Die erste Bauausschusssitzung der Stadt Grafenwöhr nach der Sommerpause begann mit einem Vor-Ort-Termin. Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch hatte zur Besichtigung der Bauarbeiten an der Straße „Auf der Wusten“ eingeladen. Das Projekt ist Teil des Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ (ehemals Soziale Stadt). Bürgermeister Knobloch zeigte sich vor Ort zufrieden: „Die Pflasterarbeiten sind soweit fertig, nun müssen noch die ausgewiesenen Gehwege fertiggestellt werden und dann sind wir hier fertig.“ Schon jetzt sei gut vorstellbar, wie der Straßenzug künftig aussehen wird.
Auch im hinteren Bereich wird kräftig gearbeitet: Hier werden in Kürze die Parkplätze sowie eine Pflanzinsel fertiggestellt. Der Bürgermeister betonte, dass sämtliche Vorgaben der Regierung streng eingehalten wurden, um die Fördergelder zu sichern. Auch der Zwischenweg wurde bereits optisch aufgewertet, hier fehlt aktuell nur noch die vorgesehene Laterne.
Überraschend Keller gefunden
Ein unerwartetes Problem offenbarte sich jedoch im vorderen Straßenbereich. Unter dem alten Gehweg stießen Arbeiter auf öffentlichem Grund auf einen Keller. „Das wusste bisher niemand, auch die Stadt nicht“, erklärte Knobloch. Dieser Zustand bestehe laut Bürgermeister wohl schon seit 1937, doch selbst der private Besitzer habe keinerlei Unterlagen dazu gefunden. Die Problematik: Die noch vorhandene Betonplatte liegt genau auf der Höhe des neu geplanten Gehwegs. Derzeit wird um diese Stelle lediglich „herumgebaut“. Das Gremium hat diesen Punkt im nicht öffentlichen Teil beraten, aktuell sei aber noch nichts abschließend geregelt. Die zeitliche Fertigstellung der Straße soll aber aktuell nicht beeinträchtigt sein, so der Bürgermeister.
Zurück im Sitzungssaal des Rathauses widmete sich das Gremium weiteren Themen. Einstimmig befürwortet wurden die Anträge der Nachbarstädte Vilseck und Auerbach zur Aufstellung von Bebauungsplänen sowie ein Bauantrag der US-Streitkräfte. Im Rahmen des Projekts „Operation Readiness Training Complex“ (ORTC) geht es dabei um den Neubau einer Fahrzeugwartungshalle auf dem Truppenübungsplatz.
Völlig andere Nutzung
Ausgiebiger diskutiert wurden im Anschluss zwei Anträge auf Nutzungsänderung. Bewohner planten, einige ihre Wohnungen künftig als Ferienwohnungen zu vermieten. „In Grafenwöhr gibt es aktuell einige B&Bs und auch Ferienwohnungen. Ich bin erstaunt, wie viele es hier in unserer Stadt gibt“, so das Stadtoberhaupt. Er erinnerte daran, dass die Stadt im letzten Stadtanzeiger extra darauf hingewiesen habe, dass eine solche Vermietung eine völlig andere Nutzung darstelle. Wohnen sei auf Dauer angelegt, bei Ferienwohnungen handele es sich um reine Beherbergung, was eine rechtliche Nutzungsänderung sowie den Nachweis von Stellplätzen erfordere. Im Gremium kam die Frage auf, ob Beherbergungsbetriebe in reinen Wohngebieten sinnvoll seien. Stadtrat Thomas Weiß hielt fest: „Im Moment ist der Bedarf da, und das ist besser als ein Leerstand.“ Die Anträge wurden schließlich einstimmig befürwortet.
Zudem gab Knobloch bekannt, dass sich die Kosten für die Gerüstbauarbeiten bei der Generalsanierung des Verwaltungsgebäudes von 108.000 auf 184.000 Euro fast verdoppelt haben. Ursache waren archäologische Untersuchungen, die massive Verzögerungen im Bauablauf mit sich brachten. Abschließend stimmte der Ausschuss unter strengen Auflagen der Voranfrage einer Firma zum Bau eines provisorischen Container-Wohnlagers im Gewerbegebiet „Am Flugplatz“ zu. Eine Baufirma, die einen etwa zweijährigen Auftrag auf dem Truppenübungsplatz hat, plant dort die Aufstellung von etwa 30 Containern für ihre Arbeiter auf einem benachbarten Privatgrundstück. Die Bedingung: absolut keine Untervermietung, den Nachweis der Parkplätze und eine Information an die zuständigen Stadtwerke.













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