16.03.2021 - 13:38 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Bischofsbesuch am Freudensonntag

Es ist ein mehrfacher Festtag für die katholische Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit in Grafenwöhr. Am Freudensonntag "Laetare" ist "Tag der ewigen Anbetung". Und was noch nie da war: Bischof Rudolf Voderholzer kommt zu Besuch.

von Renate GradlProfil

Pfarrer Bernhard Müller begrüßt in der unter Abstandsregeln voll besetzten Friedenskirche Bischof Rudolf Voderholzer zum Pontifikalamt. Die Heilige Messe feiert der Bischof mit Müller und Pfarrvikar Gilbert Mburu Kabiru, der die Stelle aus dem das Johannes-Evangelium verlas, bei dem Jesus und Nikodemus miteinander reden. "Nikodemus wird nur dreimal in den Evangelien genannt und hat eine Nebenrolle", erklärte Bischof Rudolf Voderholzer. Aber es ist die beste Nebenrolle. Nikodemus war ein Ratsherr, was einem heutigen Stadtrat gleicht.

Ratsherr mit Vorbildfunktion

In einem nächtlichen Glaubensgespräch verlangt Jesus einiges von Nikodemus ab. Aber dieser hatte sich darauf eingelassen. Dem Ratsherren fiel es sicherlich nicht leicht, mit dem Gesagten zurecht zu kommen: "Gerade so, wie Moses die Schlange in der Wüste erhob, muss der Menschensohn erhoben werden, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe."

Das zweite Mal war von Nikodemus die Rede, als sich das Urteil gegen Jesus zusammenbraute. Der Ratsherr sagte: "Wie kann man jemanden verurteilen, wenn man ihn nicht vorher gehört hat. Das dritte Mal tritt Nikodemus am Karfreitag in Erscheinung, als er eine riesige Menge Öl bringt, um Jesus zu bestatten. "Für mich ist Nikodemus ein großes Vorbild für Eigenständigkeit, der sich von Rechtsgrundsätzen nicht abschrecken lässt. Er erkennt Jesus, den Herrn, weint und freut sich mit ihm", so Bischof Voderholzer. Erklärend fügte er hinzu: "Der Gedenktag von Nikodemus ist am 3. August." Eine Nikodemus-Kirche gebe es in Bayreuth.

Grafenwöhr: Kirchenjubiläum ohne Bischof

Grafenwöhr

Während der Heiligen Messe bedankte sich der Bischof bei Pfarrer Bernhard Müller. "Es ist mir gelungen, noch vor seinem Ruhestand von Herzen Dank zu sagen: Für das Einlassen auf die Pfarrei in Grafenwöhr, für das Verkünden des Evangeliums, für die große Treue und für sein großes Engagement bei der Ökumene." Gut gefallen habe dem Bischof auch die Homepage, bei der es im Dezember schon einen Adventskalender und jetzt in der Fastenzeit Anregungen in der Pandemie gibt.

"Bewerbungen für die Pfarrstelle in Grafenwöhr gibt es noch nicht", informierte der Bischof. Aber Grafenwöhr werde nicht allein gelassen. Priester aus der Weltkirche können mithelfen. Ein Lob gab es für Pfarrvikar Gilbert Mburu Kabiru: "Ich war sehr angetan von seinem guten Deutsch." Der Bischof freute sich, dass die Ruhestandspfarrer Wolfgang Traßl und Hans Bayer bei den Gottesdiensten immer mitgeholfen haben. Beide haben die Heilige Messe mit gefeiert.

Zwölf Priester aus Grafenwöhr

"Ich bin optimistisch, dass es gut weitergeht. Schließlich ist Grafenwöhr ein guter fruchtbarer Boden, bei dem im letzten Jahrhundert zwölf Priester hervorgegangen sind; einer davon ist sogar Weihbischof", erklärte der Bischof, der auch Schwester Jakobe Schmid erwähnte, die Generaloberin in Mallersdorf ist.

Dankesworte gingen auch an alle anderen Mitarbeiter und Helfer der Pfarrei, ein besonderes Dankeschön an die Eltern und Großeltern. Sie seien die ersten Missionare, Apostel und Evangelisten, die dafür sorgen können, dass der Funke des Glaubens überspringt. Sehr gefreut hat sich Bischof Voderholzer auch über die festliche Musik, besonders über das "Kyrie" von Palestrina, das von den "4 Dimensions" gesungen wurde. Eigentlich hätte der Bischofsbesuch schon im vergangenen Jahr zum 250-jährigen Jubiläum der Maria-Hilf-Kirche am Annaberg sein sollen. Das Geschenk einer Annafigur erhielt der Bischof nun nachträglich.

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