

Weiter ging es über Wiesbaden an die Mündung des Mains in den Rhein. Frankfurt mit dem Fahrrad zu passieren bezeichnet Baier als ein Erlebnis: Die Gruppe war entlang der Mainpromenade mit Blick auf "Mainhatten" mit seiner Skyline unterwegs. Radfahrer, Jogger, Skater, Fußgänger und viele mehr teilen sich die Promenade.

Über Hanau und Aschaffenburg führte die Tour an die Perle des Mains, nach Miltenberg. Dort erzählten die jungen Besitzer des Übernachtungshotels über ihr Schicksal in Coronazeiten – und waren trotzdem voller Zuversicht.

Mit jedem Tritt in die Pedale kamen die Radfahrer nun der Heimat näher – und dann ein Zwischenfall: Risiko gehört zu so einem Abenteuer dazu. "Am achten Tag bei Kitzingen am Main fuhr ein dreijähriges Kind, das mit seinen Eltern auf dem Radweg unterwegs war, mit dem Bobbycar unvermittelt in unsere Radgruppe", berichtet Baier. "Zwei unserer Teilnehmer mussten ausweichen, und es kam zum Sturz. Einer der Radfahrer hat sich dabei die Rippen gebrochen und musste vorzeitig die Heimreise antreten."

Die letzte Etappe führte die Oberpfälzer nach 11 Tagen und 1000 Kilometern über eine sehr hügelige Strecke zurück nach Grafenwöhr.

Wunderschöne Landschaftseindrücke nehmen die acht Grafenwöhrer von ihrer Radreise entlang von Mosel, Rhein und Main mit nach Hause.
Auswirkungen der heftigen Regenfälle.
Wunderschöne Landschaftseindrücke nehmen die acht Grafenwöhrer von ihrer Radreise entlang von Mosel, Rhein und Main mit nach Hause.

 

 

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