Grafenwöhr
08.05.2020 - 12:12 Uhr

CSU-Trio an der Spitze von Grafenwöhr

Neun neue Gesichter in der Grafenwöhrer Stadtratsversammlung sind rekordverdächtig. Überhaupt: In der ersten Sitzung des Gremiums in der Wahlperiode 2020/26 ist vieles ungewöhnlich. Auch Überraschungen bleiben nicht aus.

Rekordverdächtig ist die Anzahl der neuen Ratsmitglieder. Unser Bild zeigt sie zusammen mit Bürgermeister Edgar Knobloch. Bild: do
Rekordverdächtig ist die Anzahl der neuen Ratsmitglieder. Unser Bild zeigt sie zusammen mit Bürgermeister Edgar Knobloch.

Die für gewöhnlich feierliche Atmosphäre zur Eröffnung der Legislaturperiode im altehrwürdigen Sitzungssaal des Rathauses wich am Donnerstagabend in der riesigen Stadthalle „coronageschuldet“ einem nüchternen Ambiente. Die Sitzordnung mit Tischen für jedes Ratsmitglied und mit respektablem Abstand zum Nächsten glich eher einer Abiturprüfung. Das hatte allerdings Symbolkraft: „Für das Gremium wird es viele Prüfungen geben“, prophezeite Bürgermeister Edgar Knobloch. Sie alle mit Bravour zu bestehen, dazu wünschte der Rathauschef seiner neuen Mannschaft viel Engagement und gute Entscheidungen zum Wohl der Stadt.

Die erste Sitzung begleiteten zahlreiche Zuhörer. Sie alle und die neu gewählten Damen und Herren des Stadtrates zu begrüßen, gehörte für den Bürgermeister zur Eröffnung der neuen Wahlperiode. Erste Amtshandlung war anschließend der gemeinsame Eid der neu gewählten Stadtratsmitglieder auf die Treue zum Grundgesetz und auf die Verfassung des Freistaates Bayern mit der gleichzeitigen Verpflichtung, die Rechte der Selbstverwaltung zu wahren. In der folgenden Grundsatzrede analysierte Knobloch noch einmal die liebens- und lebenswerte Entwicklung der Stadt in den letzten Jahren, um schließlich mit einem Blick in die Zukunft festzustellen: „Gutes bewahren und trotzdem auch in schweren Zeiten Neues wagen.“

Unumstritten war das folgende Votum der Ratsversammlung zur Wahl von zwei Bürgermeister-Stellvertretern. Der von der CSU-Fraktion erneut zum Fraktionsführer bestellte Gerald Morgenstern empfahl daraufhin die Wiederwahl von Anita Stauber zur ehrenamtlichen zweiten Bürgermeisterin. Morgenstern bezog sich auf die Entscheidung der Wählerschaft. Die Wähler hätten die zweite Bürgermeisterin bei der Stadtratswahl mit 3529 Stimmen mit einem überwältigenden Vertrauensbeweis ausgestattet. Zudem stellte Morgenstern fest: „Anita Stauber hat in den letzten sechs Jahren gute Arbeit geleistet und war stets loyal gegenüber Bürgermeister und Gremium.“

Die große Anerkennung der „Stimmenkönigin“ bestätigte sich nun auch in der geheimen Wahl der Stadträte. Von 21 Stimmberechtigten plädierten 18 für Anita Stauber. 3 Stimmzettel waren ungültig. Stürmischer Beifall, auch aus den Reihen der Zuhörer, quittierte das Wahlergebnis. „Ich verspreche, weiter gewissenhaft, ehrlich und mit viel Freude das Amt auszuüben und für euch da zu sein“, versicherte die Vizebürgermeisterin in ihren Dankesworten. Das starke Votum der Wähler gebe ihr zusätzlichen Rückenwind.

Als mit 11 von 20 Stadtratsmandaten mit Abstand stärkste Fraktion, war es für CSU-Sprecher Gerald Morgenstern ebenso selbstverständlich, auch das Amt des dritten Bürgermeisters zu beanspruchen. Die Notwendigkeit eines zweiten Stellvertreters begründete Morgenstern mit der Vielfalt der kommunalen Aufgabenstellung, um dann Anita Heßler vorzuschlagen. Der CSU-Mann lobte seine Kollegin als Persönlichkeit, die freundschaftlich-verbindend über Parteigrenzen hinweg und im vorpolitischen Raum viel Anerkennung erfahre. Auch das starke Wahlergebnis mit 2138 Stimmen spreche für Heßler.

Dagegen plädierte der von der SPD-Fraktion wiedergewählte Fraktionssprecher Thomas Weiß für seinen SPD-Stadtratskollegen Timo Schön. „Unser Mann ist der Bessere“, argumentierte Weiß. Entsprechend knapper viel das Wahlergebnis aus. Von 21 Wahlberechtigten einschließlich des Bürgermeisters erhielt Heßler 12 Stimmen, 9 Stimmen entfielen auf Timo Schön.

Anita Stauber freut sich: Mit einem souveränen Wahlergebnis wurde die CSU-Frau als zweite Bürgermeisterin bestätigt. Bild: do
Anita Stauber freut sich: Mit einem souveränen Wahlergebnis wurde die CSU-Frau als zweite Bürgermeisterin bestätigt.
Auch die dritte Bürgermeisterin kommt aus den Reihen der CSU. Anita Heßler setzte sich in geheimer Wahl gegen den SPD-Kandidaten Timo Schön durch. Bild: do
Auch die dritte Bürgermeisterin kommt aus den Reihen der CSU. Anita Heßler setzte sich in geheimer Wahl gegen den SPD-Kandidaten Timo Schön durch.
Info:

Die neuen Ratsmitglieder

Mit der Wahl von gleich neun neuen Stadträten sorgte die Wählerschaft für eine starke Verjüngung des Grafenwöhrer Gremiums. Das Durchschnittsalter von bisher knapp 60 Jahren in der letzten Wahlperiode 2014/20 sinkt in der neuen Legislaturperiode auf 46,6 Jahre. Der Frauenanteil erhöht sich von 2 auf 5 Mandate. Als neue Ratsmitglieder gehören dem Gremium in alphabetischer Reihenfolge an: Lisa Brandl (FWG), Lukas Braun (CSU), Benjamin Keck (CSU), Stefan Pappenberger (CSU), Conny Spitaler (SPD), Johannes Stauber (CSU), Michael Tiefel (SPD), Julia Waldmann (CSU) und Jürgen Wegmann (CSU).

Grafenwöhr30.04.2020
 
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