18.11.2020 - 14:14 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

CSU-Ortsverband Grafenwöhr besteht seit 75 Jahren

Er war einer der ersten CSU-Ortsverbände im Landkreis und bayernweit: Am 20. November 1945 wurde die Christliche Soziale Union Grafenwöhr gegründet. Coronabedingt steht statt einer großen Feier nur ein Streifzug durch die Geschichte an.

Auf zahlreiche Begegnungen mit politischer Prominenz und deren Unterstützung kann die Grafenwöhrer CSU in ihrer Geschichte zurückblicken. Dreimal besuchte der unvergessene Parteivorsitzende Franz Josef Strauß die Soldatenstadt. 1971 tagten die Grafenwöhrer Parteifreunde bis in die Morgenstunden mit dem CSU-Boss im „Hotel zur Post“.
von Externer BeitragProfil

Am Ende der zwölfjährigen nationalsozialistischen Willkürherrschaft mit ihren Hinterlassenschaften hatten sich, schreibt der Ortsverband in seinem Rückblick, engagierte Persönlichkeiten der Aufgabe angenommen, eine neue konfessionsübergreifende Partei zu gründen: die CSU.

Als eines der wenigen aus der damaligen Zeit ist das Gründungsprotokoll des Grafenwöhrer Ortsverbandes noch vorhanden. Die Genehmigungsschreiben der amerikanischen Militärregierung liegen ebenfalls noch vor.

Der erste Schriftführer Robert Meiler schreibt im Gründungsprotokoll: „In der Überzeugung, dass alleine gegenseitiges Verstehen, vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Achtung vor den Anschauungen anderer eine Rettung aus der Not dieser Tage bringen konnte, haben sich verantwortungsbewusste Frauen und Männer gefunden, die am 20. November 1945 im Cafè Vitus Meiler (dem heutigen indischen Restaurant am Marktplatz) den Ortsverband der Christlich Sozialen Union Grafenwöhr gründeten. 53 Personen waren anwesend, Redner bei der Versammlung waren der von der US-Militärregierung beauftragte Bürgermeister Josef Hagenburger und Bezirksvorsitzender Josef Ficker aus Eschenbach. Zum Ortsobmann wurde Michael Bäumler gewählt."

Am 16. Dezember 1945 wurde im „Goldenen Löwen“ die erste Aufklärungsversammlung abgehalten. Der Enthusiasmus der Gründungsmitglieder spiegelt sich unter anderen darin wieder, dass der Hauptredner dieser Versammlung, Studienprofessor Dr. Hans Schott, aus Weiden mit dem Fahrrad nach Grafenwöhr kam.

Es folgten weitere Versammlungen sowie die Vorbereitung der ersten, freien und geheimen Gemeindewahl im Jahr 1946. Gewählter erster Bürgermeister in der Stadtratsperiode von März 1946 bis April 1948 war der CSU-Mann Josef Hagenburger.

Mit Neueinschreibungen in Gmünd und in Grafenwöhr wuchs die Mitgliederzahl der jungen CSU noch im Jahr 1946 auf über 100 an. Im Jahr seines 75-jährigen Bestehens zählt der Ortsverband über 200 Mitglieder und ist somit der stärkste im Kreisverband.

„Alter allein ist kein Verdienst, sondern erst dann, wenn die Jahre, auf die wir zurückblicken, Jahre der Arbeit und Leistung, der Verantwortung und des Erfolges waren“, laute einer der Grundsätze der Grafenwöhrer Christsozialen. Garanten für den Erfolg seien in den zurückliegenden 75 Jahren die von der Bevölkerung gewählten Mandatsträger und CSU-Kommunalpolitiker sowie die von den Mitgliedern beauftragten Ortsvorsitzenden und Vorstandsmitglieder gewesen.

Bei den vielfältigen Aufgaben stand sie jedoch nicht alleine, sondern erhielt stets Unterstützung von Kreis, Bezirk, Land und Bund. Nicht zuletzt der Truppenübungsplatz brachte viele prominente Besucher nach Grafenwöhr: Sie reichten vom damaligen Bundesminister und Landesvater Franz Josef Strauß über Norbert Blüm, Bundeskanzler Helmut Kohl, verschiedene Verteidigungsminister bis zu den Ministerpräsidenten Alfons Goppel, Max Streibl und Edmund Stoiber. Als Generalsekretär der CSU feierte der heutige Ministerpräsident Markus Söder 2005 mit der Grafenwöhrern das 60. Gründungsjubiläum.

