Grafenwöhr
29.09.2025 - 13:52 Uhr
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CSU Grafenwöhr nominiert Edgar Knobloch zum Bürgermeisterkandidaten

Er will's nochmal wissen: Zum dritten Mal tritt der amtierende Grafenwöhrer Rathauschef zur Wahl an. Der CSU-Ortsverband stärkte ihm einstimmig den Rücken.

Eigentlich hat er ja schon reichlich Erfahrung in Wahlkämpfen gesammelt. 2014 löste Knobloch nach 30 Jahren Helmuth Wächter in einer Stichwahl als Bürgermeister ab. 2020 wurde er mit starken 85 Prozent im Amt bestätigt. Und trotzdem: "Wenn ich heute hier vor euch spreche, habe ich immer noch Lampenfieber. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass meine Frau anwesend ist", sorgte Knobloch gleich zu Beginn seiner Rede auf der Nominierungsversammlung des CSU-Ortsverbands für Lacher.

Zu seinem 60. Geburtstag im August 2024 hatte Knobloch schon verkündet, für eine dritte Amtszeit kandidieren zu wollen. Dann passierte in der Nacht vom 7. auf den 8. September sein Fahrradunfall mit schweren Kopfverletzungen. Nach einer langen Genesungsphase leitete Knobloch erstmals Ende Juni 2025 wieder eine Stadtratssitzung. Im Juli stieg er langsam wieder in das Alltagsgeschäft im Rathaus ein.

Doch diese Geschehnisse spielten in Knobloch Ansprache keine Rolle mehr. "Ich brenne mit jeder Faser meines Körpers für das Bürgermeisteramt", verkündet er den 37 anwesenden CSU-Mitgliedern und Vertretern benachbarter Ortsverbände. "Ich habe noch und wieder Energie", war dann die einzige kleine Andeutung an die schweren zurückliegenden Monate.

Von Tür zu Tür

Knobloch erinnerte sich zurück an seinen ersten Wahlkampf um das Bürgermeisteramt: "Ich machte richtigen Häuserwahlkampf und klingelte an den Türen. Manchmal bin ich enttäuscht nach Hause gekommen, denn von zehn Menschen kannten mich sechs oder sieben nicht." Zweifel kamen auf – war die Kandidatur die richtige Entscheidung gewesen?

Davon heute keine Spur mehr: Nach fast zwei Amtszeiten gab sich Knobloch selbstbewusst: "Ich möchte weiter Bürgermeister sein, darum bin ich heute da." Stattdessen zählte er seine Erfolge auf: Die Sanierung der Stadthalle und aktuell der Verwaltungsgebäude, die Modernisierung des Waldbads, der Verkauf von Forsthaus und HSG-Gebäude, die Ertüchtigungen von Fußwegen, Stegen und Radwegen, die Altstadtsanierung, die Errichtung eines Kulturmanagements, die Ausweisung neuer Baugebiete – die Liste war lang.

Grafenwöhr hat einen jährlichen Haushalt von etwa 30 Millionen Euro. Knobloch machte eine Rechnung auf: "In den vergangenen elf Jahren haben wir über 300 Millionen Euro zum Wohl der Bürger umgesetzt." Und doch habe sich der Kontostand der Stadt unter Knoblochs Führung verbessert: "Als ich 2014 übernahm, hatte Grafenwöhr sieben Millionen Schulden und keine Rücklagen. Jetzt haben wir 1,4 Millionen Schulden und 3,5 Millionen Euro Rücklagen."

An Schnittstelle arbeiten

Gegen Ende seiner Rede zitierte Knobloch die ehemalige Regierungspräsidentin der Oberpfalz, Brigitta Brunner: "Das meiste, was der Mensch erlebt, spielt sich in den Städten und Gemeinden ab." An dieser Schnittstelle für die Menschen zu arbeiten, reize ihn immer noch. Er schloss mit den Worten: "Vielen Dank an meine Frau Gabi und meine Kinder. Ich wünsche mir von Euch nun einen großen Rückhalt."

Den sollte er dann auch bekommen: Alle 37 stimmberechtigten CSU-Mitglieder und damit 100 Prozent stimmten für seine Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten.

Zuvor hatten sich viele seiner langjährigen Mitstreiter für ihn ausgesprochen: Für CSU-Ehrenvorsitzenden Gerald Morgenstern ist er "ein richtiger Macher" und lobte "sein berufliches Fachwissen und seine immer freundliche Art". Landrat Andreas Meier steht wie Knobloch zur Wiederwahl: "Ich möchte mit dir weitere sechs Jahre zusammenwirken. Du hast eine beispielslose Erfolgsgeschichte in Grafenwöhr geschrieben." Ortsvorsitzender Jürgen Hofmann glaubte an eine schwere Kommunalwahl 2026: "Die Probleme der Landes- und Bundespolitik spielen immer mit. Wir müssen den Leuten klar machen, was wir hier vor Ort bewegen können."

Außer für das Bürgermeisteramt will Knobloch neben Anita Heßler, Gerald Morgenstern und Stefan Pappenberger für den Kreistag kandidieren. Eine eigene Nominierungsversammlung folgt. Die CSU Grafenwöhr wird ihre Stadträte am 12. Oktober nominieren.

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