07.01.2019 - 15:29 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Der Alkohol muss weg

Alleinerziehende mit Tendenz zur Arbeitssucht, Parkplatzrowdies, raffinierte Kinder und noch schlauere Großeltern ergeben einen ziemlichen "Flickenteppich". Mit vielen Nebenschauplätzen kommt die "Patchwork-Lawine" auf der Bühne ins Rollen.

von Renate GradlProfil

Autor Wolfgang Bräutigam hat mit seinem neuesten Stück "Patchwork-Lawine" den Zuschauern den Spiegel höchst amüsant vorgehalten. Diese strömten von Donnerstag bis Sonntag in den großen Saal des Jugendheims in Grafenwöhr und waren von der Katholischen Theatergruppe einmal mehr total begeistert. Neu war dieses Mal das Kino-Feeling: Auf einer großen Leinwand wurden vor Beginn und während der Pausen die Darsteller vorgestellt.

Zum Stück: Der alleinerziehende Vater Jürgen Naumann (Florian Danninger) hat sich nach dem Tod seiner Frau nur noch in seine Arbeit als Architekt gestürzt. Wegen seiner Karriere hat er keine Zeit für seine Tochter Laura (Hanna Krausch), und auch die Suche nach einer neuen Lebensgefährtin blieb auf der Strecke. Laura hat in Tim (Marcus Eibel) einen guten Freund, der mit seiner alleinerziehenden Mutter Jasmin Schneider (Lisa-Marie Specht) lebt. Sie ist geschieden, weil ihr damaliger Mann sie mit ihrer besten Freundin betrogen hat. Das ist auch der Grund, warum sie keine sonderlich gute Meinung mehr von Männern hat - auch nicht von Jürgen Naumann. Mit "Kosewörtern", die da lauten: "Corsa-Emanze" und "Porsche-Rowdy" beschimpfen sich die beiden Alleinerziehenden gegenseitig. Aber ihre Kinder haben einen Plan, wie sie die Erwachsenen vielleicht doch zusammenbringen können.

Glücklicherweise kommt der Zufall gleich zweifach zur Hilfe. Laura bekommt von ihrem Opa Josef (Wolfgang Bräutigam) einen Vater-Tochter-Skiurlaub über Silvester geschenkt. Tim und seine Mama gewinnen bei einem Preisausschreiben einen Silvester-Winterurlaub. Durch einen Buchungsfehler treffen beide Familien in einem Ferienhaus, das zum Hotel Kaiser gehört, aufeinander. Das Ferienhaus soll eigentlich abgerissen werden. Zuvor hat der Hotelbesitzer Franz Kaiser (Matthias Kaiser) das Ferienhaus jedoch noch als Gewinn für ein Preisausschreiben an ein Reisebüro vergeben.

Seine Frau Lotte (Silke Kraus) hat das Ferienhaus gleichzeitig an ihren alten Schulfreund Josef Naumann vermietet - das Schlamassel ist perfekt. Aber es wird sogar noch besser: Der Oberkellner Ludwig Glas (Tobias Wolf) will das Haus ohne Wissen seiner Vorgesetzten zur selben Zeit für ein erstes Treffen mit seiner Chatfreundin Marie (Lisa Speth) nutzen. Die beiden haben sich gegenseitig Fotos von anderen Personen zugeschickt, um sich unerkannt kennenlernen zu können - aus Angst vor Hochstaplern. Die Verwicklungen bleiben nicht aus, und Ludwig muss einige Ohrfeigen und andere Übel über sich ergehen lassen. Opa Josef will sichergehen, dass sein Sohn in dem von ihm gebuchten Urlaub endlich eine neue "Mama" für seine Enkeltochter findet. Er hat sich im Ferienhaus eingebucht, um von dort aus die Kandidatinnen überwachen zu können, die er auf das Heiratsinserat hin erwartet, das er mit Enkelin Laura aufgegeben hat.

Auch Oma Erna (Regina Bräutigam) startet ein ähnliches Inserat für ihre Tochter. Sie hat mit Enkel Tim für einen neuen "Papa" in der Zeitung inseriert. Dann ist da auch noch Förster Anton Wild, der einen Schlüssel für das Haus für Notfälle hat. Er hat für seine Schwester Rosi (Marina Sollacher) eine Silvesterparty organisiert, um sie mit einem seiner Freunde zu verkuppeln. Als der Installateur Otto Zange (Michael Bräutigam) auftaucht, um die Dusche zu reparieren, ist das Chaos perfekt. Und die vermeintlich türkische Putzfrau entpuppt sich auch noch als Oma Erna.

Doch plötzlich erschüttert ein Lawinenabgang das Haus. Alle sind im Haus eingeschlossen, ohne Strom, Heizung und Telefon, aber mit viel Alkohol ... Dieser muss vernichtet werden, denn vielleicht ist es die letzte Silvester-Party überhaupt. Ein Happy-End gibt es zum Schluss aber doch und vier glückliche Paare außerdem.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.