Grafenwöhr
01.04.2024 - 10:51 Uhr
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Edelstahl-Becken und neue Kinderrutsche für Waldbad in Grafenwöhr

Nach über 45 Jahren soll das Waldbad in Grafenwöhr ein Edelstahl-Becken bekommen. Gleichzeitig müssen neue Vorschriften für Sprungturm und Kinderrutsche erfüllt werden. Das führt bei den Stadträten zu Verwunderung.

Die Planungen für die Modernisierung des Waldbadbeckens in Grafenwöhr werden konkreter. Darum waren nun Frank Dallmann und Petr Poyhar von der Planungsgesellschaft Plafog aus Kulmbach im Stadtrat zu Gast. Das über 45 Jahre alte Fliesen-Becken soll durch ein modernes Edelstahlbecken ersetzt werden.

Damit sollen dann auch die Zeiten teurer Reparaturen nach dem Winterfrost, wie häufig in der Vergangenheit so geschehen, vorbei sein. Die Kosten beliefen sich immerhin auf 29.289 Euro nach dem vergangenen Winter. Doch billig wird das neue Becken auch nicht: Die genaue Kalkulation steht noch aus, die Kosten werden voraussichtlich im niedrigen Millionen-Euro-Bereich liegen, hieß es.

Bestandsschutz erlischt

Der Edelstahl wird auf das alte Becken aufgesetzt und kleidet dieses quasi aus. Es wird dadurch circa 30 Zentimeter höher, der Boden drumherum soll angeglichen werden. Mit neuem Becken kommen aber auch neue Anforderungen: Der Bestandsschutz für das alte Becken erlischt und aktuelle Sicherheitsvorschriften müssen eingehalten werden. Diese erfüllt der aktuelle Sprungturm nicht mehr.

Zwar ist das Becken grundsätzlich noch für die Ein-Meter-, Drei-Meter- und Fünf-Meter-Türme geeignet. Aber der Einser und Dreier werden künftig nur noch Sprungbretter haben, die Plattformen verschwinden. Neue Metall-Sprungtürme werden auch weiter weg vom gegenüberliegenden Beckenrand liegen. Bürgermeister Edgar Knobloch erklärt mit einem Augenzwinkern: "Da wird es auch gleich schwerer, das Badepersonal am Ausguck nass zu spritzen."

Kinderrutsche nicht mehr zulässig

Die Sprungtürme sollen in etwa auf ihrem jetzigen Platz wiedererrichtet werden. Bisher fehlte am Einser eine Ein- und Ausstiegstreppe, meist stiegen die Springer direkt über den Beckenrand aus dem Wasser. Dies sei ein Sicherheitsrisiko, theoretisch könnte ein Springer ja quer durch das Springerbecken schwimmen, um den einzigen Ausstieg zu nutzen. "Das ist in 45 Jahren nicht passiert, aber wenn das einer macht, könnten ihn Springer vom Dreier und Fünfer treffen." Darum kommt nun ein zusätzlicher Einstiegsbereich neben das Ein-Meter-Brett.

Ein Aufreger im Stadtrat: die Kinderrutsche im Einstiegsbereich des Multifunktionsbeckens ist so nicht mehr zulässig. Die Kinder gleiten nicht ins Wasser, sondern plumpsen am Ende hinein. Diese Fallhöhe sei nach heutigen Standards zu hoch und widerspreche Sicherheitsvorschriften. Darum muss eine neue Kinderrutsche her. Bürgermeister Knobloch offenbarte, was ihm als erstes durch den Kopf schoss: "Ich dachte nur: solche Spaßbremsen."

Zusätzlich müsse ein spezieller Sicherheitsbereich gekennzeichnet werden, um zu zeigen: Dies ist der Kinderrutschen-Bereich. Thomas Schopf (FWG) schüttelte den Kopf: "Waren die Planer schon mal an einem Badeweiher und wissen, wie es da zugeht?" Auch Timo Schön (SPD) ging dies zu weit: "Vielleicht sollten wir an der Kinderrutsche noch einen Aufzug bauen? Schließlich ist die Treppe auch ganz schön gefährlich", fragte er voller Ironie.

Start nach der Badesaison

Die Planer von Plafog stellten zwei konforme Kinderrutschen-Varianten vor. Die erste wäre ähnlich der aktuellen Kinderrutsche mit einem Slalom. Die zweite Alternative verläuft parallel zum Einstiegsbereich und knickt dann in das Becken ab. Beide hätten aber geringere Fallhöhen. Schön kommentierte die Sicherheitsauflagen: "Wie haben Kinder das früher nur alles überlebt?"

Die Ausschreibung soll bis Juni erfolgen, damit die Arbeiten direkt nach der Badesaison starten können. Die Stadträte konnten sich auch vorstellen, bereits Anfang September das Waldbad zu schließen, um mehr Zeit für die Arbeiten zu haben. Die Saison 2025 soll dann etwas später als üblich beginnen. Über die Art der Kinderwasserrutsche soll noch entschieden werden.

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