19.08.2018 - 10:02 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Aus der Apotheke Gottes

Die Kräuterweihe anlässlich Mariä Himmelfahrt ist ein uralter katholischer Brauch, dessen Ursprünge auf das 9. Jahrhundert zurückgehen.

Fleißige Frauen binden die Kräuterbuschen.
von Stefan NeidlProfil

Die gesegneten Büschen sollen Haus und Hof mitsamt seiner Bewohner vor Bösem schützen. Der Missionskreis Grafenwöhr um Anita Heßler und Co-Organisatorin Maria Zitzmann hat im Jugendheim mit seinen vielen freiwilligen Helfern, darunter Pfarrer Vivien Somda aus Burkina Faso, auch dieses Jahr wieder 185 Kräuterbuschen aus Weizen, Hafer, Gerste, Beifuß, Thymian, Dalien, Lavendel, Heidekraut, Sonnenblumen und Schafgarbe gebunden. Beim Verkauf zu den Mariä Himmelfahrt Gottesdiensten in Grafenwöhr, Gmünd und der Siedlergemeinschaft St. Wolfgang wurden so für die Aktionen des Missionskreises insgesamt 528 € erwirtschaftet. Ruhestandsgeistlicher Wolfgang Traßl empfahl die Heilkräuter, als nebenwirkungsfreie Alternative zu den vielen synthetischen Produkten, als "Gabe aus der Apotheke Gottes".

Am Gottesdienst der Siedlergemeinschaft St. Wolfgang am alten Kircherl hatten sich 170 Gläubige eingefunden und lauschten der Andacht von Traßl und Somda. Sie erzählten eine Geschichte von zwei Frauen, Maria und Elisabeth, die beide zur selben Zeit schwanger wurden. Während die eine aber auffällig jung war, war die andere bereits im fortgeschrittenem Alter. Marias Situation war auch sozial angespannt - unverheiratet, aber einem Mann versprochen, was damals als schweres Vergehen gewertet wurde. Doch die beiden Frauen vertrauten auf Gott und unterstützten sich gegenseitig. Eine ungewöhnliche Verbindung - die Verlobte eines Handwerkers, ein unbedeutendes Mädchen aus einem Dorf in Galiläa, und die Frau eines Priesters vereint durch ihren Glauben. Elisabeth nahm Maria die Angst indem sie ihr versicherte: "Wer sich auf Gott verlässt, ist nicht verlassen." Durch Gottes Wahl auf Maria seinen Sohn zu gebären zeigte er, dass er nur auf das Herz blickt, unabhängig vom gesellschaftlichen Status. Gott trägt sie und hält sie fest - bis hin zur dunkelsten Stunde unter dem Kreuz. Doch selbst dort sollte ihr Vertrauen mit der Auferstehung belohnt werden.

Eine Lehre für die heutige Zeit, dass der Mensch trotz aller Konflikte auf Gott vertrauen soll. Denn so Traßl abschließend: " Wer sich am Mensch vergreift, vergreift sich an Gott." Die passende musikalische Untermalung lieferte der Jugendchor Sin Falta unter der Leitung von Ute Groß.

Gottesdienst

Beim Kräuterbüschenverkauf des Missionskreises um Anita Heßler kamen stolze 528 € für den guten Zweck zusammen.

Gottesdienst

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