Vielfältig und umfangreich wie das politische Geschehen waren auch die Themen und Aufgaben, denen sich die Grafenwöhrer CSU in den vergangenen 75 Jahren im Auftrag der Bürger stellte. Von den Aufbauarbeiten nach dem Krieg über Straßen- Kläranlagen- und Kanalisationsbau, die Gebietsreform, die Ausweisung von Bau- und Gewerbegebieten sowie Sanierungsprojekte bis hin zum ständigen Aufgabenbereich "Truppenübungsplatz" reicht die Palette. Entscheidende Impulse sowie eine maßgebliche Beteiligung habe es laut CSU von ihren Mandatsträgern beim Stadthallen- und Waldbadbau sowie bei der Errichtung des Gründerzentrums und des Sportparks gegeben.

Traditionsreich wie die Partei sind auch viele Veranstaltungen des Ortsverbandes. Bei 48 Josefi-Frühschoppen standen beginnend von Gustl Lang immer Staatssekretäre und -minister am Rednerpult. Zur politischen Arbeit gehören ebenso Aktionen im vorpolitischen Raum.

Auch hier ist Kontinuität angesagt: Kurzreisen, Kulturfahrten, Tagesausflüge, Informationsfahrten, Beteiligung an Bürgerfesten oder dem Adventmarkt, Herbstball, Zoiglkirwa und vieles mehr sind auf dem jährlichen Veranstaltungskalender zu finden, den CSU, Junge Union und Frauen-Union seit 1994 erstellen und kostenlos an alle Haushalte verteilen.

Mehr über die Grafenwöhrer CSU-Familie

Grafenwöhr

Mit zum erfolgreichen Wirken der Grafenwöhrer CSU gehört die Frauen-Union, die seit 40 Jahren besteht. Ein aktiver und starker Ortsverband der Jungen Union sowie der Einzug von fünf Stadträten im JU-Alter bei der Kommunalwahl 2020 zeige, so die CSU, dass das Interesse der Jugend an der Politik vorhanden sei.

"Getragen durch ihre Mitglieder und mit dem Rückhalt der Bevölkerung" werde sich der CSU-Ortsverband auch weiter für Grafenwöhr und die Ortsteile engagieren und sich dieser großen Aufgabe verantwortungsbewusst stellen, kündigen die Verantwortlichen an.

Die zum 75-jährigen Bestehen geplante Feier muss wegen der Coronapandemie auf nächstes Jahr verschoben werden. Zum Jubiläum stehen auch Ehrungen an: 32 Mitglieder werden mit einer Urkunde, einem Schreiben und einem Geschenk bedacht. Adolf Renner wird dabei für 70-jährige Treue ausgezeichnet.

Hintergrund:

10 Vorsitzende in 75 Jahren

Ortsvorsitzende seit 1945 waren: Michael Bäumler, Michael Hößl, Leonhard Daubenmerkl, Hubert Heindl, Karl Plank, Georg Girisch, Siegfried Wohlmann, Anton Meiler, Hermann Marherr und Gerald Morgenstern (seit 1995). Bei Wahlkämpfen auf allen politischen Ebenen vom Stadtrat bis zum Bundestag sei die Arbeit der CSU Grafenwöhr vom Bürger immer mit großartigen Ergebnissen belohnt worden, freut sich der Ortsverband. Mehrmals in den zurückliegenden Wahlperioden stellte der Ortsverband mit bis zu elf Stadträten die Mehrheit und auch die zweiten Bürgermeister wie Alois Gradl, Georg Zechmayer, Josef Geier, Gerald Morgenstern und jetzt Anita Stauber. CSU-Kandidat Edgar Knobloch zog 2014 als Erster Bürgermeister ins Rathaus ein. Bei der Kommunalwahl im März 2020 wurde er mit 85 Prozent im Amt bestätigt. (exb)

Der Vorstand des CSU-Ortsverbandes im Jubiläumsjahr. im Bild (vorne, von links) Zweite Bürgermeisterin Anita Stauber, die Stellvertreter Matthias Hacker und Anita Hessler (Dritte Bürgermeisterin), Ortsvorsitzender Gerald Morgenstern, Bürgermeister Edgar Knobloch und stellvertretender Ortsvorsitzender Benjamin Keck.

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