05.09.2018 - 12:58 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Bereit für neue Aufgaben

Florian Herrmann zu Gast beim Dämmerschoppen der Grafenwöhrer CSU (wir berichteten): Dabei spricht der Leiter der Staatskanzlei viele brisante Themen an.

Bürgermeister Edgar Knobloch (von links), Ortsvorsitzender Gerald Morgenstern, Bezirksratkandidat Matthias Grundler, Landtagskandidatin Tanja Renner, Landtagsabgeordneter Tobias Reiß und Bundestagsabgeordneter begrüßen Staatskanzlei-Leiter Florian Herrmann (Dritter von rechts) in Grafenwöhr
von Stefan NeidlProfil

Herrmann verteilte bei seiner Rede am Johanni-Dämmerschoppen einen Seitenhieb in Richtung der Medien. Die oft zitierte Sozialdemokratisierung der Parteien habe die AfD stark gemacht und es ist Anspruch der CSU, das Wählerlager der Mitte bis hin zum konservativen Rand zu erreichen.

Niemand verstünde laut Herrmann die Sorgen der Menschen besser als Bundesinnenminister und CSU-Vorsitzender Horst Seehofer, den der Leiter der Staatskanzlei als "Seismograph der Lebenswirklichkeit" bezeichnet. Andere Politiker diskutieren lieber über Gendertoiletten - Herrmann warf die Frage auf, ob so etwas wirklich die Menschen bewegt Dadurch entstehe eine Distanzierung zum Wähler, die schwer rückgängig zu machen sei, wie beispielsweise der Abstieg der ÖVP in Österreich zeigte, die sich erst durch ihren Kanzler Sebastian Kurz wieder erholte. Die CSU sei hier ein Beispiel für eine Basispartei, die von unten nach oben funktioniert - zur Nominierung als Kandidat muss jeder Einzelne demokratische Mehrheiten erringen. Bayern sei auf einem guten Weg, dennoch gebe es viele Baustellen. Aber gerade deren Existenz zeige, dass etwas passiert.

Gemeinsamer Weg

Mit Lob für seine anwesenden Kollegen sparte der Politiker nicht. Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht bekam ein besonderes Lob - denn selbst Herrmanns Vater hält viel von diesem, was eine besondere Auszeichnung sei. Eine lange gemeinsame Laufbahn hatte der 46-jährige mit MdL Tobias Reiß in der jungen Gruppe des bayerischen Landtags, daher kennt und schätzt man sich. Dieser feierte kürzlich seinen 50. Geburtstag und erzählte den über 100 Gästen von einem besonderen Erlebnis mit der bayerischen Spitzenpolitik kürzlich am Kemnather Wiesenfest: Während der Rede des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder hielt Reiß ihm einen Zettel mit der Aufschrift "Grafenwöhr" vor die Nase, woraufhin dieser spontan den Truppenübungsplatz mit einem klaren Bekenntnis zu diesem in seinen Vortrag einbaute - die Soldatenstadt ist nicht unbekannt in München.

Die Volkspartei der CSU kombiniere laut Reiß am besten die Fragen von Stadt und Land, während die Themen der SPD eher "Großstadtfragen" seien. Anlässlich der kürzlichen Vergabe des Nato-Kommandos "Strategische Verlegung" nach Amberg, bei dem Grafenwöhr leer ausging, betonte Reiß, dass auch der Standort stets für neue Aufgaben bereit sei und in Frage komme.

Soldaten akzeptieren

Auch Bürgermeister Edgar Knobloch erinnert sich gut an das Wiesenfest in Kemnath, an dem er Söder nach dessen Bekenntnis zu seiner Stadt versicherte: "Herr Ministerpräsident, you made my day". Für die rund 2300 Beschäftigten im Lager, Geschäfte und Gastronomie ist eine solche Vertrauensbeurkundung wichtig. Im Gegenzug werde dem Stadtoberhaupt von US-Seite oft versichert, dass die Akzeptanz für die Soldaten hier weltweit einmalig ist.

Durch den neuen obersten Kommandeur der US-Truppen in Europa und ehemaligen Leiter des Truppenübungsplatzes, Christopher G. Cavoli, hat Grafenwöhr ein administratives Upgrade bekommen. Knobloch nahm Bezug auf die verpasste Vergabe des Nato-Standorts und sprach gegenüber dem für den Truppenübungsplatz zuständigen Minister Herrmann von einer Gelegenheit, den Standort Grafenwöhr nachhaltig zu sichern - wenn schon nicht durch die Nato, dann durch eine andere Dienststelle.

Befehlsgewalt über US-Streitkräfte:

Aufgrund des Upgrades im August hat der Kommandeur des Truppenübungsplatzes Christopher LaNeve die Befehlsgewalt über die drei dauerhaft in Europa stationierten amerikanischen Heeresbrigaden.

So war es ihm möglich, ohne bürokratische Hindernisse von Ansbach direkt eine Staffel Hubschrauber des Typs Chinook der 12. US-Heeresfliegerbrigade mit spezieller Ausrüstung zur Bekämpfung des Waldbrandes auf dem Trainingsgelände (wir berichteten) zu ordern. Zuvor konnte so etwas nur das US- Europahauptquartier in Wiesbaden befehlen. (sne)

Bürgermeister Edgar Knobloch (links) und CSU - Ortsvorsitzender Gerald Morgenstern beglückwünschten MdL Tobias Reiß (Mitte) zu seinem 50. Geburtstag.

Adler

Bürgermeister Edgar Knobloch

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp